Das ist die Zukunft von Windows
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Was ist ein Betriebssystem?
Das Betriebssystem bildet das Software-Fundament zur Bedienung eines Computers. Es stellt die Verbindung her zwischen der Hardware, also den elektronischen Bauteilen, und den Anwendungsprogrammen.
Das Betriebssystem besteht aus einem Satz von Befehlen, mit deren Hilfe Programme gestartet und Dateien auf einem Datenträger gespeichert werden. Es verwaltet den Arbeitsspeicher für die jeweils benötigten Daten und kommuniziert mit Eingabegeräten (Tastatur, Maus) wie Ausgabegeräten (Bildschirm, Drucker). Auch ermöglicht das Betriebssystem mit Hilfe von Gerätetreibern den Anschluss von Peripheriegeräten wie Scanner oder externer Festplatte.
Mit einem Anteil von mehr als 90 Prozent ist Microsoft Windows das meistverbreitete Betriebssystem für Personalcomputer. Es fasst Dateien in Ordnern zusammen, die graphisch als Fenster dargestellt werden - daher der Name Windows. Weitere verbreitete Betriebssysteme sind Mac OS X von Apple und Linux.
Microsoft (MSFT 29.06 -0.03%) feiert am Donnerstag die Einführung von Windows 7. Und diesmal gibt es gute Gründe dafür. Das von mehr als 90 Prozent aller Computer verwendete Betriebssystem ist deutlich schlanker und ein bisschen schneller geworden.
Die wichtigsten Neuerungen finden «unter der Motorhaube» statt. «Das ist das, was man nicht sieht, aber merkt», erklärt der Windows-Experte von Microsoft Deutschland, Daniel Melanchthon, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AP.
In den zurückliegenden fast 25 Jahren Windows-Entwicklung ist das Betriebssystem ein gewaltiger Klotz geworden, der immer höhere Anforderungen an die Leistung der Hardware gestellt hat. Das drei Jahre alte Windows Vista war der Höhepunkt dieser Entwicklung. «Jetzt versuchen wir, Windows aufzudröseln und in Komponenten zu zerlegen», sagt der «Technical Evangelist» von Microsoft.
Das neue Windows schreitet beim Start des Systems nicht mehr so gewichtig daher. «Wir haben den Footprint, also den Verbrauch an Speicher und Festplattenplatz, signifikant gesenkt», sagt Melanchthon. Der eigentliche Kern von Windows 7, das fürs Booten benötigte System und die Unterstützung fürs Netzwerk, besteht nach seinen Angaben nur noch aus 150 Daten, die 25 MB auf der Festplatte belegen und sich im Hauptspeicher mit 40 MB begnügen.
Bei einem üblichen PC mit zwei Gigabyte RAM sind das nur 1,2 Prozent, so dass viel Platz für die Arbeit mit Anwendungen bleibt. Das gesamte System hat nach Angaben Melanchthons in der Version von Windows 7 Ultimate einen Platzbedarf von rund fünf Gigabyte.
«Superfetch» bremst Windows beim Start nicht mehr aus
Was vom Betriebssystem sonst noch benötigt wird, lädt Windows 7 nur noch bei Bedarf. So wird zum Beispiel der Dienst für die drahtlose Verbindung mit Bluetooth erst dann aufgerufen, wenn sich ein solches Gerät anmelden will. Das Ergebnis: Windows 7 fühlt sich schneller an.
Beim Vorgänger Windows Vista war manches gut gemeint, aber nicht gut gemacht. Dazu gehört etwa die Technik «Superfetch», eine Art Turbolader, der sich merkt, welche Programme ein PC-Nutzer am häufigsten verwendet. Zentrale Code-Bausteine dieser Programme werden beim Systemstart automatisch mit in den Arbeitsspeicher geladen. Wird das Programm dann tatsächlich gestartet, ist es sehr viel schneller bereit als ohne diese Technik.
Bei Vista erfolgt dieses «Caching» sofort nach dem Start - und in dieser Zeit ist Windows erst mal damit beschäftigt. Beim Nachfolger wird der Speicher nur dann mit den «Superfetch»-Daten gefüllt, wenn Zeit dafür da ist, etwa wenn der Nutzer eine Webseite anschaut.
Für Windows 7 wurde auch die Verwendung der Festplatte als «virtueller Arbeitsspeicher» reduziert - Anwender bisheriger Windows-Versionen spüren diese Auslagerung von Daten, wenn ihre Festplatte ständig rattert, ohne dass sie selbst darauf zugreifen.
Power der Grafikkarte gezielt genutzt
Der Speicherverbrauch für den «Desktop Windows Manager», zuständig für die Darstellung der Fenster auf dem Bildschirm, wurde nahezu halbiert, indem Windows 7 dafür nur noch den Speicher der Grafikkarte nutzt. Bislang gab es zusätzlich eine Kopie dieser Daten im Hauptspeicher, was beim neuen System wegfällt.
Auch die Rechenleistung der Grafikkarte wird von Windows 7 gezielt genutzt. «Über eine einheitliche Schnittstelle können Programme den Grafikprozessor für normale Berechnungen von Anwendungen ansprechen», erklärt Melanchthon. Das sollte sich etwa bei der Kodierung wie bei der Ausgabe von Musik- oder Videoformaten bemerkbar machen. Es ist zu erwarten, dass neue Versionen solcher Programme diese Windows-Schnittstelle gezielt ansprechen, um den damit möglichen Leistungsvorteil zu nutzen.
Prozessor darf tiefer schlafen
Neben der Beschleunigung des Systems haben die Entwickler auch an einzelnen Stellschrauben gedreht, um Strom zu sparen. Manche Windows-Dienste oder externe Anwendungen sind so programmiert, dass sie in bestimmten Intervallen Anfragen an das System stellen. Das wurde bislang aber nicht synchronisiert. «Windows 7 fasst solche Events zusammen und legt sie auf einen Zeitpunkt», erklärt Melanchthon. «Die Angleichung solcher Timer führt dazu, dass die CPU (der Hauptprozessor) als einer der Hauptstromverbraucher wesentlich öfter und tiefer schlafen kann.» In der Summe führen mehrere kleine Änderungen solcher Art nach Angaben Melanchthons zu einer Verbesserung beim Energieverbrauch um 20 Prozent.
Ausblick auf die Zukunft von Windows
In welche Richtung geht die weitere Entwicklung von Windows? Melanchthon ist zuversichtlich, dass die Modularisierung des Systems noch viele Möglichkeiten bietet. «Wir wollen dahin gelangen, dass wir einen Windows-Kern haben, zu dem wir wie in einem Baukasten einzelne Bestandteile auf Knopfdruck hinzufügen können.» Das vereinfache dann auch die Entwicklung und Bereitstellung von «Patches», also der Reparaturflicken zur kontinuierlichen Bereinigung von Fehlern oder zum Stopfen von Sicherheitslücken.
Auch bei der Steuerung des Computers wird sich nach Einschätzung des Windows-Experten in Zukunft viel tun. In Windows 7 wurde gerade die Unterstützung für «Multi-Touch» eingeführt. Bei entsprechenden Displays können somit gleichzeitig mehrere Eingaben mit dem Finger verarbeitet werden. «Multi-Touch ist der erste Schritt», sagt Melanchthon. «Der nächste Schritt werden Systeme sein, die gar keine Berührung mehr brauchen, sondern die auf Bewegung und Sprache reagieren.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 20.10.2009, 09:24 Uhr
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