Flach, stylish, schnell – und zu teuer

Was dem Apple-Fan das MacBook Air, ist der «Generation PC» das Ultrabook. Die ersten Modelle verschiedener Hersteller sind jetzt im Handel. Doch da gibt es ein Problem.

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Der Umsatz mit Personal-Computern sinkt sowohl in der Schweiz als auch in Europa zweistellig (Tagesanzeiger.ch/Newsnet berichtete). Ultrabooks gelten als Hoffnungsträger für die gebeutelte PC-Branche. Rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft haben diverse Hersteller solche Notebook-Geräte auf den Markt gebracht, die laut Vorgaben des Chipherstellers Intel (INTC 37.02 2.15%) bei einer Bildschirmdiagonalen bis 13 Zoll nicht dicker als 1,8 Zentimeter und höchstens 1400 Gramm schwer sein dürfen.

«Sozusagen das Windows-Pendant zum MacBook Air»

Als Vorbild für die erstmals im Frühling vorgestellte Mobilcomputer-Kategorie gilt das vor vier Jahren gezeigte MacBook Air von Apple (AAPL 112.65 2.96%) (siehe Bildstrecke): «Design, Mobilität und Leistung vereint in einem Gerät – Ultrabooks sind sozusagen das Windows-Pendant zum MacBook Air», sagt etwa Andrea Bergmann von Interdiscount.

Für Media-Markt-Sprecherin Séverine de Rougemont sind Ultrabooks «eine sinnvolle Erweiterung unseres Notebook-Sortimentes: Insbesondere das coole Design gepaart mit hoher Leistung erfüllt genau die Wünsche unserer Kunden». Für den Erfolg von Ultrabooks spricht laut Bergmann von Konkurrent Interdiscount, dass sie mit «sehr stark mobil geprägten Eigenschaften am Puls der Zeit liegen und zu den Bedürfnissen der immer mobiler werdenden Generation passen».

Eher ein Nischen-Produkt

Zurückhaltender äussert sich das Migros-Unternehmen M-Electronics: «Zurzeit sind die Geräte eher Nischen-Produkte und machen einen sehr kleinen Teil des Gesamtvolumens aus», so Sprecherin Monika Weibel. Trotzdem schliesst auch sie einen Durchbruch nicht aus: «Die Mobilität, Schnelligkeit und letztlich die sinkenden Beschaffungskosten werden die Produkte für den Kunden attraktiver machen.»

Tatsächlich weisen die Geräte einen zentralen Nachteil auf: Sie sind für viele Konsumenten noch zu teuer:

  • Bei M-Electronics bewegen sich die Preise für entsprechende Geräte von Samsung (SMSD 373.65 4.24%) und Asus mit einer 13-Zoll-Diagonalen (das entspricht 33-Zentimetern) je nach Konfiguration zwischen 1400 und 1800 Franken.
  • Online-Händler Digitec verlangt zwischen 1000 und 1700 Franken.
  • Bei Media-Markt kosten die Ultrabooks der Marken Acer, Asus und Toshiba (TOSH 4.25 0.47%) zwischen 900 und 1800 Franken.
  • Bei Interdiscount, das derzeit Ultrabooks der Marken Asus und Acer vertreibt, muss der Käufer zwischen 850 und 1400 Franken hinblättern.

Zurückhaltende Marktforscher

Ultrabooks, spekulierte Tagesanzeiger.ch/Newsnet darum bereits im Sommer, dürften es darum schwer haben, einen neuen Massenmarkt zu erschliessen – zumal nicht mal die iPad-Zweitgeneration inklusive physischer Tastatur einen vierstelligen Betrag kostet und für das billigste MacBook Air knapp über 1000 Franken bezahlt werden muss.

Mittlerweile geben sich darum Marktforscher zurückhaltender in ihren Prognosen als auch schon: Laut einer Studie von IHS iSupply könnte der Ultrabook-Anteil im gesamten Notebook-Segment zwar auf 40 Prozent steigen – allerdings erst im Jahr 2015.

Preissenkung angekündigt

Intel ist sich dieses Problems offenbar bewusst: Laut einem Bericht des IT-Magazins «Digitimes» streben verschiedene Hersteller eine Preissenkung an: Bis Ende Jahr sollen die Preise dank einer Preissubvention von Intel bis unter 1000 Dollar sinken, in den ersten Monaten des kommenden Jahres werde eine weitere Preisreduktion von 5 bis 10 Prozent angestrebt. Längerfristig strebt Intel-Chef Paul Otellini gemäss Informationen von Xbit Labs eine Preisspanne von 700 bis 800 Dollar an.

Nicht nur an der Preisfront darf man Änderungen erwarten: Um Nutzer, welche sich an berührungsempfindliche Bildschirme gewöhnt haben, zum Umstieg vom Tablet auf das Ultrabook zu bewegen, will Otellini laut Xbit Labs 2012 Touchscreen-Ultrabooks lancieren. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

(Erstellt: 01.12.2011, 12:27 Uhr)

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