Was Apple von TAG Heuer lernen kann

Smartwatches haben noch mit vielerlei Problemen zu kämpfen. Für eines hat der Schweizer Hersteller eine Lösung parat.

Weiss, wie man Uhren verkauft: TAG-Heuer-Chef Jean-Claude Biver an einem Presseanlass in La Chaux-de-Fonds. (3. Dezember 2015)

Weiss, wie man Uhren verkauft: TAG-Heuer-Chef Jean-Claude Biver an einem Presseanlass in La Chaux-de-Fonds. (3. Dezember 2015) Bild: Jean-Christophe Bott/Keystone

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Smartwatches haben noch einen weiten Weg vor sich. Die Akkus halten zu wenig lang, die Bedienung ist nicht immer intuitiv, und vor allem fehlen Alleinstellungsmerkmale, die smarte Uhren unverzichtbar machen. Fast alles geht auch per Handy.

Trotzdem finden sich bereits Käuferinnen und Käufer. So berichtet das Marktforschungsunternehmen Juniper, dass Apple im letzten Jahr 8,8 Millionen Stück seiner Smartwatch verkauft habe. Offizielle Zahlen gibt es nicht (Lesen Sie auch: Was Apple und Microsoft verbergen).

Produktion erhöht

Der Schweizer Uhrenhersteller TAG Heuer, der im letzten Jahr zusammen mit Intel und Google eine eigene Smartwatch vorgestellt hat, musste die Produktion erhöhen und will in diesem Jahr 100’000 bis 120’000 Smartwatches verkaufen. Dieses Ziel nennt der Chef Jean-Claude Biver in einem Interview mit der «NZZ am Sonntag» (Artikel online nicht verfügbar).

Wer sich überlegt, eine smarte Uhr zu kaufen, den dürfte aber eine andere Antwort aus demselben Interview noch mehr interessieren: Im Herbst 2017 solle ein Nachfolger auf den Markt kommen.

Bereits in einem früheren Interview mit Bloomberg hat Biver das Jahr 2017 genannt. Damals war allerdings noch die Rede von Ende 2016 oder Anfang 2017.

Offener als Apple

Damit ist TAG Heuer deutlich offener als Apple, das keine Aussagen zu einem Nachfolger der Apple Watch macht. Entsprechend brodelt es in der Gerüchteküche. Erst hiess es, es könnte bereits im März so weit sein. Nun soll die nächste Apple Watch angeblich im Herbst vorgestellt werden.

Wer heute also eine Apple Watch kaufen möchte, ist dem Dilemma ausgesetzt, dass schon bald ein technisch verbesserter Nachfolger die eben erst gekaufte Uhr alt aussehen lassen könnte. Das war beim ersten iPhone so und beim ersten iPad nicht anders.

Anders sieht es bei TAG Heuer aus. Wer sich für die Connected Watch interessiert, weiss jetzt, dass ein Nachfolger noch fern ist. Das Risiko, schon bald eine technisch veraltete Uhr von TAG Heuer am Arm zu tragen, ist deutlich kleiner.

Nicht aus einer Laune heraus

Der Marketingprofi Jean-Claude Biver, der unter anderem dafür gesorgt hat, dass James Bond Omega-Träger wurde, weiss das natürlich ganz genau. Uhren, besonders wenn sie so viel kosten wie seine Smartwatch, kauft man nicht aus einer Laune heraus und nach zwei Jahren eine neue.

Solche Käuferinnen und Käufer wollen etwas Beständiges – gerade wenn es um eine neue Produktkategorie wie Smartwatches geht. Aus der Überlegung heraus dürfte auch das Umbauprogramm entstanden sein. Gegen einen Aufpreis kann man seine smarte TAG Heuer in eine nahezu zeitlose mechanische Uhr umfunktionieren lassen.

Unliebsame Überraschungen ersparen

In dieselbe Kerbe schlägt nun auch das öffentliche Diskutieren des Zeitplans für den Nachfolger. Ähnlich wie Fotokamerahersteller strategische Fahrpläne für neue Objektive veröffentlichen, um Kunden bei der Stange zu halten und ihnen unliebsame Überraschungen zu ersparen, ist TAG Heuers Strategie nicht nur gut fürs Geschäft, sondern vor allem kundenfreundlich.

Vorausgesetzt, das Unternehmen hält sich daran. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

(Erstellt: 25.01.2016, 16:57 Uhr)

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