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Reto Knobel
Ressortleiter Digital
Intel outside
Aktualisiert am 08.11.2012 51 Kommentare
Quellen
Apple muss zahlen
Apple soll der kleinen Firma Virnetx nach einem Gerichtsbeschluss 368,2 Millionen Dollar für Patentverletzungen zahlen. Das entschieden Geschworene im US-Staat Texas.
In dem Fall ging es vor allem um Technologien für die sichere Online-Verbindung (VPN) bei Apples Videotelefonie-Dienst Facetime. Die Geschworenen stellten eine Verletzung von vier Virnetx-Patenten auf breiter Front fest, wie aus am Mittwoch veröffentlichten Gerichtsunterlagen hervorgeht.
Apple behauptet, bei Facetime eine andere Lösung als die von Virnetx geschützte gefunden zu haben. Die Firma wollte ursprünglich mehr als 700 Millionen Dollar haben. Sie hatte 2010 bereits ein Verfahren gegen Microsoft mit einem Vergleich über 200 Millionen Dollar beendet. Am Dienstag reichte Virnetx zudem eine weitere ähnliche Klage gegen Apple ein, wie aus Gerichtsunterlagen hervorgeht. (SDA)
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Glaubt man den Worten von Dan Crow, hat Apple (AAPL 442.4 -0.12%) den Höhepunkt erreicht. In einem vielbeachteten Artikel der Zeitung «The Guardian» rechnet der ehemalige Softwareingenieur und Engineering Manager von Apple mit der Unternehmensführung von Steve-Jobs-Nachfolger Tim Cook ab, dem er «ernste strukturelle Fehler» unterstellt.
iOS für alle Geräte
Zwar werde der iPhone-Hersteller auch weiterhin erfolgreich wirtschaften, an die Erfolge früherer Zeiten werde der Apfel-Konzern jedoch nie mehr anknüpfen können. Tatsächlich hat die Aktie des Unternehmens seit Mitte September ein Fünftel ihres Wertes verloren.
Nicht dass Apple untätig bliebe: Ende Oktober gab der Konzern nach mehreren Flops (Siri, Ping, Apple Maps) den Umbau der Führungsspitze bekannt (Tagesanzeiger.ch/Newsnet berichtete). Auf der technischen Seite wiederum macht es den Anschein, als ob Cupertino die Vereinheitlichung der Produktplattform perfektionieren wolle.
Welches wären die Vorteile?
Um dieses Ziel zu erreichen, strebe Tim Cook an, auf Mac-Computern künftig eigene Prozessoren einzusetzen und darum die Abhängigkeit von Intel (INTC 18.65 -0.26%) zu verringern, wie Bloomberg berichtet.
Die Fokussierung auf sogenannte ARM-Chips brächte Apple und den Kunden mehrere Vorteile: Unter anderem brauchen Prozessoren mit diesem Design weniger Strom, sind billiger und geräteübergreifende Applikationen müssten nur für eine Chip-Architektur entwickelt werden.
Kurzfristig keine Ablösung möglich
Für den Technologie-Analysten Christian Fröhlich von der Zürcher Kantonalbank bietet eine Abkehr von Intel zumindest gewisse Vorteile. Anders als Microsoft mit Windows 8 habe Apple noch kein Betriebssystem, das sowohl für Tablets wie auch für leistungsfähige Desktops und Notebooks geeignet sei. «Wenn Apple das iOS für Mobilgeräte zum neuen Betriebssystem für das komplette Produktsortiment ausbauen würde, wäre ein Wechsel auf ARM-Prozessoren naheliegend, da iOS zumindest bisher nur mit ARM-Technologie kompatibel war und nicht mit Intels x86-Technologie.» Zudem entwickle Apple bereits heute die Prozessoren für das iPhone und das iPad, verfüge also über gutes Know-how. So gesehen sei eine Ablösung von Intel «durchaus denkbar».
Allerdings könnte Apple mit dem Ersatz von Intel-Prozessoren in hochwertigen Notebooks und Desktops frühestens ab 2014 beginnen, wenn leistungsfähigere ARM-Prozessorstandards verfügbar werden, ist Fröhlich überzeugt. Was wären die Folgen für Intel? Apples Weltmarktanteil bei Notebooks und PCs falle mit rund fünf Prozent für Intel eigentlich kaum ins Gewicht, hält der Experte fest. Allerdings wäre es für Intel natürlich ein «grosses Problem, wenn andere PC-Hersteller ebenfalls auf ARM-Prozessoren umsteigen würden».
«Grosse Margenrisiken» für Intel
Intel, so Fröhlich, habe stark vom bisherigen Duopol mit dem viel kleineren und finanziell schwachen US-Unternehmen AMD profitiert. Mit dem Aufstieg von ARM-basierten Tablets und dem auf ARM ausgerichteten Windows RT werde dieses Duopol aber aufgebrochen. Zusätzlich dürfte ARM Intel ab 2014 dank 64-Bit-Technologie auch bei leistungsfähigeren Prozessoren massgeblich konkurrenzieren. Diese strukturelle Verschärfung des Wettbewerbs berge «grosse Margenrisiken» für Intel.
«Intel befindet sich im Umbruch», hält auch Credit-Suisse-Analyst Ulrich Kaiser fest. «Weltweit stagnieren die PC-Verkäufe, wovon Intel mit rund 80 Prozent Marktanteil bei den Mikrochips betroffen ist. In ihrem wichtigsten Geschäftsbereich Mikrochips für Server regt sich zusehends Konkurrenz. In mobilen Endgeräten, wo das grösste Wachstum zu beobachten ist, spielt Intel noch keine grosse Rolle.»
Für Intel ist noch nichts verloren
Andererseits liege das Unternehmen, was die technologische Entwicklung betreffe, deutlich vor der Konkurrenz. «Sollte sich Intel entscheiden, Abschläge bei der Bruttomarge in Kauf zu nehmen, könnten es Hersteller von mobilen Endgeräten – auch Apple – schnell für Intelchips erwärmen.»
Der operative Schaden für Intel, sollte Apple tatsächlich Intel-Prozessoren von ihren Geräten verbannen, würde sich laut Kaiser in Grenzen halten. Strategisch indes würden Intel grosse Nachteil erwachsen. Unter anderem darum, weil Apple ein wichtiger Referenzkunde sei und bei den schwachen PC-Verkäufen der relative Anteil von Laptops zunehme.
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 08.11.2012, 12:01 Uhr
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51 Kommentare
Ob eine Abkehr von Intel und ein Zusammenlegen von OS X und iOS wirklich die gute Lösung ist, wage ich aktuell (noch) zu bezweifeln...
Bezüglich Absturz an der Börse - dass Apple mal die viel zu hoch gesteckten Erwartungen der Analysten nicht mehr erfüllen kann, war vorhersehbar. Analystenerwartungen haben vielfach leider sehr wenig mit der Realität zu tun...
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