Wie gut kann ein Gratis-Virenschutz sein?
Von Reto Knobel. Aktualisiert am 01.10.2009 12 Kommentare
Urs P. Küderli (40), Sichereitsexperte bei Microsoft Schweiz.
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Viele Nutzer zögern bei der Deinstallation der bisherigen Software – weil sie nicht wissen, ob MSE wirklich die gleiche Leistung bietet wie bezahlte Software.
MSE alleine betrachtet stellt im Vergleich zu Gesamtsicherheitslösungen gewisse Funktionen nicht zu Verfügung. MSE ist spezialisiert auf den Schutz gegen Malware und erzielt in Kombination mit anderen Windows Plattform Funktionen, zum Beispiel der Windows Firewall und Windows Backup, einen umfassenden Schutz. Wir empfehlen dem Anwender, sich nur für ein Antimalware-Produkt zu entscheiden. Microsoft ist vor allem daran interessiert, dass zumindest alle Anwender, die bisher keine Antimalware-Lösung genutzt haben, MSE installieren und damit zu einer sichereren und stabileren Plattform beitragen.
Microsoft empfiehlt, beim Installieren des neuen Virenschutzes, andere Sicherheitssoftware zu deinstallieren. Warum?
Microsoft Security Essentials als Sicherheitslösung überwacht das Windows System in Echtzeit. Installationen von mehreren Sicherheitslösungen parallel können sowohl zu Stabilitätsproblemen (Konkurrenzsituationen zwischen den einzelnen Produkten) und zu Leistungsproblemen (Mehrfachscanns, gegenseitiges blockieren, etc.) führen.
Das muss aber nicht der Fall sein. Unsere Leserinnen und Leser berichten, dass zwei Sicherheitssysteme problemlos funktionieren.
Bei einem sehr leistungsfähigen System kann die zusätzlich benötigte Leistung wenig auffallen, auf Systemen die schon knapp an Ressourcen sind, kann das aber stark ins Gewicht fallen. Zusätzlich können auch unangenehme Wartezeiten und schlechte Systemantwortzeiten auftreten, wenn zum Beispiel grosse Dateien mehrfach überprüft werden, bevor sie für eine Anwendung freigeschaltet werden.
Wenn man MSE installiert, kommt die Meldung: «Bei der Farbe Grün ist alles okay.» Dabei gibt es nie 100-prozentigen Schutz vor Malware, Microsoft verspricht viel zu viel.
Dieses Verhalten ist bei allen Antimalware-Produkten identisch. Die Anzeige «OK» bedeutet, dass die Scansoftware zum aktuellen Zeitpunkt der Computer optimal gegen sämtliche bekannten Gefahren geschützt ist.
Trotzdem, Laien könnten sich in falscher Sicherheit wiegen.
Das glaube ich nicht. Microsoft untersucht kontinuierlich neu entstehende Bedrohungen und passt die Erkennungsmöglichkeiten von MSE laufend an. Der Anwender erhält Neuerungen über die Windows Update Plattform.
Microsoft ist für viele Nutzer immer noch so was wie der «Bad Guy» der IT-Szene. Sie sagen sich: Wenn dieser Multi ein Gratisprodukt auf den Markt bringt, kann etwas nicht stimmen.
Ich kann Ihnen versichern: Unser Grundinteresse hinter den Sicherheitsprodukten und Funktionen ist immer dasselbe – einen sicheren, stabilen und zuverlässigen PC zu gewährleisten. Wer aus Kostengründen auf einen effektiven Antimalwareschutz verzichten, gefährdet nicht nur sich selber, sondern auch alle anderen Anwender, indem sie aktiv an der Verbreitung von Malware partizipieren. Malware auf Windowsrechnern schadet Anwendern wie auch Microsoft – daher unternehmen wir sehr viel im Bereich Sicherheit.
Die Konkurrenz zu MSE ist gross. Warum ist Microsoft Security Essentials aus Ihrer Sicht besser als andere Gratis-Sicherheitssoftware?
MSE wurde unter zwei Hauptaspekten entwickelt: Zum einen ging es darum, dem Anwender einen maximalen Schutz gegen Malware zu bieten und zum anderen ein Produkt zu schaffen, das sowohl einfach zu bedienen und zu nutzen ist, aber auch das System nach Möglichkeit nicht merkbar belastet. Die guten Schutzeigenschaften erhält das Produkt dadurch, dass die gleiche Scanengine verwendet wird wie in den kommerziellen Antimalware-Produkten von Microsoft. Damit ist die gleiche Geschwindigkeit der Bereitstellung der Updates und die gleiche Qualität der Updates gewährleistet.
Haben Sie keine Angst, Anbieter von bezahlter Sicherheitssoftware zu verärgern? Diese sind zum Teil ja auch Partner von Microsoft.
Nein. Es gibt auf dem Markt schon seit längerer Zeit Anbieter von kostenloser Antimalware Software. Das Hauptziel unserer Sicherheitslösung ist eine einwandfrei funktionierende Plattform und damit verbunden die Sicherung des Vertrauens in die Plattform.
Braucht es aus Ihrer Sicht überhaupt noch kostenpflichtige Sicherheitssoftware?
Wer Produkte vergleicht, muss nebst den möglichen Funktionen auch die Erkennungsrate beachten, respektive die Geschwindigkeit, mit der neue Bedrohungen vom Produkthersteller erkannt und bekämpft werden. Häufig bieten Hersteller sowohl freie wie auch kostenpflichtige Lösungen an, welche sich durch den Funktionsumfang unterscheiden. Der Anwender muss sich überlegen, ob er für zusätzliche Funktionen bezahlen will oder ob die kostenlose Software bereits seine Bedürfnisse erfüllt. Der Preis für die Produkte hat im allgemeinen keinen Einfluss auf die Qualität der Erkennung. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 01.10.2009, 14:56 Uhr
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12 Kommentare
Ich habe seit gestern die neue MSE-Software auf meinem PC mit Windows 7 Release Candidate installiert und das kostenlose Avira rausgeschmissen. Für den Otto-Normaluser kann ich MSE bestens empfehlen. Es ist sehr einfach in der Installation und in der Handhabung. Bei den kostenlosen Programmen sind die Werbe-Pop-Ups einfach störend. Upgrades sind m.E. für Normalos nicht notwendig. MSE ist spitze! Antworten
Natürlich nicht 100%ig, wie im Artikel schon steht, denn absoluten Schutz gibt es nicht, der User ist die Schwachstelle, wenn er unkontrolliert surft und alles Mögliche anklickt, dann hilft das beste Schutzprogramm nichts. Ein Softwarefirewall ist ebenfalls überflüssig weil nutzlos, die im Router integrierte Hardware-Firewall ist ausreichend und allein effizient. Antworten
Diese zusätzlichen Funktionen dienen Firmen mit Netzwerken, für Normaluser sind die nicht notwendig. Viele Beiträge hier im Forum sind geprägt durch Unwissen und verunsichern den Normaluser. Eine gute Gratissoftware wie z.B. Avast oder AntiVir ist absolut ausreichend, dazu noch ein Antispywareprogramm wie AdAware, ebenfalls gratis, und der Schutz ist gewährleistet. Antworten
Herr Häberli: Ihre Aussage "Alle Anbieter von Gratissoftware bieten auch Kostenpflichtige Versionen mit erheblich besserem Schutz" ist Unsinn und zeugt von Nichtwissen. Wie im Artikel schon richtig steht, bieten kostenpflichtige Programme mehr Funktionen, aber nicht besseren Schutz. Antworten
Ja da will Microsoft wohl AntiVir konkurenz machen. @Manfred Häberli: Es ist logisch das jede gratis Software auch eine kostenpflichtige Version hat,irgendwie muss es ja finanziert werden. Doch unterscheidet sich dies einzig und allein darauf, wie oft sie aktualisiert werden. Für den normalen gebrauch, eines Benutzers der sich etwas auskennt und nicht auf die einfachsten Tricks reinfällt, genügts Antworten
Bis jetzt hat keine Gratissoftware einen genügenden Schutz garantiert. Alle Anbieter von Gratissoftware bieten auch Kostenpflichtige Versionen mit erheblich besserem Schutz. Die Gratisversionen sind eigentlich nur ein Marketinggag. Für einen vollständigen Schutz vertraue ich bis auf weiteres anderen Herstellern. Es wird nicht lange dauern bis die ersten Testresultate veröffentlich werden… Antworten



werner huber
Hatte 3 Virenprogramme installiert und dann über Jahre getestet welche Version was findet, alle fanden nach der Reinigung jedes einzelnen Programm`s wieder neue ( Käfer ) ist doch wirklich nicht normal da ja alle die gleiche Aufgabe erfüllen müssten. arbeite mit Windows Vista, Windows 7 RC und mit Windows 7 Enterprise begrüsse sehr dass Microsoft endlich ein einfaches MSE brachte. Hut ab Antworten