Webdienste, die wirklich etwas taugen
Von Christian Bütikofer, Matthias Schüssler. Aktualisiert am 17.09.2008
Musik und Videos
Der meiste Datenverkehr im Internet stammt von Musik- und Videodownloads. Dafür verantwortlich ist etwa iLike. Das Tool klinkt sich in Musikplayer wie iTunes ein und überträgt gratis Musik von Mainstream bis Underground. Dazu schlägt es weitere Titel vor von anderen iLike-Mitgliedern, die man zu seiner Freundesliste zufügen kann. Wers lieber solo mag, der hört ganz einfach Deezer. Diese Website sendet kostenlos Musik, die man auf Deezer per Suche anfordert. Wer ganz einfach seine eigene Musiksammlung von zu Hause übers Web verteilen möchte – etwa um bei der Arbeit Musik zu hören –, der sollte sich Winamp Remote einmal genauer ansehen. Einfacher geht Musik-Streaming nicht. Auch empfiehlt sich Zattoo mit x-verschiedenen TV-Stationen. Wer über Cablecom ins Internet steigt, der erhält einen hochwertigen Livestream von 20 TV-Stationen; Nello hingegen ist nicht gratis, wartet aber mit einem grösseren Angebot auf.
www.ilike.com; www.deezer.com; www.winamp.com; www.zattoo.com; http://www.hispeed.ch/Live_TV/; www.nello.tv
Online-Karten
Online-Karten gehören zu den nützlichsten Diensten im Internet überhaupt. Auf Google Maps oder Yahoo findet man Ortschaften, Restaurants oder Sehenswürdigkeiten. Der Routenplaner zeigt die Verbindungen von A nach B und zurück, und über ein eigenes Konto kann man eigene Orte abspeichern oder Routen visualisieren – beispielsweise automatisch von einem GPS-Tracker, der Wegpunkte aufzeichnet. Yahoo und Google erschliessen den ganzen Globus. Für Erkundungen der Schweiz ist map.search.ch am ergiebigsten. Dieser Dienst zeigt auch Haltestellen und Linien des öffentlichen Verkehrs, Restaurants, Kirchen, Schulen, Spitäler und öffentliche Gebäude und Shoppinggelegenheiten. Durch Anklicken eines Bahnhofs, einer Bus- oder Tramhaltestelle kann man sich eine Verbindung heraussuchen lassen. Microsoft mit dem Dienst maps.live.de bietet mit der «Vogelperspektive» von manchen Ortschaften viel bessere Luftbilder als Google mit den Satellitenaufnahmen.
http://maps.google.ch; http://maps.yahoo.com; http://map.search.ch; http://maps.live.de
Virtuelles Büro
Eine simple Tabellenkalkulation, eine übersichtliche Textverarbeitung und ein rudimentäres Präsentationsprogramm: Das sind die Module von Google Text & Tabellen. Auch wenn der Funktionsumfang übersichtlich ist, hat das Weboffice einen unschlagbaren Vorteil: Es erlaubt Leuten an verschiedenen Computern, zusammen an ein und demselben Dokument zu arbeiten. Chic und bezüglich Arbeitsoberfläche wegweisend, aber genauso spartanisch bei den Funktionen ist Buzzword von Adobe. Dieses Textverarbeitungsprogramm ist für die «Collaboration», also die Zusammenarbeit mit anderen Nutzern, gerüstet. Nützliche Hilfsmittel für die Organisation des geschäftlichen und privaten Alltags sind Doodle, die maximal einfache Terminfindungssite aus der Schweiz, oder RememberTheMilk, eine Gedankenstütze, die man via Twitter, iPod oder Blackberry nutzen kann. Für Notizen aller Art, die man auch mit anderen Anwendern bearbeiten kann, bietet sich das Notizbuch von Google an.
http://docs.google.com; https://buzzword.acrobat.com; www.doodle.ch; www.rememberthemilk.com
Sicherheit im Web
Wer sich in den Weiten des Internets bewegt, sollte immer einen aktuellen Antivirenscanner und eine Firewall einsetzen. Es gibt jedoch auch Antivirendienste, die man direkt im Web benutzen kann. Diese Dienste stammen von renommierten Antivirenherstellern und sind zuverlässig. Sie ersetzen aber einen lokalen Antivirenschutz nie. Trotzdem sind sie nützlich: sei es als Zweitmeinung, wenn man zum Beispiel einem Virenalarm nicht so recht traut. Online-Scanner taugen darüber hinaus auch als temporärer Schutz. Leider setzen die meisten Dienste zwingend den Microsoft-Browser Internet Explorer voraus, da viele Dienste die sogenannte ActiveX-Technologie benötigen. Eine lobenswerte Ausnahme bildet Trend Micro mit ihrem Service «Housecall». Bei so genannten Virendatenbanken kann man sich schlau machen über die diversen Viren und Trojaner. Die Datenbank von Sophos etwa stellt die Gefährlichkeit der diversen Schädlinge auch grafisch dar.
http://housecall.trendmicro.com/de; http://support.f-secure.de/ger/home/ols.shtml; http://www.sophos.de/virusinfo/analyses
Fotos bearbeiten
Photoshop, das Bildbearbeitungsprogramm schlechthin, läuft seit einiger Zeit auch im Browser. Es beherrscht jedoch längst nicht alle Kunststücke des «richtigen» Photoshop und kann auch der bei Privatanwendern beliebten Version Photoshop Elements nicht das Wasser reichen. Aufgaben wie das Beschneiden oder Drehen von Bildern, die Korrektur der Belichtung oder der Farben erledigt Photoshop Express im Hui. Mit den fünf Bildeffekten können Fotos comic-haft verfremdet, farblich aufgepeppt oder wild verformt werden. Eine gute Alternative ist die Schweizer Online-Bildbearbeitung mit dem spektakulären «Tourist remover»: Wenn man drei bis fünf Aufnahmen vom gleichen Sujet macht, entfernt er alle beweglichen Objekte – also die Touristen, welche die Sicht auf eine Sehenswürdigkeit verstellen. Die Plattform schlechthin zum Präsentieren der Fotos ist Flickr.com. Eine gute, aber nicht kostenlose Fotosite ist Fotocommunity.de.
www.photoshop.com/express; www.snapmania.com; www.flickr.com; www.fotocommunity.de
Kleine Helferlein
Was wäre das Leben ohne die unzähligen praktischen kleinen Tools im Web. Zyb etwa synchronisiert Ihre Handykontakte online. Mit diesem Dienst sind unzählige Handys kompatibel – auf der Website sind alle Zyb-freundlichen Gadgets gelistet. Für jene, die PDF-Dateien in normale Bilder konvertieren möchten – oder umgekehrt –, gibts Zamzar oder Neevia. Beide Dienste haben ein Grössenlimit. Bezahlt man, so gibts mehr Platz für eine Datei. Wer ab und zu Kollegen beim Lösen von PC-Problemen hilft, dies aber von zu Hause aus erledigen will, wird TeamViewer schätzen. Mit diesem Dienst greift man ganz einfach übers Web auf den Problem-PC des Kollegen zu und bringt so auch aus der Entfernung dessen Rechner wieder auf Vordermann. Instant-Messenger-Süchtige, denen der PC-Supporter am Arbeitsplatz-Rechner die Messenger wie MSN, Yahoo oder AIM sperrte, können aufatmen: Ebuddy machts auch über den Browser.
www.zyb.com; www.zamzar.com; http://convert.neevia.com; www.teamviewer.com; www.ebuddy.com
Web-Wissen
Klar, Google ist die Suchmaschine schlechthin. Mächtiger aber sind so genannte Metasuchportale, die auf einen Schlag diverse Suchmaschinen durchforsten. Die Schweizer Metasuche Etools bringt mehr Ergebnisse als Google allein und sorgt erst noch für mehr Privatsphäre. Sucht man nach Personen oder Telefonnummern in der Schweiz, so sind Directories und Search die ersten Adressen. Wer in den Weiten des Webs interessante Inhalte auf Französisch, Italienisch, Spanisch, Chinesisch oder Englisch findet und einem beim Lesen der Fremdsprachentexte mal wieder ein Wort nicht mehr geläufig ist, der wendet sich mit Vorteil an Leo, das Wörterbuchprojekt aus München mit dem wohl weltweit umfangreichsten Wörterschatz. Dank Preisvergleichsdiensten herrscht im Internet Transparenz. Bevor man die nächste Digicam anschafft, sollte man Toppreise oder Preissuchmaschine einen Besuch abstatten.
www.etools.ch; www.directories.ch; http://tel.search.ch; http://dict.leo.org; www.toppreise.ch; www.preissuchmaschine.ch
Speicher à gogo
Der selbst gedrehte Ferienfilm, die wichtige Powerpoint-Präsentation und die ultimative Lesezeichensammlung – alle diese Dokumente sind wertlos, wenn sie zu Hause auf der Festplatte schlummern und man selbst auf Achse ist. Über einen Datenspeicher im Netz sind solche Dokumente zugänglich, wenn man sie braucht und eine Internetverbindung hat. Der Klassiker ist GMX: Das Mediacenter steht jedem Nutzer eines kostenlosen Mailaccounts offen. Es fasst 1 GB Daten, erlaubt es über die Freigaben von anderen Anwendern, Daten herunterzuladen und kann dank WebDAV auch als Laufwerk in den Explorer von Windows oder den Finder beim Mac eingebunden werden. Die junge Konkurrenz zu GMX ist wua.la: Sie stammt aus der Schweiz und läuft im Browser oder als separates Programm. Das Spezielle an Wuala ist, dass es keinen zentralen Server gibt. Jeder Computer, der ins Wuala-Netz integriert wird, stellt anderen Speicherplatz zur Verfügung und kann im Gegenzug fremden Speicher nutzen. Man kann beliebig grosse Dateien hochladen, sei es ein kleines Word-Dokument oder ein 3 GB grosses Video.
www.gmx.ch; http://wua.la (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 17.09.2008, 15:20 Uhr


