Drei Tricks, um schlechte Bilder in gute zu verwandeln

Tolles Motiv, aber üble Qualität? Das sind die Kniffe, mit denen Sie das Beste aus missglückten Schnappschüssen herausholen.

Der Taschenspielertrick: Mit Effekten Bildmängel kaschieren.
Video: Another Day at the Beach von Lady May Pamintuan/Flickr.com, CC BY-ND 2.0

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Es ist ganz einfach, ein tolles Foto zu schiessen: Man braucht nur aufs richtige Motiv zu zielen und im passenden Moment abzudrücken. Und ja – dann sollte auch die Technik mitspielen. Damit die Kamera nicht (natürlich völlig eigenmächtig) eine falsche Belichtung wählt, das Bild verwackelt oder die Farben verhunzt.

Doch Profifotografen wissen genauso gut wie die Amateure der Zunft, dass auf die Technik nicht immer Verlass ist. Das ist in manchen Fällen eine kleine Tragödie. Denn besondere Augenblicke kommen selten wieder und missratene Fotos lassen sich kaum wiederholen.

Bei manchen Fotopannen will man daher versuchen, zu retten, was zu retten ist. Es gibt drei Ansätze, wie man mit technisch unzulänglichen Aufnahmen umgehen kann:

«Das gehört so!»

Die einfachste ist, stinkfrech zu behaupten, das sei ein Low-Tech-Look, der künstlerisch gewollt ist. Imperfektion hat Tradition in der Fotografie. Sie ist ein Verkaufsargument für viele Kultkameras: Von der Lomo über die Holga bis hin zur Diana.

Den Kran per App verschwinden lassen – ob das klappt?

Methode zwei und drei stellen wir im Video ausführlich vor. Zuerst die Reparatur. Wie man repariert, hängt natürlich vom Problem ab. Einfache Mängel lassen sich durch Beschneiden beheben – so verschwinden Elemente in den Randbereichen, die die Komposition beeinträchtigen. Falls sich störende Elemente mitten im Bild befinden, kann man sie mit der Touch Retouch (2 Franken für Android und iPhone) wegpinseln. Sie eliminiert Kabel und Leitungen, Unrat und ähnliches. Man kann auch grosse Objekte wie Touristen, die vor die Sehenswürdigkeit gelaufen sind, entfernen. Die App rekonstruiert dann den Hintergrund – wie gut, hängt natürlich von den Umständen ab.

Aus vielen schlechten Fotos ein gutes machen

Hat man mehrere Bilder der gleichen Szene gemacht, die für sich genommen alle nicht befriedigen, kombiniert die App Group Shot (1 Franken fürs iPhone, ausführliche Besprechung) die besten Teile zu einer (hoffentlich makellosen) Collage. Dieser Trick funktioniert unter günstigen Umständen gut. Er eignet sich besonders für Gruppenfotos, doch das Video zeigt, dass man ihn durchaus auch für Stillleben anwenden darf.

Die Foto-Puzzle-Methode für die rundum glückliche Familie.

Ein Bildfehler, der Fotos meist unbrauchbar macht und besonders bei schwierigen Lichtverhältnissen auftritt, ist das Verwackeln. Es gibt Programme wie Smart Deblur (Windows und Mac ab 49 US-Dollar; das Alternativprogramm Blurity wird hier vorgestellt), die solche Unschärfen wegrechnen wollen. Sie sind komplex in der Handhabe und bewirken meist nur graduelle Verbesserungen. Aber bei einem einmaligen Schnappschuss sollte man ihnen eine Chance geben.

Bei verwackelten Bildern ist Hopfen und Malz verloren. Oder?

Bei verwackelten Aufnahmen, die mit dem iPhone und der Live-Foto-Funktion gemacht wurden, gibt es einen weiteren Trick, der mit der Motion-Stills-App von Google (kostenlos fürs iPhone) klappt. Er besteht darin, dass man ein Video exportiert und bei dem an einer unverwackelten Stelle einen Screenshot erstellt, wie hier im Detail beschrieben.

Bei so einem verwackelten Bild lässt sich nichts mehr machen – oder?

Und Methode drei ist zugegebenermassen ein Taschenspielertrick. Denn wenn man die Mängel nicht beheben kann, dann sollte man sie kaschieren. Anwender von Photoshop finden hier diverse Tricks: Unschärfen und leichte Verwackler treten in den Hintergrund, wenn man ein künstliches Korn übers Bild legt. Es imitiert die Eigenschaften von analogem Film. Auch die unzähligen Effekte und Aktionen, die eine Aufnahme auf alt trimmen, sind sehr hilfreich beim Verstecken von Unzulänglichkeiten.

Im App-Zeitalter hilft eine der Kunst-Apps wie Prisma (gratis fürs iPhone und Android) weiter. Sie verfremdet Bilder so stark – mit dem Ziel, einen Mal- oder Zeichenstil zu imitieren – dass die technischen Probleme unsichtbar werden... (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 14.05.2017, 08:11 Uhr

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