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Coole Werkzeuge für Photoshop-Profis

Von Peter Zschunke, AP. Aktualisiert am 17.11.2009

Mit Pipette und Meissel an die Pixel-Masken: Was Sie mit den Plugins des Fotospezialisten Ononesoftware alles anstellen können.

Das Photoshop-Plugin Focalpoint von Ononesoftware bei der Arbeit: Der Focus wird mit einem Oval abgedeckt, die Stärke des Weichzeichner-Effekts wird mit den Fühlern des Focusbugs eingestellt.

Das Photoshop-Plugin Focalpoint von Ononesoftware bei der Arbeit: Der Focus wird mit einem Oval abgedeckt, die Stärke des Weichzeichner-Effekts wird mit den Fühlern des Focusbugs eingestellt.
Bild: Keystone

Der amerikanische Fotospezialist OnoneSoftware hat seine Werkzeuge zum Andocken für den Photoshop überarbeitet und erstmals in einer deutschsprachigen Version herausgebracht. Diese Plugins ergänzen das Bildbearbeitungsprogramm von Adobe um neue Funktionen oder beschleunigen Arbeitsgänge, die sonst mit viel Aufwand verbunden sind.

Für das Isolieren von einzelnen Motiven eines Fotos bietet sich das Plugin Mask Pro an. Das sogenannte Maskieren von Bildelementen gehört zu den häufigsten Arbeitsgängen in der digitalen Bildbearbeitung. Neben der Freistellung von Motiven geht es auch oft darum, einzelne Teile eines Fotos aufzuhellen, nachzuschärfen oder farblich anzupassen.

Arbeiten mit Pipetten...

Der Photoshop stellt dafür verschiedene «Lasso»-Werkzeuge und einen «Zauberstab» bereit. Dabei untersucht die Software den Kantenverlauf nach Kontrastwerten, was bei detailreichen Motiven wie einem Baum mit seinen Blättern oder einem Porträt mit reicher Haarpracht problematisch ist. Mask Pro analysiert nicht den Kantenverlauf, sondern die Farbwerte, um eine Bildmaske zu erstellen.

Das Werkzeug wird nach der Installation als Filter mit eigener Benutzeroberfläche bereitgestellt. Mit einer roten und einer grünen Pipette werden entlang der gewünschten Trennlinie diejenigen Farbwerte markiert, die erhalten und die entfernt werden sollen. Anschliessend wird ein «Magischer Pinsel» gewählt, mit dem man über den gewünschten Trennbereich fährt. Jetzt werden alle Bereiche transparent, die entfernt werden sollen. Unversehrt bleiben hingegen die Bildbestandteile mit den Farbwerten, die erhalten bleiben sollen.

...und Meissel

Im Test zeigt sich, dass dieser Vorgang sehr rechenintensiv ist. Auf einem Mac mit einem Intel Core 2 Duo kann man den «Magischen Pinsel» mit der Maus nur Schritt für Schritt weiterführen, um den Prozessor nicht zu überfordern. Aber schliesslich ist die Bildmaske komplett. Auch feinste Haare bleiben erhalten, sofern das Ausgangsfoto scharf ist.

Um der Maske den letzten Schliff zu geben, wird nun noch der Meissel angesetzt: Mit diesem Werkzeug lassen sich die Kanten einer Maske straffen, die noch Flecken der Hintergrundfarbe aufweist. Zuletzt wird die Kante noch mit dem Weichzeichner bearbeitet, damit sie im fertig bearbeiteten Bild keine unschönen Kontraste hinterlässt.

Peripheres wird weichgezeichnet

Der Umgang mit Mask Pro erfordert einige Übung, da dieses Werkzeug dem Photoshop-Profi eine Vielzahl von Spezialwerkzeugen in die Hand gibt, deren Einstellungen erst einmal ausprobiert werden wollen. Sehr viel intuitiver lässt sich das Plugin FocalPoint bedienen, mit dem periphere Bildbereiche weichgezeichnet werden.

Wird dieses Plugin aufgerufen, platziert sich ein Käfer mit vier Beinchen und zwei Fühlern auf dem Bild, der «Focusbug». Mit den Beinchen wird der Bildbereich für den Fokus bestimmt, der scharf bleiben soll. Art und Ausmass des Weichzeichner-Effekts für die übrigen Bildbereiche lassen sich mit den Fühlern bestimmen. Je nachdem wie weit und in welche Richtung sie gezogen werden, verändert sich der Effekt. Das Ergebnis wird sofort sichtbar.

Der Randbereich kann auch noch mit einer Körnung oder einer Vignette unterlegt werden, wobei man aber schnell des Guten zu viel tun kann. Am überzeugendsten sind die Ergebnisse, wenn man sich mit einer behutsamen Weichzeichnung begnügt.

«Fraktalskalierung» bläst Fotos zum Poster auf

Ein drittes Plugin kommt zum Einsatz, wenn ein digitales Bild auf Posterformat vergrössert werden soll. Die Genuine Fractals versprechen die Vergrösserung von Fotos um 1000 Prozent, ohne dass es dabei zu Schärfe- und Detailverlusten kommt. Bei der herkömmlichen Bildvergrösserung werden die Farbwerte benachbarter Pixel untersucht, um die zusätzlich erforderlichen Pixel zu berechnen. Das Plugin von Ononesoftware nutzt stattdessen die Technik der «Fraktalskalierung», bei der quadratische Pixelblöcke unterschiedlicher Grösse analysiert werden, um Kanten wie weiche Bereiche möglichst originalgetreu zu erhalten.

Die neue Version des Plugins bietet die Möglichkeit, ein vergrössertes Foto in einzelne «Kacheln» aufzuteilen, um sie auch auf einem A4-Drucker ausgeben zu können. Damit man das Poster danach aus den Einzelteilen zusammenkleben kann, werden die Kacheln auf Wunsch so ausgedruckt, dass sich die Seiten überschneiden.

Als Profi-Werkzeuge haben die Photoshop-Plugins von OnOneSoftware ihren entsprechenden Preis. Mask Pro und Focal Point kosten jeweils 140 Euro, die Genuine Fractals 160 Euro. Für alle drei Programme gibt es kostenlose Testversionen.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 17.11.2009, 08:24 Uhr

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