Abkassieren mit dem iPad
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Gute Nachrichten für die Medienbranche: Für Werbung in den iPad-Apps von Magazinen und Zeitungen wird bis zu fünf Mal so viel gezahlt wie für die gleiche Werbung auf einer normalen Website.
Das heisst jetzt nicht, dass das iPad der Rettungsanker für die vom Rückgang der Werbung arg gebeutelte US-Medienbranche ist, denn Online-Werbung macht immer noch nur einen Bruchteil des gesamten Werbeaufkommens aus.
Das Verlagswesen wird neu definiert
Aber erste Anzeichen deuten zumindest darauf hin, dass die Verlage mehr Geld mit der Werbung auf dem iPad machen können. Damit wächst auch die Hoffnung, dass die neuen Touchscreen-Lesegeräte zu höheren Werbeeinnahmen für die Medienbranche führen. Mit der Werbung in den iPad-Apps werde das Verlagswesen und auch die Art und Weise, wie Werbende mit dem Publikum kommunizieren, neu definiert, sagt Lou Cona, Vizepräsident der Conde Nast Media Group, zu der unter anderem Magazine wie «Vogue», «GQ» und «Wired» gehören.
Es muss aber noch einiges passieren, damit das iPad und die anderen jetzt auf den Markt drängenden Tablet-Computer zu einer relevanten Einkommensquelle für Werbung werden. Zum einen müssen noch mehr Leute bereit sein, längere Zeit für diese Medien-Apps Geld zu bezahlen. Viele kostenlose Artikel sind immer noch nur einen Mausklick entfernt, zum Beispiel über den Browser auf dem iPad. Gut möglich, dass bald viele Beiträge zunächst exklusiv in Apps erscheinen.
Auch auf dem Tablet ist der Werbeplatz begrenzt
Ein Grund für die niedrigen Anzeigenpreise im Internet ist auch, dass dort im Gegensatz zur Zeitung, wo es nur eine begrenzte Zahl von Seiten gibt, praktisch unendlich viel Platz zur Verfügung steht. Mit den Tablet-Versionen von Zeitungen ändert sich das wieder. Auch hier ist der Werbeplatz begrenzt. Zugleich gibt es in dem neuen Medium auch neue technische Möglichkeiten für Werbende, zum Beispiel durch die Einbettung von Fotoserien oder HD-Videos.
Die Zeitung «USA Today» konnte so für eine Anzeige der Hotelkette Marriott's fünf Mal so viel verlangen wie für die gleiche in der Online-Ausgabe des Blattes. Bei anderen Medien sah es ähnlich aus, wie Phuc Truong von der Mobile-Marketing-Firma Mobext erklärte. Viele Verlage hätten das doppelte oder vierfache für Anzeigen verlangt.
Eine Stunde für jede App-Ausgabe
Aber es gibt natürlich keine Garantie, dass das so bleibt. Derzeit sind vermutlich viele Nutzer auch einfach nur neugierig auf die neuen Anwendungen. Nicht jeder Klick auf Werbung ist vielleicht Absicht. Aber dafür ist die Verweildauer der Leser bei den iPad-Ausgaben deutlich länger. Wie Conde Nast erklärt, beschäftigt sich der durchschnittliche Leser 60 Minuten monatlich mit einer App-Ausgabe. Bei der Website Vanityfair.com sind es nur 2,1 Minuten im Monat, bei GQ.com 3,8 Minuten, wie das Marktforschungsunternehmen comScore erklärte. Der Klick als einziger Massstab für den Erfolg einer Werbung wird damit zumindest fraglich. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 10.06.2010, 18:37 Uhr

































































