Sich beim Browsen nicht ausbremsen lassen
Zu viel Sicherheit schadet dem Surfvergnügen – wer im Web alles sehen will, muss restriktive Konfigurationen lockern.
Es ist lästig und es kommt immer wieder vor: Nach dem hoffnungsfrohen Aufruf einer Internet-Adresse passiert nicht das, was eigentlich vorgesehen wäre. Statt den erwarteten Inhalten, Bilder, Videos, Informationen, taucht nur eine Fehlermeldung auf. Oder eine offensichtlich unvollständige Seite, auf der wesentliche Elemente fehlen – beispielsweise die Navigation. Das Problem kann sich auch so äussern, dass die Anmeldung bei passwortgeschützten Seiten nicht klappt.
Wenn Seiten im Web nicht richtig angezeigt werden, sind das die möglichen Ursachen:
- Die Website ist nicht kompatibel
- Der Browser ist falsch oder zu restriktiv konfiguriert
- Es fehlt eine Erweiterung
- Eine Sicherheitssoftware funkt dazwischen
Ganz simpel ist die Lösung nicht – dafür gibt es einfach zu viele mögliche Fehlerquellen. Lassen Sie sich aber deswegen nicht entmutigen. Mit einer systematischen Überprüfung der folgenden Punkte kommen Sie dem Problem bestimmt auf die Spur:
Punkt eins kommt dann in Frage, wenn Sie einen älteren Browser oder ein altes Betriebssystem verwenden. Dann ist das Problem mit dem Umstieg auf die neueste Version erledigt.
Kompatibilitätsprobleme aber auch mit neuen Browsern auftreten. Sie sind häufiger bei alternativen Browsern wie Mozilla Firefox oder Opera. weil Microsofts Browser viele Internet-Standards in den Wind schlägt, ist auch er nicht vor diesem Problem gefeit. Die Diagnose ist einfach: Betrachten Sie die fragliche Site probehalber mit einen anderen Browser – mit Firefox oder Opera, wenn Sie den Internet Explorer einsetzen. Oder aber umgekehrt mit dem Internet Explorer, wenn Sie Opera- oder Firefox-User sind (Firefox-User können auch die Erweiterung IE Tab verwenden). Wenn die Site in allen Browsern falsch angezeigt wird, ist die Chance gross, dass das Problem bei der Website liegt – wenden Sie sich mit einem netten Mail an den Webmaster der Site und weisen Sie ihn aufs Problem hin.
Einstellungen auf die Sprünge helfen
Wenn die Seite in einem Browser falsch, in den anderen Browsern aber richtig erscheint, dann hat womöglich der Webdesigner geschludert. Manchen Webmastern ist es zu viel Aufwand sicherzustellen, dass man mit jedem Browser eine korrekte Darstellung erhält. Auch in diesem Fall hilft ein nettes Mail an den technischen Verantwortlichen. Es ist aber auch denkbar, dass der Browser mit der falschen Darstellung nicht korrekt konfiguriert ist. Darum werfen Sie einen Blick auf die Einstellungen des Surfprogramms.
Anwender des Internet Explorers tun dazu folgende Dinge:
- Tragen Sie die Adresse der nicht-funktionierenden Site in die Liste der sicheren Sites ein. Das tun Sie im Internet Explorer (6 und 7), indem Sie auf «Extras > Internetoptionen» klicken, den Reiter «Sicherheit» öffnen, im Feld mit den Icons das Symbol «Vertrauenswürdige Sites» markieren, dann auf die Schaltfläche «Sites» klicken und die fragliche Adresse hinzufügen. Unter Umständen müssen Sie die Option «Für Sites dieser Zone ist eine Serverüberprüfung (https) erforderlich» abwählen. Fügen Sie aber nur Websites der sicheren Zone hinzu, denen Sie voll und ganz vertrauen – ansonsten birgt dieser Weg ein grosses Risiko! Wenn Sie einer Site nicht vertrauen, sollten Sie auf diese Massnahme verzichten und stattdessen in Kauf nehmen, dass die Site nicht richtig funktioniert.
- Machen Sie einen «Reset» des Internet Explorers. Sprich: Verwerfen Sie alle individuellen Einstellungen, die Probleme machen könnten. Beim Internet Explorer 7 wählen Sie den Befehl «Extras > Internetoptionen», öffnen den Reiter «Erweitert» und klicken hier auf die Schaltfläche «Zurücksetzen».
- Beim Internet Explorer 6 oder älter gibt es die praktische «Reset»-Funktion nicht. Hier machen Sie folgendes: Leeren Sie den Web-Cache. Gehen Sie im Browser über den Befehl «Extras > Internetoptionen» und betätigen im Reiter «Allgemein» bei «Temporäre Internetdateien» den Knopf «Dateien löschen». Zweitens setzen Sie die Sicherheitszonen auf den Standard zurück – das ist weiter unten bei «Java und JavaScript auf die Schienen hieven» beschrieben.
Cookies in Position bringen
Bei Punkt zwei ist auch ein zu restriktiver Umgang mit den Cookies denkbar. Stellen Sie die Cookie-Verwaltung auf den Standard zurück:
- Bei Firefox unter «Extras > Einstellungen» im Reiter «Datenschutz». Über die Schaltfläche «Ausnahmen» können Sie Sites definieren, von denen Sie Cookies immer bzw. nie annehmen. Sie sollten bei Problemen mit Sites die Cookies akzeptieren (Schaltfläche «Für diese Sitzung erlauben» oder «Erlauben»).
- Beim Internet Explorer 7 und 6 unter «Extras > Internetoptionen» im Reiter «Datenschutz». Über die Schaltfläche «Sites» können Sie die Adresse der fraglichen Site hinzufügen, sodass Cookies immer angenommen werden (Schaltfläche «Zulassen»). Über die Schaltfläche «Standard» setzen Sie die Cookie-Verwaltung auf die normale Funktionsweise zurück, die mit den allermeisten Websites funktioniert.
- Bei Opera unter «Extras > Einstellungen» unter «Erweitert» in der Rubrik (links) bei «Cookies». Wählen Sie rechts die Option «Cookies annehmen».
- Bei Safari unter «Safari > Einstellungen» in der Rubrik «Sicherheit» wählen Sie bei «Cookies akzeptieren» die Option «Nur von Web-Sites, die ich besuche». Bei Problemen setzen Sie die Einstellung auf «Immer».
Java und JavaScript auf die Schienen hieven
Immer noch Fall zwei: Es könnte sein, dass Java, JavaScript oder eine andere Browser-Technologie abgeschaltet ist. Das macht das Surfen zwar sicherer, es führt aber auch dazu, dass manche Sites nicht richtig angezeigt werden. Schalten Sie diese Browsertechnologien wieder ein – entweder nur für den Zugriff auf die fragliche Website oder dauerhaft:
- Bei Firefox schalten Sie JavaScript und Java über «Extras > Einstellungen» ein. Öffnen Sie den Reiter «Inhalt» und setzen Sie ein Häkchen bei «JavaScript aktivieren» und bei «Java aktivieren».
Es gibt auch Firefox-Erweiterungen, die die Script-Ausführung beeinflussen, beispielsweise NoScript. Passen Sie die Konfiguration einer solchen Erweiterung an oder deaktivieren bzw. deinstallieren Sie sie. - Bei Safari betätigen Sie den Befehl «Safari > Einstellungen», gehen zum Reiter «Sicherheit» und setzen unter «Web-Inhalte» bei «Java aktivieren» und «JavaScript aktivieren» ein Häkchen.
- Bei Opera finden Sie die Einstellungen unter «Extras > Einstellungen» im Reiter «Erweitert» in der Rubrik «Inhalte». Aktivieren Sie die Optionen «JavaScript aktivieren» und «Java aktivieren», ebenso «Plug-Ins aktivieren».
- Beim Internet Explorer ist die Sache knifflig – es gibt sehr viele Optionen, die das Verhalten des Browsers beeinflussen und ausserdem variieren die Einstellungsmöglichkeiten je nach Browserversion und Betriebssystem. Daher ist es bei Problemen am einfachsten, die Einstellungen zurückzusetzen. Das tun Sie über «Extras > Internetoptionen» im Reiter «Erweitert». Klicken Sie auf «Erweiterte Einstellungen wiederherstellen» (beim Internet Explorer 7) bzw. auf «Wiederherstellen» (beim Internet Explorer 6).
Das war noch nicht alles – auch die Einstellungen in den «Internetoptionen» unter «Sicherheit» beeinflussen die Anzeige von Websites. Falls Sie die Konfiguration der Stufen speziell angepasst haben, sollten Sie diese ggf. wieder auf die Standards zurücksetzen. Dazu klicken Sie im Internet Explorer 7 auf die Schaltfläche «Alle Zonen auf Standardstufe anpassen». Im Internet Explorer 6 oder älter markieren Sie nacheinander die Zonen «Internet» und «Vertrauenswürdige Sites» und klicken auf «Standardstufe». Informationen zum Zonenmodell des Internet Explorers bietet Microsoft im Beitrag «Sicherheitszonen in Internet Explorer verwenden» in der Supportdatenbank «Knowledge Base».
Plug-Ins in Gang setzen
Fall drei: Viele Websites setzen Zusatzprogramme, so genannte Plug-Ins voraus. Grundsätzlich sollten die Betreiber der Site darauf hinweisen, welche Software allenfalls installiert sein muss. Im Zweifelsfall lösen Sie das Problem, indem Sie die neueste Version des Flash-Players und von Sun Java herunterladen. Falls Videos fehlen, installieren Sie die passende Video-Wiedergabe-Software (QuickTime, Windows Media Player oder den Real Player).
In Firefox gibt es übrigens eine schöne Möglichkeit, Informationen zu den installierten Erweiterungen anzuzeigen: Tippen Sie dazu about:plugins in die Adresszeile ein und Firefox liefert eine ausführliche Auflistung aller installierten Erweiterungen, mit Versionsangabe und technischen Details.
Fall vier: Viele Sicherheitsprogramme wie Personal Firewalls, Werbeblocker, Privatsphären-Schutzprogramme oder auch Tools für die so genannte «Transaktionssicherheit» greifen in den Internet-Datenverkehr ein und können so unter Umständen auch Probleme verursachen. Die Vorgehensweise ist allerdings abhängig vom eingesetzten Produkt. Schalten Sie probehalber Ihre Firewall bzw. Ihr Sicherheitsprogramm ab. Das Abschalten sollte aber keine dauerhafte Lösung sein, sondern nur ein Diagnoseinstrument. Für eine dauerhafte Lösung ist eine Anpassung der Konfiguration bei der Sicherheitssoftware notwendig. Informationen dazu finden Sie in der Dokumentation zu der Sicherheitssoftware. Da es mitunter schwierig ist, die richtige Einstellung zu eruieren, wenden Sie sich bei Problemen an den Kundendienst des Software-Herstellers. Allenfalls weiss auch der Betreiber der Website Bescheid über solche Probleme und kann Ihnen den passenden Tipp zur Konfiguration geben.
Erstellt: 04.11.2008, 20:18 Uhr
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Familie, Beruf und Studium
Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.





