Das neue Google-Tablet im Alltagstest

Dieser Tage erscheint das neue Nexus 7 in der Schweiz. Digital-Redaktor Rafael Zeier hat das Gerät getestet. Ein Erfahrungsbericht.

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Das Nexus 7 war ein Jahr lang mein perfektes Tablet und mein bestes Lesegerät. Ich habe darauf mehrere Bücher und unzählige Artikel gelesen. Dazu kommen ein paar Filme und nicht wenige Folgen meiner Lieblingsserien. Doch das Tablet hat sich nicht nur als Konsumgerät bewährt, ich habe darauf auch mehrere Artikel geschrieben und noch mehr redigiert.

Als grosser iPad-Befürworter hatte ich das Nexus 7 im letzten August nur aus professioneller Neugierde gekauft. Hielt ich es doch für zu klein und den 7-Zoll-Bildschirm für zu langgezogen. Die Vorurteile hielten nicht lange. Es dauerte keinen Monat und das Nexus 7 wurde mein steter Begleiter. Mein iPad blieb immer öfter zu Hause auf dem Sofa liegen.

Daran änderte auch das iPad Mini nichts. Das ist mir bis heute zu gross für eine Hand und zu klein für zwei Hände. Das Nexus 7 dagegen liegt perfekt in der Hand und passt problemlos in jede Jacken-Innentasche.

Rutschige Rückseite

Entsprechend hoch waren meine Erwartungen an das neue Nexus 7, das dieser Tage in den Schweizer Handel kommt. Optisch wirkt der Nachfolger noch langgezogener. Auf der Seite wurde Rand eingespart, dafür oben und unten noch etwas angesetzt. Das wirkt aber nur so lange irritierend, bis man das Tablet in die Hand nimmt. Denn genau wie das alte Nexus 7 liegt auch das neue perfekt in der Hand.

Allerdings ist die Oberfläche der Rückseite nicht mehr ganz so griffig. Das zeigt sich daran, dass man das Tablet entweder nicht zu steil halten darf oder es mit dem Handballen abstützen muss. Ebenfalls ist es nicht einfach, wenn das Tablet auf einem Tisch liegt, in Google Maps die Karte mit zwei Fingern zu drehen, da das Tablet sich mitdreht.

Fantastischer Bildschirm

Abgesehen von der nicht sonderlich rutschfesten Rückseite fanden sich im Alltagstest keine weiteren Nachteile. In allen anderen Belangen ist das neue Nexus dem Vorgänger überlegen. Es ist leichter, sieht ohne den Plastik-Metall-Rand deutlich hochwertiger aus, ist schneller und vor allem ist der Bildschirm fantastisch. Man sieht keine Pixel mehr und die Farben sind schön ausbalanciert.

Egal ob Fotos, Videos oder einfach nur Text, der Bildschirm ist das Kaufargument Nummer 1 des neuen Google-Tablets. Weitere Neuerungen wie die Kamera auf der Rückseite und die besseren Lautsprecher sind nett, aber nicht bahnbrechend. Der Akku hält, wie schon beim Vorgänger, bei häufiger Nutzung einen Tag durch – bei gelegentlicher deutlich länger.

Auf der Softwareseite läuft auf dem neuen Nexus 7 die aktuellste Android-Version – und das zum Glück ohne unnötige Eigenentwicklungen, die Android-Tablets anderer Hersteller mit sich bringen. Da das Tablet zur Nexus-Reihe von Google gehört, dürfte es auch vor anderen Geräten die neusten Android-Updates bekommen.

Das Argument, dass es für Android weniger Apps gibt, die speziell für Tablets optimiert wurden, hat mich bei meinem einjährigen Nexus 7 nie gestört. Allerdings nutze ich auch nur eine Handvoll davon wirklich regelmässig. Die sind zwar nicht so elegant und intuitiv wie beim iPad, bieten dafür aber häufig mehr Möglichkeiten.

Fazit

Werde ich mir das neue Nexus 7 kaufen? Vermutlich nicht sofort, da ich mein altes lieber in der Hand halte und mit der Arbeitsgeschwindigkeit (s. Box) immer noch zufrieden bin. Wie lange ich als Vielleser aber dem neuen Bildschirm widerstehen kann, bleibt abzuwarten. Wer allerdings jetzt auf der Suche nach einem Tablet ist, sollte das neue Nexus 7 unbedingt in seine Überlegungen einbeziehen.

Das Nexus 7 von Google/Asus mit 32 GB Speicherplatz kostet 329 Franken. Möchte man zusätzlich per Handynetz Daten empfangen, gibt es eine LTE-Version für 399 Franken. Wer allerdings ein Handy-Abo mit Datenflatrate hat, dürfte – Hotspot-Funktion sei Dank – mit der ersten Variante gut beraten sein. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

(Erstellt: 22.08.2013, 08:16 Uhr)

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