Der Computer bekommt Ohren
Von Reto Knobel. Aktualisiert am 17.11.2008
Ein Spracherkennungs-Programm arbeitet ähnlich wie das menschliche Gehör – das Gehirn decodiert die Signale und bestimmt deren Bedeutung. Eine solche Software hat Google entwickelt: iPhone-Nutzer sollen damit ohne Tastatur im Internet suchen können, vorerst allerdings nur in den USA. Auf Youtube läuft ein Werbevideo, das die Funktionsweise der Google-Sprachsteuerung erklärt:
Weil das Apple-Handy mit einem GPS-Chip ausgerüstet ist, sollen selbst ortsbezogene Informationen abgefragt werden können, etwa wo sich die nächste Buchhandlung befindet.
Die «New York Times» ist zufrieden
Die «New York Times» hat die neue Funktion getestet. Laut dem US-Blatt funktioniert die Spracherkennung zwar nicht fehlerlos, stellt aber einen weiteren wichtigen Schritt in der Entwicklung sprachgesteuerter Funktionen dar. Laut dem Onlineportal Onlinekosten.de ist es gut möglich, dass die von Google entwickelte Sprachsteuerung in den nächsten Monaten auch für andere Smartphones zur Verfügung gestellt wird. Mit Yahoos Onesearch with Voice und Microsoft Tellme sind ähnliche Programme auf dem Markt.
Trotzdem ist es zweifelhaft, ob sich die Spracherkennung im Alltagsgebrauch wirklich durchsetzt, gehört die Funktion doch seit langem zu den grossen Herausforderungen im IT-Business. Schon in den 90er Jahren forschten Entwickler darüber und mussten erkennen, dass (wie so oft) die Details die grössten Probleme bereiten. Bei der Spracherkennung sind dies etwa Faktoren wie die Nähe zum Mikrofon, Nebengeräusche oder Dialekte.
Immerhin gibt es wenigstens für PC-Nutzer einen Hoffnungsschimmer. Das Programm Dragon Naturally Speaking von Nuance erkennt nach Firmenangeben in der Praxis über 95 Prozent der gesprochenen Worte. Die neueste Version 10 soll Wörter noch besser erkennen und schneller anzeigen, so dass diktieren am PC fast schon so flüssig funktioniert wie ein Buch vorlesen. Das gilt auch für das Konkurrenzprodukt Voice Pro von Linguatec. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 17.11.2008, 16:32 Uhr
































































