Vier Disketten reichten für Windows
Von Anatol Heib. Aktualisiert am 21.10.2009
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Werbespot Windows 1.0
Beim Rückblick auf Microsofts (MSFT 29.06 -0.03%) Windows-Premiere trifft man einen alten Bekannten: Der heutige Microsoft-Chef Steve Ballmer arbeitete damals schon als Manager beim IT-Konzern und warb in einem TV-Spot in seiner gewohnt leidenschaftlichen Art für das Betriebssystem.
Windows 1.0 wurde auf fünf Disketten (vier fürs System, eine mit Programmen) ausgeliefert und hatte für heutige Verhältnisse bescheidene Ansprüche - die Computer waren natürlich auch weniger leistungsfähig. Mindestvoraussetzung war ein PC mit DOS 2.0, zwei Diskettenlaufwerke und 256 KByte Arbeitsspeicher. Mit der Maus konnte man die Benutzeroberfläche bedienen, alternativ standen Tastaturkombinationen zur Verfügung. Wirklich wichtige Programme liefen weiter unter DOS, waren stabiler, leistungsfähiger und ausgereift. Die ersten fünf Jahre Windows blieben deshalb beinahe spurenlos.
Durchbruch mit Windows 3.11
Seit dieser Premiere hat die Welt viele Updates und neue Systeme gesehen. Einer, der seit Windows 1.0 den Totalüberblick hat, ist der Berliner Dirk Makowski. Der 28-jährige Informatiker sammelt alle Windows-Betriebssysteme, die jemals erschienen sind und bezeichnet sich als Softwarearchäologe. Gross geworden ist er mit Windows 3.1, mit dem Microsoft der Durchbruch gelang, und mit Windows 95, dem nächsten grossen Schritt von Microsoft. «Heute kann man ich mit diesen Betriebssystemen nicht einmal mehr problemlos meine Internetseite aufrufen», sagt Makowski. Die gleichzeitige Entwicklung von Softwareanwendung und Betriebssystem ebnete schliesslich Microsofts Erfolg.
Alles akribisch dokumentiert
Seine Website Winhistory.de ist ein spannender Streifzug durch die DOS- und Windows-Geschichte. Jede Version ist akribisch dokumentiert. Neben Screenshots und Bildern der Originalverpackungen finden Interessierte reichhaltige Informationen zur Bedeutung jeder Version. Manche Versionen wie 95, 98 und NT, die man heute mit dem Nostalgieblick verkläre, hätten die Anwender damals oft genervt, so Makowski. Auch wandle sich ständig der Eindruck der Nutzer: «Zuerst wurde XP verschmäht, doch jetzt wollen es die Leute nicht aufgeben. Nach acht Jahren ist es vielen ans Herz gewachsen.»
Brian Enos Windows-Song
Neben den technischen Informationen sind es auch viele Anekdoten, die einen in die Betriebssystem-Nostalgie eintauchen lassen. Erinnern Sie sich noch, dass den Aufstart-Sound von Windows 95 vom renommierten Musiker Brian Eno komponiert wurde? Microsoft waren die vier Sekunden Sound 35'000 Euro wert. Längst vergessen ist auch «Bob». Die Software mit Bedienoberfläche im Wohnzimmer-Look sollte die Bedienung des PC revolutionieren – und floppte. Microsoft verkaufte gerade einmal 30'000 Exemplare. Projektmanagerin für Bob war damals eine gewisse Melinda French - heute heisst sie mit Nachnamen Gates und ist die Ehefrau von Microsoft-Gründer Bill Gates. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 21.10.2009, 10:52 Uhr
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