Würmer, Hacker, Betrüger: Facebook in Gefahr
Von Reto Knobel. Aktualisiert am 14.01.2009
Online-Betrüger locken nun auch auf Facebook mit dem grossen Geld.
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Die Nigeria Connection ist wohl das berühmteste Online-Betrugsunternehmen der Welt. Wer hat nicht schon ein Mail erhalten, das suggeriert, man könne mit einem Vorschuss von ein paar hundert Franken Teilhaber an einem riesigen Barvermögen werden? Bisher versuchten diese Cyberkriminellen Nutzer per Bettelmails zu prellen, nun sind sie auch im sozialen Netzwerk Facebook mit seinen weltweit 110 Millionen Mitgliedern aktiv. Der Facebook-Kontakt gibt an, mittellos in der nigerianischen Stadt Lagos gestrandet zu sein. Facebook-Besucher werden gebeten, diesem 500 Dollar zu leihen, um ihn aus der misslichen Lage zu befreien. Nach dessen Rückkehr werde das Geld mit einer Prämie zurückgezahlt.
Neuer Schädling entdeckt
Auch vor Schädlingen müssen sich Facebook-Mitglieder in acht nehmen. Websense Security Labs warnt vor einem neuen Angriff des Facebook-Wurms Koobface. Der Schädling missbrauche infizierte Accounts von Nutzern des sozialen Netzwerks, um E-Mails an Kontakte der Facebook-Freundesliste zu schicken. Diese Nachrichten enthalten laut dem Sicherheitsunternehmen einen Link, der die Empfänger auf eine als Youtube-Seite getarnte Webseite weiterleitet. «Bei einem Klick auf das dort eingebettete Video werden sie aufgefordert, ein angebliches Flash-Player-Update zu installieren, das in Wirklichkeit einen Trojaner enthält», heisst es auf dem Portal zdnet.de. Nutzer sollten generell keine Links in unerwünschten E-Mails anklicken, warnt Websense.
Jugendliche geben zu viele Daten preis
Selbst das Verhalten der Nutzer kann in sozialen Netzwerken zur Gefahr werden. Frithjof Staude-Müller vom Psychologischen Institut der Uni Kiel warnt davor, zu viele Daten von sich preis zu geben. Laut seiner Untersuchung stellt etwa die Hälfte ein eigenes Foto online, ein Viertel gibt seine Adresse preis, zwei Drittel veröffentlichen das Geburtsdatum. «Offensichtlich sind sie sich der Nachteile, die daraus erwachsen können, nicht bewusst», wird der Psychologe auf «Heise Online» zitiert. So sei etwa jeder Zehnte in den vergangenen drei Monaten im Internet verunglimpft, jeder Fünfte beleidigt oder bedroht worden. Die Freigabe persönlicher Daten auf sozialen Netzwerken vereinfache die Kontaktaufnahme, erklärte Staude-Müller. Mit unangenehmen Folgen: Zehn Prozent der total 1277 befragten Jugendlichen wurden laut heise.de ungewollt von Links- und Rechtsextremen online angesprochen. 38 Prozent der Mädchen wurden mit sexuellen Angeboten konfrontiert.
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 14.01.2009, 15:22 Uhr
































































