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Für jeden Fotografen die richtige Kamera

Von Fritz Lehmann. Aktualisiert am 23.11.2011 4 Kommentare

Drei unterschiedliche Fotoapparate, drei unterschiedliche Anwendungsgebiete. Von den Neuheiten dieses Herbstes hat die Redaktion drei Modelle herausgepickt und getestet.

Die Spiegelreflexkamera Sony Alpha 77.

Die Spiegelreflexkamera Sony Alpha 77.
Bild: zvg

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Die Kompaktkamera Canon Powershot S100. (Bild: zvg)

Die Systemkamera von Nikon, die V1. (Bild: zvg)

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Welche Kamera solls denn sein? Nie war die Auswahl , die Qual der Wahl grösser. Dass die meisten Fotogeräte auch noch mehr oder weniger gute Filme in HD- oder sogar Full-HD-Qualität produzieren, macht die Sache nicht einfacher. Immerhin: Wir testeten die Sony Alpha 77, die Nikon V1 und die Canon Powershot S100.

Das Profigerät

Die wuchtigste Neuerscheinung ist die Sony Alpha 77: Schon das staub- und spritzwassergeschützte Gehäuse aus einer Magnesiumlegierung ruft nach einer erfahrenen Fotografenhand. Schraubt man dann noch ein so gutes wie teures Objektiv der deutschen Optik-Edelschmiede Carl-Zeiss drauf, hält man gut anderthalb Kilo in den Fingern. Auf dem Sensor im APS-C-Format drängen sich ganze 24 Millionen Pixel. Doch keine Sorge, die Kamera verwertet diese dank neuem Prozessor exzellent. An der Bildqualität brauchen auch Kenner nicht zu zweifeln. Der grösste Unterschied zu einer klassischen Spiegelreflexkamera ist aber, dass diese Kamera keinen beweglichen Spiegel mehr hat, sondern einen feststehenden, lichtdurchlässigen. Sony nennt dies die «Translucent Mirror»-Technologie – sie kam bereits in Vorgängermodellen zum Einsatz.

Für die Bildkomposition bedient sich die Kamera eines hochauflösenden, digitalen Suchers mit 2,3 Millionen Bildpunkten. Dieser deckt ein Bildfeld von hundert Prozent ab und ist kaum mehr von einem klassischen Sucher mit Glasprisma zu unterscheiden. Ein weiteres Highlight ist die Geschwindigkeit: Der CMOS-Sensor schaufelt in Kombination mit dem Bildprozessor zwölf Serienaufnahmen in der Sekunde auf die Speicherkarte.

Die Grenzgängerin

Die zweite grosse Neuerscheinung in diesem Kameraherbst ist die Nikon V1. Dabei handelt es sich um eine sogenannte Systemkamera, wie sie die Hersteller Olympus oder Panasonic schon länger erfolgreich im Portfolio haben. Nun ist auch Nikon als einer der grossen Hersteller in dieses Segment eingestiegen. Der Vorteil: Die kleinen Kameras weisen einen grösseren Bildsensor als Kompaktmodelle auf und bieten dennoch die Möglichkeit des Objektivwechsels. Die V1 ist ein gutes Gerät mit einer für diese Klasse überdurchschnittlichen Bildqualität. Dies ist sicher auch der etwas bescheidenen Auflösung von gut 10 Megapixeln zu verdanken. Die Geschwindigkeit des AF und der Serienbildfunktion setzt in dieser Klasse Massstäbe. Die Verarbeitung ist wie bei Nikon gewohnt in guter Qualität, das Metallgehäuse liegt gut in der Hand. Die V1 gibt es in den Farben Schwarz und Weiss, die kleinere Schwester J1, die als Hauptunterschied keinen Sucher aufweist, in drei weiteren Farben einschliesslich Pink.

Das getestete Objektiv mit 10 bis 30 Millimeter Brennweite (entspricht 27–81 mm beim Kleinbild) macht seine Sache gut. Jedoch wäre etwas mehr Lichtstärke wünschenswert, Nikon hat eine entsprechende Festbrennweite bereits im Programm. Der elektronische Sucher ist im Übrigen sehr hilfreich und bei viel Sonne und starken Kontrasten ein wahrer Segen. Mit einem Display auf der Rückseite stösst man in solchen Lichtverhältnissen oft an die Grenzen. Für die Kamera gibt es sowohl einen Anschluss für Blitzgeräte als auch einen Adapter für die Weiterverwendung von älteren Nikon-Spiegelreflexobjektiven. Die Bedienung ist eher menülastig, Schalter und Knöpfe gibt es wenige.

Die Handschmeichlerin

Der kleinste Probandin im Testfeld war die Canon Powershot s100. Mit einer Dicke von 26,7 Millimetern und einem Gewicht von gerade einmal 198 Gramm inklusive Akku und Speicherkarte ist sie eine wahre Handschmeichlerin und sollte dieser Tage auf den Markt kommen. Eine Klasse für sich ist das Objektiv, mit einer Anfangsbrennweite von 24 Millimetern und 2.0 Lichtstärke ist sie auch bei schlechten Lichtbedingungen eine Empfehlung wert. Der Sensor mit 12 Megapixeln soll auch noch bis ISO 6400 brauchbare Fotos abliefern. Das grösste Plus: Mit der Kamera lassen sich Fotos neben JPEG auch im Rohformat RAW aufnehmen. Das bietet grössere Möglichkeiten bei der nachträglichen digitalen Bildbearbeitung.

Die unverbindlichen Preisempfehlungen für die Testgeräte lauten: Nikon V1 (mit Objektiv 10-30 mm, Fr.1028.–), Sony Alpha 77 (mit Zeiss 16–50 mm, Fr.2298.–), Canon Powershot S100 (Fr.548.–).

(Berner Zeitung)

Erstellt: 22.11.2011, 21:43 Uhr

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4 Kommentare

Karl Lustenberger

23.11.2011, 14:12 Uhr
Melden 5 Empfehlung

Durch den halbdurchlässigen Spiegel verschenkt man ohne Not Lichtstärke. Die dadurch nötige höhere Verstärkung steigert auch das Bildrauschen. Dieses lässt sich leider auch mit der besten Nachbearbeitung nicht mehr vollständig entfernen, denn es sind tatsächlich Bildinformationen, die fehlen. Bei 1.5kg und diesem Preis wäre eine anständige Spiegelmechanik schon dringelegen. Für mich ein No-go! Antworten


Matthias Kamber

23.11.2011, 21:06 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Ich verfolgte die Lancierung der A77 etwa über ein Jahr. Zuerst aus der Gerüchteküche kamen laufend mehr Details ans Tageslicht. Die ersten Tester der A77 Prototypen waren zumeist hell begeistert. Die A77 ist ja keine SLR mehr, sondern eine SLT. Ich hatte die Kamera in der Hand und ziehe sie für mich in Betracht. TMT hat sowohl Vorteile (speed) wie auch Verbesserungspotential (Lichtstärke). Antworten



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