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Wenig Arbeit mit vielen Bildern

Von Matthias Schüssler. Aktualisiert am 27.09.2011 8 Kommentare

Die Bildverwaltung ist vor allem ein Mengenproblem. Mit der passenden Software und der richtigen Handhabung lassen sich heute aber selbst grosse fotografische Ausbeuten relativ rasch bewältigen.

Beinahe unbegrenzte Möglichkeiten: Lightroom ist auf grosse Bildermengen ausgelegt und vereinfacht die Auswahl des besten Bildes.

Beinahe unbegrenzte Möglichkeiten: Lightroom ist auf grosse Bildermengen ausgelegt und vereinfacht die Auswahl des besten Bildes.
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Bei der Digitalfotografie ist die Zahl der einfangbaren Momente kaum mehr begrenzt. Speicherkarten schlucken Tausende von Aufnahmen, Milliarden von Pixeln und Gigabyte-grosse Datenaufkommen.

Das Fotografieren ist aber nur die halbe Sache. Die Bilder wollen auch abgelegt, sortiert, aufbereitet und gezeigt werden. Diese Nachbearbeitung wird mit wachsender Menge zunehmend mühsam – oder gar überfordernd. Unzählige Fotos verschwinden darum unsortiert in Festplattenordnern und werden niemals gedruckt, veröffentlicht und vorgezeigt. Das ist schade und unnötig. Denn mit einer effizienten Arbeitsweise bekommen selbst Vielfotografierer ihre Ausbeute in den Griff. Wichtig sind folgende Punkte:

Verwenden Sie ein Programm, das auf schnelles Arbeiten getrimmt ist.
Entscheidend ist, dass Sie Bilder einfach vergleichen, löschen und markieren können. Sie sollten mehrere Bilder aufs Mal bearbeiten, das heisst mit Stichworten oder einem Titel versehen, farblich korrigieren oder drehen dürfen. Adobe Lightroom und Aperture von Apple erfüllen diese Anforderungen. Den vergleichsweise hohen Preis rechtfertigt dies für Fotografen mit einem emsigen Auslösefinger allemal.

Erledigen Sie Aufgaben schon beim Import.
Manche Bildverwaltungsprogramme, namentlich Lightroom und Aperture, erlauben es schon beim Einlesen, Korrekturen vorzunehmen und Stichworte oder einen Aufnahmeort zuzuweisen. Sie können Dateien so passend benennen und in eine praktische Ordnerstruktur einsortieren.

Sortieren Sie Fotos ohne Skrupel aus.
Löschen Sie die Bilder, die technisch nicht überzeugen und keinen künstlerischen oder dokumentarischen Wert haben. Solche Fotos sind Ballast, den Sie nicht mitschleppen sollten. Fotos, bei denen Sie unsicher sind, merken Sie zur Löschung vor. Falls Sie ihnen auch ein, zwei Tage später nichts abgewinnen können, entfernen Sie sie definitiv von der Festplatte.

Tastaturkürzel sparen Zeit

Bei Lightroom lässt sich diese Arbeit speditiv mit Tastaturkürzeln erledigen. In der Lupenansicht im Bibliotheksmodul blättern Sie Fotos mit den Pfeiltasten durch. Durch Drücken der Taste «x» markieren Sie ein Bild als abgelehnt. Nach dem Aussortieren löschen Sie alle abgelehnten Fotos mit dem Tastaturbefehl «Ctrl» (beim Mac: «Cmd») und der «Rücktaste».

Bei Serienaufnahmen hilft die Vergleichen-Funktion, die Sie in Lightroom durch Drücken der Taste «c» einschalten. Sie sehen bei beiden Bildern den gleichen Ausschnitt, selbst dann, wenn Sie zoomen oder den Bildausschnitt verschieben. So entscheiden Sie, welche von zwei Aufnahmen die bessere ist, und verwerfen die weniger gute. Eine ähnliche Funktion gibt es auch bei Aperture von Apple.

Verwenden Sie Farbmarkierungen.
Viele Programme erlauben es, Fotos zu bewerten oder mit Farbetiketten zu versehen. Mit diesen Instrumenten kennzeichnen Sie Fotos, denen Sie besondere Aufmerksamkeit widmen wollen. Sie können es sich beispielsweise zur Gewohnheit machen, alle Fotos mit drei oder mehr Sternen einer Bildkorrektur zu unterziehen. Die Fotos mit dem grünen Farb-Label sehen Sie fürs Fotobuch vor. Fotos mit dem gelben Label sind für die Öffentlichkeit bestimmt und können also auf Flickr oder Facebook publiziert werden.

Das Bewerten ist bei vielen Programmen einfach über die Zahlentasten eins bis fünf möglich.

Nur wichtige Bilder im Blick

Mit Fotos, die Sie nicht unmittelbar verwenden wollen, sollten Sie sich auch nicht weiter beschäftigen. Viele Bildverwaltungsprogramme bieten die Möglichkeit, Bilder ohne Wertung oder Markierung auszublenden.

Bearbeiten Sie gleichartige Bilder in einem Rutsch.
Die erwähnten Bildverwaltungsprogramme erlauben es, Arbeitsschritte auf mehrere Bilder gleichzeitig anzuwenden. Sie können Bildtitel und Stichworte in einem Schritt mehreren Bildern zuordnen. Markieren Sie alle Fotos, die ähnliche Motive zeigen oder im gleichen Zeitraum entstanden, und tragen Sie Ihre Informationen ein.

Die meisten Programme verändern bei der Mehrfachauswahl nur die Felder, in die Sie etwas eintragen. So können Sie zum Beispiel alle Fotos markieren, die Sie am selben Ort aufgenommen haben, und den Aufnahmeort für alle markierten Fotos eintragen. Wenn die Bilder bereits individuelle Bildtitel haben, werden diese durch das Ändern des Aufnahmeorts nicht tangiert. Wenn Sie bei Adobe Lightroom mehrere Aufnahmen markieren und ein Stichwort eintragen, wird dieses bei allen markierten Fotos zu den bestehenden Stichworten hinzugefügt.

Es gibt bei diesem Programm auch die Möglichkeit, beschreibende Informationen oder Bildbearbeitungseinstellungen von einem Foto auf andere Bilder zu übertragen. Dazu wählen Sie erst das Foto, das die zu übertragenden Informationen enthält, und im zweiten Schritt die Aufnahmen, die mit diesen Informationen versehen werden sollen. Dann klicken Sie auf «Einstellungen synchronisieren» bzw. «Metadaten synchronisieren». Entsprechende Schaltflächen finden Sie in der rechten unteren Ecke des Programmfensters. Es erscheint ein Dialog, in dem Sie spezifizieren, welche Informationen übertragen werden sollen – etwa die Belichtungskorrektur, nicht aber die Beschneidung.

Rationalisierungspotenzial

Das gleichzeitige Bearbeiten von mehreren Bildern spart in der Nachbearbeitung enorm viel Zeit. Falls einem dabei aber ein Fehler unterläuft, ist das Durcheinander umso grösser. Machen Sie sich daher gut mit der Funktionsweise Ihrer Bildverwaltungssoftware vertraut und stellen Sie sicher, dass sie so mit den Fotos verfährt, wie Sie es wünschen.

Sorgen Sie für Tempo!
Die Bildbearbeitung ist eine rechenintensive Angelegenheit. Auf älteren Computern entstehen leicht Wartezeiten, die Nerven kosten. Eine Aufrüstung des Arbeitsspeichers bewirkt oft Wunder. Mitunter hilft es auch schon, wenn Sie alle anderen Programme schliessen, während Sie Ihre Bilder bearbeiten. Auf alle Fälle benötigen Sie genügend Festplattenreserven!

Lightroom wird durch einen grossen Bildkatalog ausgebremst – was sich durch lange Wartezeiten bei der Vergabe von Stichworten bemerkbar macht. Dieses Problem lösen Sie, indem Sie die Fotos in einen neuen Katalog importieren oder die zu bearbeitenden Fotos als separaten Katalog exportieren (über «Datei > Als Katalog exportieren»).

Öffnen Sie diesen kleinen Katalog und führen Sie die Bearbeitungen durch. Wenn Sie damit fertig sind, importieren Sie die Bilder wieder in den Hauptkatalog. Das geschieht über den Befehl «Datei > Aus Katalog importieren». Zwischen verschiedenen Katalogen wechseln Sie über «Datei > Katalog öffnen».

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 27.09.2011, 07:56 Uhr

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8 Kommentare

Astrid Panitz

27.09.2011, 08:06 Uhr
Melden 13 Empfehlung

Eigentlich ein sehr informativer Artikel. Schade hat sich der Autor vor allem auf den Lightroom gestürzt, Aussagen wie "in Aperture gibt es eine ähnliche Funktion" sind ärgerlich wenn die Funktion des Konkurrenzprodukts bis herunter zum Tastenkürzel beschrieben wird. Schlecht getarnte Werbung oder fehlte gar die Zeit? Antworten


Chrigu Montana

27.09.2011, 09:13 Uhr
Melden 3 Empfehlung

Nicht erwähnt wurde, dass sich mit zuschneiden und begraden viele "Roh-Fotos" massiv verbessern lassen.
iPhoto bietet da auch sehr gute Unterstützung - für "einfache Anwender".
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