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Das verspricht Googles «Anti-Windows»

Aktualisiert am 08.07.2009

Simpler, schneller ins Web, automatische Virenabwehr: Das sind drei Kernmerkmale des geplanten Google-Betriebssystems.

Google wird bei seiner Attacke auf Microsoft nicht auf einen unflexiblen und innovationsfeindlichen Widersacher stossen.

Google wird bei seiner Attacke auf Microsoft nicht auf einen unflexiblen und innovationsfeindlichen Widersacher stossen.

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Immer mächtiger

Für Google könnte der Einstieg ins Geschäft mit Betriebssystemen auch ein verschärftes Interesse von Wettbewerbshütern bedeuten. Bereits jetzt fragen sich einige Regulierer, ob Google mit der dominierenden Position im Online-Werbegeschäft nicht zu mächtig geworden ist.

Google fügte Microsoft bereits zahlreiche Nadelstiche zu: Mit kostenlosen Web-basierten Büro-Anwendungen macht Google den teuren Office-Paketen von Microsoft Konkurrenz. Der Browser Chrome hat Microsofts Internet Explorer im Visier, konnte bisher jedoch nur geringe Marktanteile gewinnen.

Bei dem lukrativen Geschäft mit Online-Werbung im Umfeld der Internet-Suche liegt Microsoft bisher weit abgeschlagen hinter Google - auch wenn der Softwaregigant den Abstand mit seiner neuen Suchmaschine Bing ein wenig verringern konnte.

An der Börse hat in diesem Jahr Google bislang die Nase weit vorne: Die Papiere des Suchmaschinenanbieters stiegen seit Jahresanfang um 29 Prozent. Microsoft musste sich in diesem Zeitraum mit plus 16 Prozent zufriedengeben.

Der Suchmaschinenbetreiber Google will noch in diesem Jahr ein eigenes Betriebssystem auf den Markt bringen (Tagesanzeiger.ch/Newsnet berichtete). Die Versprechen von Google für Chrome OS klingen verlockend:

  • Internet-Anwender sollen künftig nach dem Einschalten des Computers sofort auf ihre E-Mails zugreifen oder im Web surfen können, ohne erst minutenlang darauf zu warten, dass der Rechner vollständig hochgefahren ist.
  • Das neue Betriebssystem sei für Menschen gedacht, die die meiste Zeit im Internet verbringen.
  • Um die Abwehr von Angriffen durch Computerviren oder anderen Attacken sollen sich die PC-Nutzer künftig auch nicht mehr kümmern müssen, wenn sie das Betriebssystem Google Chrome statt Windows verwenden.
  • Die Bedienoberfläche werde sparsam gestaltet: Sie soll den Anwendern nicht im Weg stehen; der Hauptteil der Aktivitäten finde im Web statt.

«Spiegel Online» spricht darum schon von einem «Anti-Windows». Das neue Google-Betriebssystem soll von der zweiten Jahreshälfte 2010 an zunächst auf kleineren Laptops (Netbooks) zum Einsatz kommen. Es baut auf dem Webbrowser Chrome auf, der laut Google derzeit von über 30 Millionen Menschen regelmässig genutzt wird, um sich im Internet zu bewegen.

Chrome liegt hinter Konkurrenz zurück

30 Millionen Nutzer klingt viel, aber mit einem niedrigen einstelligen Marktanteil weltweit liegt Chrome im Wettstreit gegen den Internet Explorer von Microsoft und andere Konkurrenten wie Firefox und Safari von Apple weit abgeschlagen ganz hinten.

Gleichwohl glauben manche Beobachter, dass Google die Strukturen der PC-Industrie durcheinanderbringen kann. «Es besteht die Möglichkeit, dass das neue Betriebssystem das Paradigma brechen kann, das Microsoft und Intel in den vergangenen 20 Jahren geschaffen haben», sagte Yukihiko Shimada, Analyst von Mitsubishi UFJ Securities in Tokio.

Der Experte spielt darauf an, dass sich die Windows-Software von Microsoft und die Mikroprozessoren von Intel seit den 80er Jahren als Quasistandard in der Computerbranche durchgesetzt haben. «Es gibt viele Geschäftsmöglichkeiten für Google in diesem Markt.»

Microsoft hat an Dynamik gewonnen

Google wird bei seiner Attacke auf Microsoft aber nicht auf einen unflexiblen und innovationsfeindlichen Widersacher stossen, wie der Softwaregigant von manchen Akteuren im kalifornischen Silicon Valley eingeschätzt wird.

Seit dem Amtsantritt von Ray Ozzie als Nachfolger von «Chief Software Architect» Bill Gates hat sich bei Microsoft einiges verändert. Das kann man auch am neuen Microsoft-Betriebssystem Windows 7 sehen. Es hat schon in der Vorabversion im Gegensatz zum aufgeblasenen Vorgänger Windows Vista gute Noten in den Testberichten erhalten.

Google gibt Software frei

Google veröffentlicht die Software von Chrome OS als Open Source. Damit entfallen die Lizenzgebühren für die PC-Hersteller und Microsoft wird in seinen Preisverhandlungen mit den Hardware- Partnern weiter unter Druck gesetzt, denn Windows ist nicht kostenlos zu haben.

Ausserdem haben die PC-Produzenten die Möglichkeit, das Google- System frei nach ihren Vorstellungen anzupassen und zu erweitern, was bei Windows nur bedingt möglich ist. Da der Marktstart von Google Chrome OS erst in einem Jahr ansteht, hat Microsoft aber noch viel Zeit, sich auf den neuen Konkurrenten einzustellen. (rek/sda)

Erstellt: 08.07.2009, 16:22 Uhr

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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.

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