Wie Windows 7 auf den Mac kommt

Von Peter Zschunke, AP. Aktualisiert am 11.11.2009

Die Virtualisierung mit dem Parallels Desktop steht jetzt in einer neuen Version zur Verfügung: Die Grenzen zwischen den Betriebssystemen verschwinden.

Dieser Screenshot zeigt die Virtualisierungssoftware Parallels Desktop. Windows oder Mac? Für eine wachsende Gruppe von Anwendern lautet die Antwort: Windows auf dem Mac. Möglich macht das die Virtualisierungssoftware Parallels Desktop, die in der jetzt vorgelegten Version 5 die Grenzen zwischen beiden Betriebssystemen vollends zum Verschwinden bringt.

Dieser Screenshot zeigt die Virtualisierungssoftware Parallels Desktop. Windows oder Mac? Für eine wachsende Gruppe von Anwendern lautet die Antwort: Windows auf dem Mac. Möglich macht das die Virtualisierungssoftware Parallels Desktop, die in der jetzt vorgelegten Version 5 die Grenzen zwischen beiden Betriebssystemen vollends zum Verschwinden bringt.

Die Parallels-Software richtet ebenso wie das Konkurrenzprodukt Vmware eine «virtuelle Maschine» ein, auf der Windows (oder auch Linux) eingerichtet wird. Mit Hilfe eines Assistenten verläuft dies reibungslos, fortgeschrittene Computerkenntnisse sind nicht erforderlich.

Anschliessend werden automatisch die Treiber für das virtuelle Windows installiert, diese «Parallels Tools» passen das «Gast-Betriebssystem» an die verfügbare Hardware an. Zuletzt sollte man noch an den Virenschutz denken, der Parallels Desktop bringt dafür gleich eine Einjahreslizenz der Kaspersky-Software mit.

Das aktuelle Windows 7 macht auch auf dem Mac eine gute Figur. Verglichen mit dem behäbigen Vorgänger Vista fühlt sich das schlankere Windows 7 in der virtuellen Maschine deutlich geschmeidiger an.

Grafikleistung deutlich verbessert

Wer den Parallels Desktop schon kennt, wird in der neuen Version zuerst bemerken, dass die Grafikleistung der virtuellen Maschine wesentlich verbessert wurde - laut Parallels um das Siebenfache. Windows erscheint nun im vollen Aero-Look, also mit transparenten Fensterrahmen und der 3D-Flip-Darstellung. Die Grafik unterstützt DirectX 9.0c mit dem Shader-Modell 3. Das verbessert die Anzeige erheblich, macht die virtuelle Maschine aber nicht zum Spiele-Computer.

Zu den interessantesten Neuerungen gehört der Modus «Crystal». Damit wird die Windows-Oberfläche völlig ausgeblendet. Die gestarteten Windows-Programme befinden sich direkt auf dem Mac-Desktop. «Mit dem Crystal-Modus machen wir die Windows-Anwendungen zu Mac-Anwendungen», sagt Marketing-Manager Stefan Prestele im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AP. «Damit sieht mein Windows so aus wie mein Mac.»

Verkleinert man ein Windows-Fenster, schnurrt es mit der typischen Mac-Animation zusammen und verschwindet im Dock, der zentralen Steuerungsleiste des Apple-Systems. Dort gibt es auch ein Verzeichnis mit allen Windows-Anwendungen, die direkt aus dem Dock heraus gestartet werden können. Ansonsten findet sich das Windows-Startmenü auch in der Mac-Menüleiste, es öffnet sich mit einem Rechtsklick auf das Parallels-Symbol. Die Umwandlung reicht so weit, dass man den Windows-Fenstern den Mac-Look verpassen kann: Statt des x-Icons rechts oben erscheint dann links oben der rote neben einem gelben und einem grünen Knopf.

Mit einem Links-Klick kann man den «Crystal»-Modus auch wieder verlassen. Die klassische Ansicht zeigt die virtuelle Maschine mit dem Windows-System in einem eigenen Fenster an.

Nullen abschneiden von der virtuellen Festplatte

Einiges getan hat sich bei der Geschwindigkeit der Parallels-Plattform. Dies sei neben der intuitiven Bedienung eine der Leitlinien bei der Entwicklung der neuen Version gewesen, sagt Prestele. Die virtuellen Maschinen können die Hardware besser ausreizen als bisher. Sie beschäftigen bis zu acht Prozessorkerne und nutzen dabei die in den neueren Intel-Chips integrierte Unterstützung der Virtualisierungstechnik. Die Zuordnung von Hardware-Ressourcen für das Gastsystem wird in der Konfiguration der virtuellen Maschinen eingestellt. Zudem ist es nun auch möglich, die 64-Bit-Version von Windows zu installieren.

Installiert man neue Software im virtuellen Windows, wird dessen Festplatte automatisch erweitert - real handelt es sich dabei nur um eine Datei auf der Mac-Festplatte. Bislang konnte diese Datei nur immer grösser werden, denn beim Löschen von Windows-Daten werden diese lediglich mit lauter Nullen überschrieben, belegen also weiterhin Platz. Jetzt kann man die virtuellen Maschinen komprimieren. Dabei werden diese Nullen auf der virtuellen Festplatte ans Ende gesetzt und abgeschnitten. Die virtuelle Maschine belegt also nur noch soviel Platz, wie sie tatsächlich braucht.

Die Parallels-Software selbst benötigt 450 MB auf der Festplatte, für jede virtuelle Maschine muss man mit etwa 15 GB rechnen. Für zwei Computer in einem Rechner kann man nicht genug Arbeitsspeicher haben - der Hersteller empfiehlt 4 GB. Aber auch auf einem drei Jahre alten iMac mit zwei GB RAM kann man Mac und Windows gut nebeneinander einrichten.

Wenige Tage vor Parallels hat auch Vmware eine neue Version seiner Mac-Virtualisierungslösung Fusion herausgebracht. Der Wettbewerb zwischen beiden Anbietern kommt dem Mac-Anwender zugute. Bei Geschwindigkeit und Grafik-Performance bleiben kaum noch Wünsche offen.

Die Vollversion von Parallels Desktop 5 kostet umgerechnet zirka 112 Franken. Das Upgrade von der Vorgängerversion gibt es für 75 Franken. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 11.11.2009, 08:30 Uhr

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