300'000 iPads gehen über den Ladentisch
Der iPad werde den Markt umkrempeln, sagte Apple-Chef Steve Jobs im kalifornischen Cupertino. Bislang fristen Computer mit berührungsempfindlichen Bildschirm ein Nischendasein. Apple (AAPL 562.29 -0.54%) mit seiner Marketingmaschine will das nun ändern.
Am Samstag um 9 Uhr hatte der Verkauf in den 221 eigenen Läden und den 673 Geschäften des US-Elektronikhändlers Best Buy begonnen. Schon Stunden vorher warteten tausende Käufer auf den iPad.
Viele hatten das Gerät vorbestellt, andere versuchten es auf gut Glück. Auch am Sonntag - ein normaler Verkaufstag in den USA - hielt der Zulauf an.
Inszenierung mit Hilfe der Medien
Experten schätzten, dass am kompletten Wochenende bis zu 700'000 iPads den Besitzer wechselten. Das wäre mehr als erwartet. An einigen Verkaufsstellen wurden die Leute von zahlreichen TV-Teams aus dem In- und Ausland beobachtet.
Apple gelang wieder die Inszenierung: Extra bereitgestellte Mitarbeiter in blauen T-Shirts klatschen ohne Unterlass und heizten mit Jubelschreien die Stimmung an. Anfangs wurde jeder Kunde, der das gerade gekaufte iPad stolz über den Kopf hielt, mit Jubel von den noch Wartenden begrüsst.
Die Schlangen lösten sich allerdings rasch auf und am Ende des Tages waren in vielen Läden noch Geräte verfügbar. Das «Wall Street Journal» stellte daraufhin bereits die Frage, ob Apple mit dem iPad den Erfolg von iPod, iPhone und seinen Mac-Computern wiederholen kann.
Nochmals ein Versuch
Apple unternimmt mit dem iPad nach Ansicht vieler Experten ein riskantes Abenteuer. Schon vor zehn Jahren hatte Microsoft versucht, die Menschen für Tablet-Computer zu begeistern. Der Software-Konzern scheiterte.
Bislang waren die schlanken Tablet-Computer mit ihren Touchscreens den Kunden zu teuer, zu kompliziert und schienen kaum Vorteile gegenüber klassischen Notebooks zu haben. Apple setzt bei seiner Variante auf seinem erfolgreichen iPhone auf.
Dessen kleine Zusatzprogramme - sogenannte Apps - lassen sich auch auf dem iPad starten. Medienhäuser liefern elektronische Bücher, Videos oder Nachrichten-Seiten zu.
Kunden in Europa müssen sich noch etwas gedulden: Hier beginnt der Verkauf Ende Monat, wahrscheinlich am 24. April. Die Preise für Europa stehen noch nicht fest.
In den USA kostet die Einsteigervariante mit 16 GB Speicher und WLAN-Verbindung ins Internet 499 Dollar (528 Franken). Das Spitzenmodell mit 64 GB Speicher, WLAN- und schneller Mobilfunk- Anbindung liegt bei 829 Dollar (877 Franken).
Die Schätzungen, wie viele iPads im ersten Jahr abgesetzt werden können, klaffen weit auseinander. Sie reichen von 3 bis 7,1 Millionen Stück. Beim Start des iPhone-Handys vor drei Jahren hatte Apple am ersten Wochenende 270'000 Stück verkauft, im ersten Jahr waren es 6,1 Millionen. (bru/sda)
Erstellt: 05.04.2010, 21:17 Uhr
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