Neuer PC: Bitte berühren!
Von Christian Bütikofer. Aktualisiert am 02.12.2008
Links
Seit Apple mit dem iPhone das «Berühr-Mich»-Konzept bei Handys salonfähig machte, kommt kein Unternehmen mehr an den berührungsempfindlichen Mobiltelefonen vorbei.
Nun versucht Asus Anfang 2009 diesen Trend in die Computer-Branche zu übertragen. Obs gelingt, ist offen. Die Chancen stehen wohl nicht schlecht, hat doch die Firma bereits dieses Jahr mit dem Eee-PC einen guten Riecher bewiesen: Das minimalistische Billig-Notebook trat die Welle der Kleinstnotebooks (Netbooks) los, die alle Mitbewerber mit sich riss und dem ursprünglich unter «UMPC» bekannten Konzept der tragbaren Kleinstcomputern doch noch zum Durchbruch verhalf.
Seit einem halben Jahr brodelt die Gerüchteküche, was Asus mit ihrer erfolgreichen Eee-Linie im Schilde führt. Nun ist es klar: Das neuste Modell der Linie heisst Eee-Top, verfügt über einen berührungsempfindlichen Bildschirm und wird laut Steg Computer Anfang Januar 2009 in Schwarz oder Weiss in der Schweiz für 829 Franken erhältlich sein.
Das Design des Eee-Top erinnert an Apples iMac-Computer und ist minimalistisch ausgefallen. Anschlüsse für USB 2.0-Geräte sind zwar reichlich vorhanden, und auch ein SD-Card- und Netzwerk-Anschluss fehlen nicht. Dafür sucht man ein CD/DVD-Laufwerk vergebens.
Überzeugender Touchscreen
Asus positioniert den Eee Top als Allzweckgerät fürs Haus - darum verfügt es auf der Hinterseite über einen Tragegriff, damit man es überall im Haus mitnehmen und aufstellen kann. Neben dem normalen Lan-Anschluss kann man sich auch drahtlos per Wlan ins Internet verbinden; als Betriebssystem kommt eine Sonderversion von Windows XP zum Einsatz. Wer will, bedient den Computer nach alter Schule mit Maus und Tastatur. Viel mehr Spass macht jedoch die Bedienung via Touchscreen, die eigentliche Neuigkeit dieses Geräts. Die Benutzeroberfläche wurde von Asus dafür speziell angepasst und die Programme in verschiedene Bereiche unterteilt (Arbeit, Multimedia, Web usw.). Man kann aber auch mit der gewöhnlichen Windows XP-Oberfläche arbeiten; auch so lässt sich jedes Programm mit einem blossen Fingertippen bedienen. Die Reaktion des Bildschirms auf diese Eingaben ist erfreulich schnell, der Touchscreen macht genau das, was man ihm eintippt. Trotzdem reicht es aber für Texteingaben in einem Word-Dokument nicht, da brauchts nach wie vor die Tastatur. Dafür kann man mit dem Touch-optimierten Internetbrowser Opera ganz einfach per Finger surfen. Spielereien wie der Notizzettel oder eine überdimensionierte, mit dem Finger in alle Himmelsrichtungen drehbare Uhr zeigen, wie man die Möglichkeiten des Touchscreens in Zukunft noch einsetzen könnte.
Für Filme o.k., für Games nicht
Der Eee Top basiert auf der neusten stromsparenden Intel-Technologie mit einem sogenannten «Atom»-Prozessor. Für die Wiedergabe von Filmen und High Definition Sound reicht dies allemal aus. Wer mit dem Eee Top und seinem 15,6-Zoll-Bildschirm neue Videogames spielen möchte, dürfte aber enttäuscht werden - die Grafikleistung reicht dafür bei weitem nicht aus.
Asus Eee-Top ET1602, 15,6-Zoll-Bildschirm, integrierte Grafikkarte, 160 GB Festplatte, Gigabit-LAN, Wireless LAN 802.11 b/g/n, ab 829 Franken.
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 02.12.2008, 16:45 Uhr



