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«Steve Jobs hat auch mir gedroht»

Ein ehemaliger Spitzenmanager des Silicon Valley erhebt Vorwürfe gegen den Apple-Chef und Microsoft.

Jonathan Schwartz, ehemaliger Chef von Sun Microsystems.

Jonathan Schwartz, ehemaliger Chef von Sun Microsystems. (Bild: Keystone)

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Nein, Jonathan Schwartz ist definitiv kein konventioneller Manager. Mit seinem zu einem Rossschwanz zusammengebundenen Haaren gleicht er schon rein äusserlich eher einem Alt-Hippie denn einem millionenschweren US-Manager.

Auch seine Umgangsformen passen nicht so recht in das klassische Managerbild: Als er Anfang Februar von seinem Amt als Chef von Sun Microsystems zurücktrat, verkündete er dies mit einem japanischen Gedicht (Haiku) via Twitter. Und nun dies: In seinem am Dienstag veröffentlichten Blog-Eintrag mit dem vielsagenden Titel «Was ich nicht sagen konnte» erhebt der 45-Jährige schwere Vorwürfe gegen die Konkurrenten Apple (AAPL 509.46 1.36%) und Microsoft. (MSFT 30.25 -1.08%)

Der Vorwurf an Apple

Laut Schwartz hat Steve Jobs ihn vor sieben Jahren persönlich angerufen und ihm gedroht: «Wir verklagen euch!» Konkret ging es um das Sun-Projekt Looking Glas, welches nach Auffassung von Jobs eine Verletzung geistigen Eigentums dargestellt habe. Schwartz erzählt, dass er sich über dieses Telefonat extrem enerviert habe. Im Blog schreibt er, wie er seinem Konkurrenten geantwortet habe: «Als ich das letzte Mal MacOS prüfte, das auf Unix basiert, dachte ich auch, dass Sun ein paar OS-Patente hält.»

Warten auf die iPad-Klage

Offenbar hat Apples Klage gegen die taiwanesische Firma HTC, welche für Google (GOOG 609.76 -0.40%) Handys herstellt, das Fass zum Überlaufen gebracht. «Ich fühle mit Google - Steve Jobs hat auch mir gedroht, mich zu verklagen.» Die jüngste Aktion von Apple gegen einen anderen Konkurrenten sei kontraproduktiv: Apple sorge mit diesem rechtlichen Schritt einzig dafür, dass Konsumenten und Entwickler sich noch mehr für das Google-Betriebssystem interessieren würden.

Apples Konkurrenten könnten den Spiess umdrehen: «Ich frage mich ernsthaft, wer klagt als Erster gegen Apples iPad?» Schwartz liefert gleich die Antwort nach: Ein möglicher Kläger sei das mittlerweile von AT&T übernommene Unternehmen Go, welches die Rohfassung des Tablet-Computing entwickelt habe.

Die Retourkutsche für Microsoft

Laut dem Schwartz-Blog hat sich nach 2003 ein ähnlicher Zwischenfall mit Bill Gates ereignet. Der ehemalige Microsoft-Chef habe seine Firma mit Patentklagen einschüchtern wollen, als sich der Erfolg des von Sun finanzierten Open Office abzeichnete. So überrascht es nicht, dass auch der Softwarekonzern aus Redmond im Blog sein Fett weg kriegt. «Microsoft ist bekannt dafür, erfolgreiche Produkte nachzuahmen und dann die Vertriebsmacht zu nutzen, um eine Wettbewerbsbedrohung zu eliminieren. Vom Tablet-Computer bis hin zu Suchmaschinen ist Microsofts Inspiration ziemlich offensichtlich.»

Weder Apple noch Microsoft haben bislang zum Inhalt des Blogs von Jonathan Schwartz Stellung genommen.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 11.03.2010, 12:32 Uhr

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7 Kommentare

Markus Widmer

11.03.2010, 14:18 Uhr
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Donald Ervin Knuth: Das größte Problem ist die Trivialität. Da werden Dinge patentiert, die jeder Student in einer Klausur machen kann. Antworten


Hans Stutz

11.03.2010, 14:17 Uhr
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Das iPhone ist eher vom Sony Clié TH55 abgekupfert... Naja, welches Smartphone sieht denn ähnlich aus wie das i-nicht-so-smart-phone? Antworten


Hans Neuenschwander

11.03.2010, 13:51 Uhr
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Steve Jobs muss gegen die Raubkopierer vorgehen. Vista wurde klar von Apple's OSX "inspiriert" und war ein Flop. Die meisten Smartphones sind äusserlich dem iPhone sehr ähnlich. Innen haben sie wenig Ähnlichkeit. Der riesige Erfolg von Apple kommt von genialen Erfindungen und Top Marketing. Das kostet viel und darf nicht abgekupfert werden. Die Aussage von Schwartz ist völlig irrelevant und naiv Antworten


Nik Wolfgramm

11.03.2010, 12:36 Uhr
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Ziemlich hässliche Sachen die sich hinter den Kulissen immer wieder abspielen. Langfristig ist solchen Gebaren für die Firmen aber sicherlich kontraproduktiv - imageschädigend, wie auch schlecht für den Markt. @tagesanzeiger: Wo bleiben bei die Links zum Original Blogeintrag? Antworten


Leopold Küttel

11.03.2010, 12:34 Uhr
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Wer den Werdegang und Abstieg von SUN etwas beobachtet hat (ich, mit bedauern), der kann nur mitleidig den Kopf schütteln, wenn gescheiterte Manager dann andern den schwarzen Peter zuschieben. Wer den Wirtschaftsgang und die Anforderungen in der IT verschläft und auf einsamen Extra-Pfaden geht, muss halt schon etwas mehr bieten oder ein besseres Marketing aufbauen. Antworten


harald thoeny

11.03.2010, 12:25 Uhr
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mal abgesehen von der technischen kopierwut, die geschäftspraktiken von microsoft sind absolut wiederwärtig. anstatt das diese firma einfach nur ein betriebsystem liefert und den pc-bauern wie dell,hp usw die möglichkeit gibt den pc mit software auszustatten, zwingen sie diese mit knebelverträgen dazu microsoft software drauzuladen. das ist kein wetbewerb sondern ein diktat. Antworten


Bernhard Rosenkränzer

11.03.2010, 12:15 Uhr
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Es wird Zeit, das Patentsystem anzupassen bzw. abzuschaffen - mit Patenten auf "1-click-shopping" (Amazon), den Fortschrittsbalken (Microsoft), "Text in einem Fenster" (Xerox) ist es praktisch nicht möglich, ein Computer- oder Smartphoneprogramm zu entwickeln, ohne dabei Patente zu verletzen, von denen man oft nichts weiss. Gerade in einem schnellebigen Markt müssen Patentlaufzeiten kürzer werden. Antworten



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