Google revolutioniert das Weltbild

Von Reto Knobel. Aktualisiert am 10.02.2009 1 Kommentar

Google Ocean, Mars 3D und Zeitreisen: Google präsentiert die spektakuläre Weiterentwicklung von Google Earth, das seit 2005 400 Millionen Mal heruntergeladen wurde.

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Google Earth gibt an, wie warm die Weltmeere sind.
Bild: Google Earth

   

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Weitere Neuerung von Google Earth

Mars in 3D: Informationen, Karten und hochauflösende Fotos ermöglichen Nutzern die Erkundung des roten Planeten. Per Klick auf den Button in der oberen Google Earth-Statusleiste kann der Planet gewechselt werden. Damit wird der Zugang zu zahlreichen Informationsebenen – darunter eine virtuelle Mars-Tour sowie Infrarot- und Raumfahrtaufnahmen ermöglicht.

Virtuelle Zeitreisen: Nutzer können der Vergangenheit einen Besuch abstatten und die Veränderungen an Orten beobachten, zu denen historische Satellitenbilder vorliegen.

Touren: Erstellung von kommentierten Touren, Bildern und Informationen in Google Earth.

GPS-Tracking: Nutzer können Touren von ihrem GPS-Gerät (z. B. Garmin, Magellan und NMEA-kompatible Geräte) auf Google Earth laden – so können sie auf übersichtliche Weise Jogging-, Wander- und Radfahrstrecken bereitstellen und zum Beispiel Segelrouten dokumentieren.

Wie Tagesanzeiger.ch/Newsnet bereits letzte Woche berichtet hat, geht die neuste Version von Google Earth den Weltmeeren auf den Grund. Mit der von Google-Chef Eric Schmidt und Friedensnobelpreisträger Al Gore vorgestellten Google Earth Version 5.0 können sich Internetnutzer ab sofort umfassend über die Weltmeere und deren Flora und Fauna informieren. Sie können Unterwasserwelten in 3D erforschen und in Filmen, Bildern und Texten, die von Meereswissenschaftlern zusammengestellt wurden, mehr über die Welt der Ozeane erfahren.

«70 Prozent der Erde sind von Meeren bedeckt, die 80 Prozent des Lebens auf unserem Planeten beherbergen – aber nur fünf Prozent dieser Räume wurden je von Menschen erforscht» erläutert Giorgio Scherl, Produktmanager für Google Maps. Google Ocean führe Unterwasserwelten und Fachinformationen zusammen und gewähre Nutzern somit gänzlich neue und faszinierende Einblicke in die unzugänglichsten Winkel dieser Welt. «Auf ihren virtuellen Reisen kann man zu Vulkanen unter dem Meeresspiegel tauchen, in Videos die exotische Meeresfauna bestaunen und Wracks entdecken. Zudem können Nutzer selbst Fotos und Videos ihrer Lieblingsorte für den Surf- oder Tauchsport bereitstellen.»

Abtauchen, ohne nass zu werden

Wie ein erster Test zeigt, erscheint beim Heranzoomen die Wasseroberfläche des Meeres transparent. Taucht ein Nutzer virtuell unter Wasser, so kann er auf dem 3D-Meeresgrund navigieren und dabei beispielsweise den mittelozeanischen Rücken erkunden – das weltgrösste Netz von Unterwassergebirgszügen, das sich über 50'000 Kilometer um den Globus erstreckt.

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Laut Giorgio Scherl beinhaltet der Funktionsbereich von Google Ocean 20 Informationsebenen (so genannte Layer), darunter Erläuterungen von weltweit führenden Wissenschaftlern, Forschern und Meeresexperten. Zu diesen Informationsebenen zählen:

Das Meer erkunden: Fotografien und Videos zu weltweiten Sehenswürdigkeiten unter Wasser, bereitgestellt von mehr als 80 Organisationen und Einzelpersonen.

Meeresschutzgebiete: beispielsweise mit Informationen über das australische Great Barrier Reef.

Tierortung: Nutzer können die Wanderrouten von Meerestieren verfolgen, die mit Satellitensendern versehen wurden.

Tote Zonen, Seafood Watch, Fish to Eat: Informationen über die schädlichen Auswirkungen der Überfischung und Möglichkeiten, dem gegenzusteuern.

Cousteaus Welt des Meeres: Nutzer können sich Videos aus den Archiven des Meeresforschers Jacques Cousteau anschauen, darunter bislang unveröffentlichtes Filmmaterial von historischen Unterwasserexpeditionen.

Al Gore ist begeistert

Entwickelt wurde dieser neue Funktionsbereich in enger Zusammenarbeit mit Sylvia Earle, Ozeanographin der National Geographic Society, sowie einem Beirat führender Meeresschützer und -wissenschaftler. «Ich kann mir kein besseres Konzept als den neuen Meeresbereich in Google Earth vorstellen, um die Begeisterung und das Bewusstsein für den blauen Lebensbrunnen unserer Erde zu wecken», so Sylvia Earle.

Auch der ehemalige US-Vizepräsident Al Gore ist voll des Lobes über die neuste Google-Entwicklung. «Sie können faszinierende Phänomene erleben, zu denen es in der bisherigen Version keinen Zugang gab», sagt er.

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Google-Chef mutiert zum Umweltschützer

«In den Debatten über den Klimawandel werden die Weltmeere oft übergangen, obwohl sie in dieser Thematik eine entscheidende Rolle spielen», so Google Chef Eric Schmidt. Etwa ein Drittel des von Menschen in die Atmosphäre abgegebenen Kohlendioxids gelange in die Meere. Die Verknappung der Artenvielfalt in unseren Meeren innerhalb der nächsten 20 bis 30 Jahre komme in etwa dem Verlust des gesamten Amazonas gleich – das werde uns nur nicht bewusst, weil es im Verborgenen geschieht. «Auch deshalb ist der heutige Start von Google Earth 5.0 so wichtig: Wir haben eine Chance, die Perspektive der Menschen zu verändern.»

Google Ocean ist eine Komponente der neuen Version 5.0 von Google Earth und kostenlos. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 10.02.2009, 11:10 Uhr

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1 Kommentar

Susanne Bührer

03.02.2009, 14:18 Uhr
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Ich bin über die Angaben zur neuesten Google-Version und über Google-Earth begeistert. Es werden sicher weltweit viele in die Weltmeere tauchen. Antworten



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