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Speichersticks werden zu gefährlichen Virenschleudern

Von Angela Barandun. Aktualisiert am 05.05.2009

Der Bund warnt vor der Gefahr, die von USB-Speichersticks ausgeht. Immer öfter verbreiten Kriminelle so Computerviren. Erste Organisationen haben bereits Verbote ausgesprochen.

Achtung, hier lauert Gefahr! Durch das blosse Anschliessen eines USB-Sticks kann man den Computer verseuchen.

Achtung, hier lauert Gefahr! Durch das blosse Anschliessen eines USB-Sticks kann man den Computer verseuchen.

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Die französische Luftwaffe war betroffen, die britische Marine ebenso. Und die US-Armee hat als erste Organisation rigorose Massnahmen ergriffen: Sie hat die Nutzung von portablen Speichermedien schlichtweg untersagt.

USB-Sticks werden immer öfter missbraucht, um Computerschädlinge zu verbreiten. In den meisten Fällen genügt es, einen infizierten USB-Stick an den Computer anzuschliessen, damit sich Letzterer ansteckt. Der Schädling greift automatisch auf den Rechner über. Laut den Virenjägern der amerikanischen Firma Symantec wurden letztes Jahr 65 Prozent aller Computerschädlinge auf diese Art verbreitet, doppelt so viele wie 2007. Besonders gemein: Es kommt immer wieder vor, dass die mobilen Speicher bereits ab Fabrik verseucht sind - selbst bei renommierten Konzernen wie HP sind solche Fälle bekannt.

Die Firmen sollen handeln

Bislang machten USB-Sticks vor allem Schlagzeilen, wenn sie verloren gingen oder gestohlen wurden und sensible Daten abhandenkamen. In Schweden ging ein USB-Stick mit geheimen Informationen an einem öffentlichen Computer vergessen. In Grossbritannien verlor ein Spitalmitarbeiter einen USB-Stick mit Patientendaten, und auf einem Basar in Bagram (Afghanistan) stand ein USB-Stick zum Verkauf, der neben geheimen Plänen der US-Armee auch die persönlichen Daten von Hunderten von Soldaten enthielt.

Mittlerweile ist die Gefahr, die von USB-Sticks als Virenschleudern ausgeht, aber so gross, dass die Melde- und Analysestelle Informationssicherung des Bundes (Melani) in ihrem aktuellen Bericht zur Sicherheit der Schweizer Computer sämtliche Firmen auffordert, schleunigst Richtlinien zum Umgang mit USB-Sticks zu erlassen - oder noch besser: den Zugang ganz zu sperren (siehe Kasten).

Der Bedrohung sind nicht nur kleine Firmen und Private schutzlos ausgeliefert. Auch Konzerne, die Unsummen in den Schutz ihrer Infrastruktur investieren, sind verwundbar. Denn die meisten grossen Schweizer Unternehmen gewähren ihren Mitarbeitenden uneingeschränkt Zugriff auf den USB-Anschluss an ihrem Computer. «Im alltäglichen Jobleben ist das unumgänglich», sagt dazu Sulzer-Sprecherin Verena Gölkel. Auch Roche, Novartis oder ABB sperren die Anschlüsse für portable Speichermedien nicht.

ZKB sperrt USB-Anschluss

Eine Ausnahme bilden die Banken, wie etwa die ZKB: «Unsere normalen Computer haben weder Diskettenlaufwerk noch CD-Brenner, der USB-Anschluss ist standardmässig gesperrt.» Hintergrund ist aber nicht die Angst vor Computerschädlingen, sondern eher die Sorge um sensible Kundeninformationen.

Mit der Gefahr, die von USB-Sticks ausgeht, schliesst sich ein Kreis. Die ersten Computerviren wurden ebenfalls offline und von ahnungslosen Nutzern verbreitet - damals noch via Diskette. Das Problem war so verbreitet, dass es selbstverständlich wurde, Floppy Disks auf Viren zu überprüfen, bevor man sie verwendete. Mit dem Wechsel auf CDs verschwanden die Viren wieder und damit das Bewusstsein für die Gefahr portabler Speichermedien. Das dürfte sich wieder ändern.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 05.05.2009, 08:08 Uhr

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