Maximaler Minimakel

Klein und handlich: Das sind die Pluspunkte des iPad mini. Das Display indes enttäuscht. Ein weltweit führender Bildschirmtechniker hat das Gerät nun einem Vergleichstest unter Laborbedingungen unterzogen.

Dem iPad ebenbürtig, ausser beim Bildschirm: iPad mini.
Video: Jan Derrer

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Das iPad mini ist handlicher und leichter als die bisherigen iPads. Unser Tester war darum – mit Abstrichen – zufrieden mit dem Gerät, welches seit kurzem in der Schweiz erhältlich ist (siehe Video oben). Der grösste Makel ist der Verzicht auf das Retina-Display.

Doch ist die Beschränkung auf 768 mal 1024 Pixel (163 dpi) eine so grosse Schwäche, dass man Interessierten abraten sollte, das iPad mini zu erwerben? Der Mann, der diese Frage wohl am umfassendsten beantworten kann, heisst Raymond Soneira von Displaymate.com. Der weltweit führende Bildschirmexperte hat Apples (AAPL 102.5 0.24%) Klein-Tablet unter Laborbedingungen mit den Konkurrenten Amazon (AMZN 339.04 -0.29%) Kindle Fire HD sowie Google (GOOG 582.36 0.35%) Nexus 7 verglichen.

Probleme mit kleinen Schriften

Aufgrund der Tatsache, dass die Displays sowohl des Amazon- als auch des Google-Tablets 53 ppi mehr aufweisen, hat das iPad mini in der Kategorie Auflösung keine Chance. «Sowohl das Kindle Fire HD als auch das Nexus 7 haben deutlich schärfere Displays (...)», Texte liessen sich auf ihnen besser lesen, hält Soneira fest. Vor allem kleine Schriften wirken laut Soneira auf dem iPad mini etwas verschwommen.

Ganz schlecht schneidet die Apfel-Hardware in der Kategorie Reflexionen ab. Soneiras Resultaten zufolge reflektiert das iPad mini 53 Prozent mehr Licht aus der Umgebung als das Google-Tablet und 41 Prozent mehr als das Amazon-Gerät. Die Oberfläche des iPad mini blendet also stark. Ebenfalls schlechter sind Helligkeit und Kontrast. Zudem wurde die Akkulaufzeit bei eingeschaltetem Bildschirm überprüft: Hier ging die Krone an das Google Nexus 7.

Der Verzicht auf den Kompromiss

Soneira hat für die Verwendung dürftiger technischer Spezifikationen indes durchaus Verständnis. Eine Retina-Auflösung, wie sie etwa das iPad der dritten Generation (2048 mal 1536 Pixel) bietet, hätte das Gerät zu teuer gemacht. Allerdings hätte Apple in den Augen Soneiras mit einer Auflösung von 1280 mal 960 Pixeln einen Mittelweg finden können. Warum Cupertino so grosse Abstriche macht, ist ihm ein Rätsel.

«Das iPad mini ist sicher ein taugliches Tablet», so Soneiras Fazit, «aber das Gerät passt nicht zur Tradition Apples, das beste Display oder zumindest ein sehr gutes Display anzubieten (...). Schlimmer noch: Die Bildschirme anderer Mini-Tablets von Amazon und Google übertreffen das iPad mini in fast allen Untersuchungen.»

Wie gut sich das Mini-Tablet von Apple verkauft, verrät der Konzern nicht. Zeitgleich mit der Lancierung des kleineren iPads wurde auch die vierte Generation des «normalen» Tablets mit 9,7 Zoll Bildschirm in den Handel gebracht. Insgesamt (ohne Aufschlüsselung der Gerätekategorie) soll Cupertino am Wochenende nach dem Launch drei Millionen neue iPads abgesetzt haben.

Die Studie im Detail finden Sie hier.

(rek)

(Erstellt: 07.11.2012, 14:20 Uhr)

Triumvirat der Klein-Tablets: Amazon Kindle Fire HD, Google Nexus 7, Apple iPad mini. (Bild: Displaymate.com)

Raymond Soneira.

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