«Intimer als ein Laptop und fähiger als ein Smartphone»

Von Peter Zschunke, DDP. Aktualisiert am 27.01.2010

Selten ist ein technisches Gerät mit so viel Inbrunst erwartet worden wie dieser iPad: Steve Jobs erfüllte die meisten Erwartungen.

1/19 Vielleicht währt die Freude nur kurz – auch der iPad ist kein Wunderding.
Bild: Reuters

«Ein magisches und revolutionäres Produkt» Das Warten hat ein Ende 500 Dollar für einen Spiegel?« Eher nicht»

   

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Die iPad-Präsentation

Der iPad soll die Lücke schliessen zwischen Handy und Laptop (Tagesanzeiger.ch/Newsnet berichtete live). Ob das auch gelingt, ist eine offene Frage. Bisher war dem Tablet-PC - zumeist mit dem Microsoft-Betriebssystem Windows ausgestattet - kein grosser Erfolg beschieden. Besseren Absatz fanden die kleinen Netbooks, die ab Anfang 2008 auch aufgrund des geringeren Preises den PC-Markt aufgemischt haben.

Aber Steve Jobs lässt es sich nicht nehmen, seine Präsentation mit einem kleinen Seitenhieb auf die Netbooks zu beginnen. Der iPad will etwas anderes sein. Zwar entspricht der Bildschirm mit 9,7 Zoll den Netbook-Massen, aber der iPad soll natürlich viel cooler sein und vor allem mit seiner Software glänzen. Dabei profitiert Apple (AAPL 562.6 -0.48%) von seiner Anziehungskraft auf die Entwickler, die zahllose Anwendungen für das iPhone programmiert haben. Und diese laufen auch auf dem iPad.

Eigener Apple-Shop für E-Books

Neben Web, E-Mail, Video und Gaming gilt das besondere Augenmerk den E-Books. Apple tritt damit in Konkurrenz zum Kindle von Amazon sowie zu den E-Book-Readern von Sony und anderen Herstellern. Bei der Präsentation in San Francisco zeigte Martin Nisenholtz von der «New York Times», wie seine Zeitung auf dem iPad gelesen werden kann. «Wir denken, wir haben das Wesen des Zeitunglesens eingefangen», sagte Nisenholtz. So entspricht das Bildschirm-Layout weitgehend dem der gedruckten Ausgabe, ergänzt um interaktive Möglichkeiten.

Für die Lektüre von E-Books stellte Apple eine eigene Anwendung für den iPad mit der Bezeichnung iBooks vor. «Amazon hat hier eine grossartige Pionierleistung erbracht», lobte Jobs. «Wir stehen da auf ihren Schultern.»

Der Unterschied zum Kindle

Ähnlich wie der Musik-Shop iTunes startet Apple nun auch für digitale Bücher einen eigenen Internet-Laden, den iBook Store. Dafür wurden zunächst fünf grosse Verlagsgruppen als Partner gewonnen, darunter Penguin und Hachette. Im Unterschied zum Kindle nutzt Apple den verbreiteten EPUB-Standard, der auch von Sony und anderen Herstellern bevorzugt wird.

Der flache Computer mit einer Höhe von 1,25 Zentimetern und einem Gewicht von 680 Gramm wird von einem neuen Prozessor mit einer Taktrate von einem Gigahertz betrieben. Die Daten werden auf einem Flash-Speicher - ähnlich der Speichertechnik eines USB-Sticks abgelegt, der je nach Modell einen Umfang von 16 bis 64 Gigabyte hat. Für die Verbindung ins Internet sorgt die drahtlose WLAN-Technik. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 27.01.2010, 23:05 Uhr

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