Wie Apple seine Kunden bevormundet

Von Reto Knobel. Aktualisiert am 19.03.2010 61 Kommentare

Nach der Säuberung von unerwünschten iPhone-Apps folgt nun offenbar das Verbot von Schutzdisplays. Warum tut Apple das?

iPhone-Schutzhülle von Xgear: Bei Apple nicht mehr erwünscht?

iPhone-Schutzhülle von Xgear: Bei Apple nicht mehr erwünscht? (Bild: Xgearlive.com)

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Apple (AAPL 560.45 -0.86%) will keine Schutzdisplays für seine Produkte mehr verkaufen – dies berichtet das US-Portal iLounge.com. Wie meistens in solchen Fällen nimmt das Unternehmen zu einer entsprechenden Medienanfrage von Tagesanzeiger.ch/Newsnet keine Stellung.

Mehrere Unternehmen, darunter Hersteller Xgear hätten das in zwei Monaten in Kraft tretende Verkaufsverbot von Schutzhüllen in Retail- und Onlineshops bestätigt, so iLounge. Apple wolle sogar Taschen und anderes Zubehör aus dem Angebot nehmen, welches Folienbestandteile enthalte.

Angst um den Ruf?

Weshalb sich Cupertino zu diesem Schritt entschieden hat, bleibt im Dunkeln. Sowohl auf Apple-Fansites als auch Kritikerblogs wird spekuliert, dass Apple nicht mehr den Eindruck erwecken will, Produkte wie iPhone oder iPod seien anfällig auf Kratzer.

Die Einschränkung dürfte Kunden, die ihr iPhone schützen wollen, kaum stören – sie können Folien weiter kaufen. Zwar nicht mehr bei Apple, aber bei den Herstellern.

Der neue Internet-Zensor

Apple tritt indes einmal mehr als unergründlicher Produktezensor der IT-Welt auf. Erst Ende Februar nahm Apple etwa fünf Prozent aller iPhone-Apps aus dem Sortiment. Zuerst machte es den Anschein, als ob nur Erotik-Apps entfernt würden, dann jedoch weitete Apple die Aktion aus – vor wenigen Tagen wurden auch sogenannte WLAN-Sucher aus dem App Store gelöscht.

Apple mag für jeden dieser Schritte eine Erklärung haben: Bei der Löschung der Sexprogramme wurden Beschwerden von Frauen ins Feld geführt, «welche die Inhalte erniedrigend und anstössig fanden». Beim Entfernen der Wifi-Applikationen wurde argumentiert, die Programmierer hätten undokumentierte und damit inoffizielle Programmierschnittstellen verwendet und somit unerlaubte Funktionen genutzt.

«Es lebe die Apple-Diktatur»

Dies ist jedoch nicht das Problem (auch Migros oder Coop dürfen Waren aus ihrem Sortiment entfernen. Und tun dies). Das Problem ist das geschlossene System Apple: iPhone-Kunden haben keine Alternative zum App Store, iPod-Kunden keine Alternative zu iTunes. Damit verdient Apple gutes Geld, läuft aber Gefahr, sein ohnehin schon angekratztes Image weiter zu beschädigen. «Es lebe die Apple Diktatur (...). Irgendwann fällt Apple mit dieser Bevormundung auf die Schnauze», so ein Kommentator auf iPhone-Ticker.de.

Was halten Sie von der Zensurpolitik Apples? Ihre Meinung interessiert uns. Schreiben Sie uns. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 19.03.2010, 12:50 Uhr

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61 Kommentare

Peter Pan

19.03.2010, 14:27 Uhr
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Gratuliere... Es braucht schon einen grossen "Hauffen" Dummheit diesem Aplleismus nachzueifern! PR ist alles, der Rest ist heisse Luft.. das IPhone muss hinsichtlich Funktionalität nachlegen um mit anderen Touchscreen Phones mithalten zu können. Wozu ein IPad gut sein soll weiss wohl keiner aber "nachäffen" ist "in"! Jedes Netbook ist 100mal schlauer als dieser neueste Applefurz... Antworten


Meinrad Wiederkehr

19.03.2010, 12:40 Uhr
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2 Jahre hatte ich ein iPhone. Am Anfang war ich sehr zufrieden damit, aber mit der Zeit haben mich die Einschränkungen zu stören angefangen. Man konnte es jailbreaken, habe ich auch gemacht, aber komfortabel war das nicht. Seit 2 Monaten habe ich ein Nexus One und bin begeistert. Es hat technische Vorteile, aber vorallem ist es offen. Ich kann installieren was ich will, auch einen anderen Kernel. Antworten



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