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Datensicherung: Selbstgestrickt und unkompliziert

Der Windows-Befehl xcopy und keine Berührungsängste mit der Befehlszeile: Mehr braucht es nicht für die massgeschneiderte Backup-Strategie.

Die Aufgabenplanung von Vista ist zuständig, dass die Datensicherung täglich automatisch durchgeführt wird.

Die Aufgabenplanung von Vista ist zuständig, dass die Datensicherung täglich automatisch durchgeführt wird.

«Doppelt gespeichert hält besser», das ist die beste Versicherung vor Datenverlust. Daten und Dokumente werden auf einen zweiten Datenträger kopiert und sind dort abrufbar, falls sie am Ursprungsort abhanden kommen sollten. Ein simples Prinzip, das aber nur greift, wenn das Kopierprozedere ohne viel Aufwand und Umstände in Gang gesetzt werden kann. Nur dann wird die Datensicherung auch täglich ausgeführt.

Das Kopieren von Daten und Dokumenten lässt sich mit Windows-Mitteln, also ganz ohne kostenpflichtige Downloads und Extra-Programme automatisieren. Dabei hilft der Befehl xcopy, den es in Windows 2000, XP und Vista gibt. Der Hacken an der Sache: xcopy ist ein Konsolenbefehl, muss also über die Befehlszeile oder eine Batch-Datei benutzt werden. Das ist keine Hexerei, aber ungewohnt für Anwender, die nicht von DOS oder Linux mit dieser Form der Computerbedienung vertraut sind.

Der Befehl xcopy kopiert Verzeichnisse mit allen Daten und Unterverzeichnissen. Als erstes gibt man das Quellverzeichnis, als zweites das Zielverzeichnis an. Danach folgen so genannte Befehlsschalter, die die Wirkungsweise steuern. Für eine Datensicherung könnte der xcopy-Befehl so aussehen:
xcopy "C:\Dokumente und Einstellungen\Sonja\*.*" f: /m /h /s /c /y

Hier wird der gesamte Inhalt des Benutzerverzeichnisses des Windows-Kontos von Sonja gesichert. Natürlich müssen Sie diese Angabe den Gegebenheiten auf Ihrem Rechner anpassen. Sie können anstelle des Pfades «C:\Dokumente und Einstellungen\Sonja\» auch die Variable %HOMEPATH% verwenden. Diese verweist auf das Benutzerkonto und funktioniert unabhängig von dessen Namen. Weitere solcher Systemvariablen finden Sie im Beitrag «Die Windows-Schleichwege» auf Kummerbox.ch.

Die zweite Angabe, «f:», gibt das Ziellaufwerk an. Auch hier müssen Sie natürlich den für Ihr Backup-Laufwerk passenden Buchstaben angeben. Sie können hier auch eine Netzwerkadresse eingeben, falls Sie auf ein Laufwerk im Netz sichern, etwa \\NETZHD\datensicherung.

/m ist ein Befehlsschalter, der bewirkt, dass nur Dateien mit gesetztem Archiv-Bit kopiert werden. Das Archiv-Bit ist ein so genanntes Dateiattribut, das von Windows immer dann gesetzt wird, wenn eine Datei neu erstellt oder verändert wird. Der xcopy-Befehl löscht dieses Attribut, sobald er die Datei gesichert hat. Somit müssen dank dem Archiv-Bit nur Dateien kopiert werden, die effektiv verändert oder neu erstellt wurden. Das beschleunigt den Sicherungsvorgang enorm, da so nicht Tausende von Dateien, sondern nur einige wenige kopiert werden müssen. /h bewirkt, dass auch Systemdateien und versteckte Dateien kopiert werden; dieser Parameter kann auch weggelassen werden. /s ist wichtig: Dieser Schalter veranlasst xcopy, auch (nicht leere) Verzeichnisse und Unterverzeichnisse zu kopieren; ohne diese Angabe würde nur das angegebene Verzeichnis ohne Unterordner bearbeitet. Der Parameter /c bewirkt, dass das Kopieren auch bei Fehlern fortgesetzt wird – beispielsweise dann, wenn eine Datei nicht kopiert werden kann, weil sie geöffnet ist. Diese Option ist wichtig, weil sonst der Kopiervorgang allenfalls vorzeitig abgebrochen wird, ohne dass der Anwender das merkt. /y sorgt dafür, dass bereits vorhandene Dateien ohne Nachfrage überschrieben werden – das ist nötig, weil sonst bei jeder bearbeiteten Datei die Ersetzung bestätigt werden müssen.

Interessant ist allenfalls auch der Parameter /d. Er kann anstelle von /m verwendet werden und bewirkt, dass Dateien nur dann kopiert werden, wenn die Quelldatei neuer ist als die im Zielverzeichnis vorhandene Datei gleichen Namens. Es gibt weitere Parameter, mit denen unter anderem auch die Möglichkeit besteht, bestimmte Dateien vom Kopiervorgang auszuschliessen. Informationen dazu bietet die Windows-Hilfe zum Stichwort «xcopy».

Diesen Befehl müssen Sie nun nicht jedes Mal eingeben. Sie können ihn, nachdem Sie ihn für Ihre Belange adaptiert haben, als Batch-Datei speichern. Sie brauchen dann nur auf diese Datei doppelzuklicken, um die Datensicherung auszuführen. Öffnen Sie den Windows-Editor und geben Sie den xcopy-Befehl wunschgemäss ein. Sie können auch problemlos mehrere xcopy-Befehle hintereinander verwenden, um verschiedene Verzeichnisäste zu sichern. Speichern Sie dann die Batch-Datei über den Befehl «Datei > Speichern unter». Geben Sie als Name "Backup.bat" ein. Die geraden Anführungszeichen sind nötig, damit der Windows-Editor die Endung BAT verwendet – nur mit dieser ist die Batch-Datei auch ausführbar.

Sie können die Batchdatei per Doppelklick starten oder automatisch ausführen lassen. Dazu öffnen Sie die Systemsteuerung, wechseln ggf. zur klassischen Ansicht, doppelklicken auf «Geplante Tasks» und dann auf «Geplanten Task hinzufügen». Folgen Sie dem Assistenten und betätigen Sie bei der Angabe des auszuführenden Programms auf «Durchsuchen» und geben Sie die Datei «Backup.bat» an. Geben Sie dann an, wie häufig der Task ausgeführt werden soll, beispielsweise «Täglich» – oder auch beim «Abmelden», dann werden die Daten einmal pro Benutzersession gesichert. Sie müssen für die automatische Ausführung schliesslich noch Ihren Benutzernamen und Ihr Kennwort angeben. Diese Beschreibung gilt für Windows XP.

Bei Vista ist der Taskplaner in der Systemsteuerung über «Verwaltung > Aufgabenplanung» zu finden. Wählen Sie hier «Aktion > Einfache Aufgabe erstellen». Vergeben Sie als Name «Backup», bei «Trigger» zum Beispiel «Täglich», als Aktion «Programm starten» und dann die Batch-Datei «Backup.bat». Über «Aktion > Aufgabe erstellen» können Sie auch weitere «Trigger» definieren – sprich: Andere Auslöser für das automatische Backup angeben. Hier gibt es die Möglichkeit, Tasks beim Beenden der Benutzersitzung oder bei Leerlauf des Computers zu starten.

Kopieren ohne Pardon

Bei Windows Vista gibt es ein zweites Kopierprogramm für die Befehlszeile: Es heisst robocopy und stammt von den Server-Versionen von Windows. robocopy hat gegenüber von xcopy einige wesentliche Vorteile. Der Parameter /MIR erlaubt das Spiegeln an der Befehlszeile – damit lässt sich der Ordnerast von der Arbeitsfestplatte mit seiner Kopie auf dem Datenspeichermedium abgleichen:
robocopy "C:\Users" "x:\Benutzerdaten-Back" /MIR

Das behebt eines der grössten Mankos von xcopy: Der Kopiervorgang belässt nämlich Dateien am Ziel, die an der Quelle gelöscht wurden. Damit sammeln sich auf dem Backup-Medium veraltete Dateien, die man von Zeit zu Zeit durch einen Extra-Synchronisierungsvorgang löschen muss.

robocopy ist ein ausgezeichneter Ersatz für xcopy – aufgrund der 72 Befehlszeilenparameter aber nicht eben einfach in der Handhabung. Im Beitrag «Robocopy – Der Kopier-Gigant» stellt wintotal.de viele der Parameter vor.

In diesem Beitrag wird auch ein praktisches Hilfsprogramm erwähnt: Copyrite XP. Das ist eine grafische Oberfläche zur Bedienung von robocopy. Das Programm erzeugt anhand der angeklickten Optionen den passenden Kommandozeilen-Befehl, den man dann in Batch-Dateien einbindet. Copyrite XP gibt es ebenfalls auf wintotal.de.

Erstellt: 04.11.2008, 20:18 Uhr

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