Das Tablet für 35 Dollar wird Realität

Ein indisches Unternehmen beginnt mit der Produktion der Hardware, die im Verkauf nur 35 Dollar kosten soll. Die erste Serie soll im Januar 2011 auf den Markt kommen.

Soll ab 2011 erhältlich sein: Erziehungsminister Kapil Sibal bei er Präsentation des 35-Dollar-Tablets im Juli dieses Jahres.

Soll ab 2011 erhältlich sein: Erziehungsminister Kapil Sibal bei er Präsentation des 35-Dollar-Tablets im Juli dieses Jahres. Bild: Keystone

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Der indische Erziehungsminister Kapil Sibal liess im Juli mit seiner Ankündigung des 35-Dollar-Tablets aufhorchen. Nun geht die Hardware tatsächlich in Produktion. Laut dem Tech-Blog Endgadget.com hat das indische Unternehmen HCL Technologies den Zuschlag erhalten. Angepeilter Liefertermin für die erste Serie ist der 10. Januar 2011. HCL hat bereits vor zwei Jahren mit dem damals billigsten Windows-Notebook auf sich aufmerksam gemacht.

Indiens Tablet-PC soll vor allem in Schulen und Universitäten zum Einsatz kommen und je nach Quelle mit Android oder Linux betrieben werden. Die Hardware mit Touchscreen, Webcam und WLAN ist vor allem für einfache Dinge wie Textverarbeitung, Surfen oder Videokonferenzen gedacht. Zudem gibt es die Möglichkeit, die Mini-Computer auch mit Solarenergie zu betreiben. Das Ladegerät soll in der Fläche nicht grösser sein als das Tablet selbst. «Das ist unsere Antwort auf den Hundert-Dollar-Laptop des MIT», sagte Erziehungsminister Sibal bei der Präsentation im Juli der Zeitung «Economic Times».

Zweifel an Preis

Bei Indiens Tablet-Plänen macht sich aber auch Skepsis breit. Wired.com merkte nach der Präsentation, dass man alleine schon für die benötigten Computerteile mehr bezahlen müsse. Möglich, dass Indien hier Hersteller HCL mit Subventionen unter die Arme greift. Kritisch wurde auch aufgenommen, dass US-Informatiker und MIT-Professor Nicholas Negroponte seine Mitarbeit anbot. Bei seinem eigenen Projekt «One Laptop per Child» sollte die Hardware eigentlich nur 100 Dollar kosten, ist am Ende aber doppelt so teuer geworden.

Kann HCL Technologies jedoch den angepeilten Tablet-Preis von 35 Dollar halten, würde man sich in Indiens Tradition mit Produkten und Dienstleistungen fortsetzen, die als die billigsten gelten - wie man das am Beispiel des Auto Nano bewiesen hat, das nur 2100 Dollar kostet. (ah)

Erstellt: 13.09.2010, 11:30 Uhr

Video der Präsentation

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