Neun Umstiegs-Tipps zu Windows 7
Von Matthias Schüssler. Aktualisiert am 26.10.2009
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Windows steht im Ruf, komplizierter als andere Betriebssysteme zu sein. Beim Upgrade-Prozedere ist Windows aber nicht nur kompliziert, sondern eine Katastrophe. Microsoft legt dem Anwender beim Aufrüsten eines alten Computers so viele Steine in den Weg, dass selbst Windows-Experten oft nicht mehr durchblicken. Darum bleiben viele alte Windows-Versionen bis zur Anschaffung eines neuen PC in Betrieb.
Dabei würde sich der Umstieg in manchen Fällen - sprich bei maximal drei bis vier Jahre alten Computern - lohnen. Mit Windows 7 hält beim Notebook der Akku länger durch, und das Gerät läuft spürbar schneller als mit Vista. Immerhin, wer sich gut vorbereitet, kommt trotz der Hürden ans Ziel.
1. «Ist mein PC fit für Windows 7?»
Diese Frage beantwortet der Windows 7 Upgrade Advisor. Sie finden ihn auf www.microsoft.de. Klicken Sie auf «Download und Testversionen> Download-Center», und suchen Sie nach «Windows 7 Upgrade Advisor».
2. «Welche Variante wähle ich?»
Windows gibt es in diversen Varianten, aber für Heimanwender bietet sich Home Premium an. Sie enthält alle wichtigen Funktionen und ist deutlich günstiger als das teure Ultimate. Home Premium kostet 189 Franken. Das Windows 7 Family Pack macht das Upgrade für Haushalte einigermassen erschwinglich, denn im Preis von 249 Franken sind drei Home-Premium-Lizenzen enthalten.
3. «Brauche ich die Vollversion, oder reicht die Upgrade-Version?»
Das Upgrade ist billiger; die Vollversion von Home Premium kostet 309 Franken gegenüber 189 Franken. Update-berechtigt sind aber nicht alle alten Windows-Versionen. Wer Windows 2000, XP oder Vista besitzt, kann zum Upgrade greifen, sonst brauchts die Vollversion.
4. «Installiere ich besser die 32-Bit- oder die 64-Bit-Version?»
Windows 7 existiert nicht nur in verschiedenen Varianten. Von jeder Variante gibt es obendrein eine 32-Bit und 64-Bit-Version. Die Bit-Angabe bezieht sich auf die Speicherarchitektur des Betriebssystems und gibt die Breite der Datenpfade an. Ein 32-Bit-Betriebssystem kann maximal vier Gigabyte Arbeitsspeicher verwenden, wobei es in der Praxis meist nur gut drei Gigabyte sind. Bei 64-Bit-Betriebssystemen sind theoretisch 16 Exabyte, also 16 800 Milliarden Gigabyte, möglich. Moderne Prozessoren sind auf 64-Bit ausgelegt, daher wäre eigentlich 64-Bit zu bevorzugen. Allerdings stellt sich ein Problem bei der Kompatibilität. Die Gefahr ist grösser, dass externe Geräte, Anwendungsprogramme oder Spiele nicht funktionieren. Die 32-Bit-Version ist darum die pflegeleichtere Wahl. Wer befürchtet, drei Gigabyte Speicher könnten zu wenig sein, sollte die 64-Bit-Kompatibilität seines PC abklären. Das Testprogramm von www.grc.com/securable.htm untersucht den Prozessor. Angaben zu Programmen und externen Geräten erhalten Sie von den jeweiligen Herstellern.
5. «Kann ich eine direkte Aktualisierung durchführen?»
Es gibt zwei Methoden zum Umstieg von einer alten Windows-Version auf Windows 7. Bei der direkten Aktualisierung, von Microsoft «In-Place-Upgrade» genannt, ersetzt man das alte Betriebssystem durch das neue. Das geht schnell, und Daten, Programme und Konfigurationen bleiben erhalten.
Das In-Place-Upgrade ist aber nur in wenigen Fällen möglich. Windows XP bleibt generell aussen vor. Bei Vista ist die direkte Aktualisierung möglich, aber auch nur dann, wenn die gleiche Fassung oder Ultimate verwendet wird. Zwei Beispiele: Windows Vista Home Premium kann auf Windows 7 Home Premium oder auf Windows 7 Ultimate aktualisiert werden, aber nicht auf Windows 7 Business. Von Windows Vista Ultimate führt der direkte Weg nur zu Windows 7 Ultimate.
Das In-Place-Upgrade ist auch nur dann möglich, wenn die gleiche Sprachversion und die gleiche Bit-Fassung zum Einsatz kommen. Eine Aktualisierung von Englisch auf Deutsch ist ebenso wenig möglich wie von 32- auf 64-Bit. Es gibt auch Experten, die generell zur Neuinstallation raten. Bei ihr werden keine Altlasten übernommen, was die Zuverlässigkeit und Stabilität fördert. Da der Umstieg so oder so eine zeit- und arbeitsintensive Sache ist (siehe auch nächster Punkt), nehmen viele Anwender ihn zum Anlass für einen Neuanfang. Wenn man sich bei der Installation auf die wirklich wichtigen Programme beschränkt, ist ein aufgeräumtes und tendenziell schnelleres System der Lohn.
6. «Wie bereite ich mich auf den Umstieg vor?»
Unbedingt zu empfehlen ist eine Datensicherung; selbst dann, wenn Sie sich zur direkten Aktualisierung entschliessen. Das ist die Garantie, dass keine Dokumente abhanden kommen, wenn eine Panne auftritt. Denken Sie auch an Lesezeichen im Browser, an Adressbücher und Webseiten-Logins, und dokumentieren Sie Passwörter und die Konfiguration des E-Mail- und des Internetzugangs. Backups sollte man sowieso permanent erstellen.
7. «Wie führe ich eine Neuinstallation durch?»
Auf eine leere Festplatte lässt sich Windows nur installieren, wenn Sie die Vollversion erworben haben. Um die günstigere Upgrade-Version installieren zu können, starten Sie das Setup-Programm aus der laufenden, älteren Windows-Version; so wird die Upgrade-Berechtigung überprüft. Wenn Sie die Festplatte formatiert haben, ist es leider nötig, dass Sie allein zum Starten des Installationsprogramms die Vorgänger-version einrichten. Nach der Neuinstallation finden Sie Ihre Dokumente in einem Ordner namens «Windows.old» auf der Festplatte und können sie von dort wunschgemäss in die neuen Dokumentenordner verschieben. Obwohl keine Daten verloren gehen sollten, ist eine Datensicherung unverzichtbar!
8. «Gibt es eine Hilfe für die Datenübernahme?»
Microsoft bietet ein Programm namens Windows Easy Transfer. Es überträgt Daten und Dokumente, Programmeinstellungen und die Internetkonfiguration und Favoriten von Windows XP und Windows Vista. Von Windows 2000 werden nur die Dokumente übernommen.
Easy Transfer holt Daten via CD, DVD oder Netzwerk von einem alten auf den neuen Rechner. Auch eine Übernahme von einer zweiten Windows-Installation auf dem gleichen Rechner ist möglich, wenn beide Installationen startfähig sind, sprich eine funktionierende Dual-Boot-Konfiguration vorliegt.
Easy Transfer übernimmt keine Anwendungsprogramme, auch keine von Microsoft. Ihre Programme müssen Sie so oder so neu installieren. Halten Sie also die Installations-Medien und die Seriennummern bereit!
9. «In Windows 7 gibt es kein Mailprogramm mehr. Was mache ich mit meinen Mails?»
Wenn Sie bisher Outlook Express oder Windows Mail verwendet haben, müssen Sie sich ein Mailprogramm besorgen, weil in Windows 7 keines enthalten ist. Microsoft empfiehlt Windows Live Mail (http://download.live.com/wlmail). Sie können aber genauso gut zu Thunderbird von der Mozilla-Stiftung greifen (www.mozilla-europe.org). Wichtig: Steigen Sie noch mit dem alten Betriebssystem auf das neue Mailprogramm um, und führen Sie den Umstieg auf Windows 7 erst durch, nachdem Ihr neues Mailprogramm funktioniert. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 26.10.2009, 13:18 Uhr
































































