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Was man mit aufgezeichneten GPS-Daten tun kann

Von Mathias Born. Aktualisiert am 21.07.2009 3 Kommentare

Mit GPS-Geräten kann man mehr als bloss Navigieren. Man kann die Daten auch speichern. Vier Ideen, was man damit anfangen kann.

GPS: Navigationsgeräte werden zum Spielzeug für Outdoorsportler.

GPS: Navigationsgeräte werden zum Spielzeug für Outdoorsportler. (Bild: Keystone)

Handy, Logger oder Navigationsgerät?

Von Handys über GPS-Logger bis zu Strassennavis: Mit all diesen Geräten können Tracklogs aufgezeichnet werden – sofern es die Software erlaubt. Jede Gerätekategorie hat Vor- und Nachteile.

Strassennavis: Die Navigationsgeräte fürs Auto sind am weitesten verbreitet. Mit einigen können standardmässig Fahrdaten aufgezeichnet werden. Bei anderen kann die Funktion durch Zusatzsoftware nachgerüstet werden – aber leider nicht bei allen. Die Vorteile: Das Gerät ist vorhanden, das Stromproblem mit dem Anschluss an den Zigarettenanzünder gelöst. Die Nachteile: Die Geräte sind meist zu klobig, um sie aufs Velo oder auf die Wanderung mitzunehmen. Die installierten Strassenkarten taugen im Gelände zu nichts. Und da sich die Displays oft nicht ausschalten lassen, geht den Geräten schnell der Strom aus.

Handys: Auch wer ein modernes Handy mit eingebautem GPS-Modul besitzt, kann sich ein weiteres Gerät sparen – wenn ein Programm zur Aufzeichnung von Tracks installiert ist oder ergänzt werden kann. In frühen Geräten sind teils etwas unpräzise GPS-Empfängers verbaut. Zudem hält der Akku auch bei Smartphones bei eingeschalteten GPS-Modul nicht allzu lange.

GPS-Logger: Gut geeignet zum Aufzeichnen von Tracklogs sind die kleinen GPS-Logger. Mit zwischen 60 und 200 Franken sind sie eher günstig. Sie haben aber meist kein grafikfähiges Display und taugen deshalb nicht als Navigationsgerät. Sie kommen aber mit vergleichsweise wenig Strom aus. Zudem laufen die meisten auch mit normalen Batterien.

Outdoorgeräte: Wer oft draussen unterwegs ist, könnte an einem robusten Outdoorgerät Freude haben. Im Handel sind verschiedene Varianten erhältlich – von Velocomputern über Trainingsuhren bis zu Allroundgeräten in Handygrösse. mbb

Die virtuelle Beifahrerin oder der virtuelle Beifahrer begleitet einen auch in die Ferien. Selbst im Verkehrschaos einer fremden Stadt gibt die Stimme ruhig und kompetent Anweisungen. Navigationsgeräte sind aber mehr als bloss Lotsen. Sie sind auch Fahrtenschreiber: Mit einigen Strassennavigationsgeräten, Handys, GPS-Loggern und Outdoorgeräten kann der zurückgelegte Weg aufgezeichnet werden (siehe Kasten). Dazu speichert das Gerät alle paar Meter oder Sekunden die Koordinaten in einem Tracklog ab. Und damit lässt sich allerhand anstellen.

Ein Kärtchen für Verwandte

Früher markierte man mit farbigem Filzstift den Weg, den man in den Ferien befahren hat. Das Werk wurde sodann abfotografiert. Schliesslich wurde es in die Diaschau eingebunden, damit die Verwandten und Bekannten sich ein Bild von der zurückgelegten Route machen konnten.

Wer die Aufzeichnungen des Navigationsgeräts nach Hause bringt, kann sich – und den Verwandten – die Zeichnerei ersparen. Stattdessen wird das Tracklog in den Computer eingelesen und in einem Kartenprogramm geöffnet. Das ist garantiert exakter als die Handgelenk mal Pi gezeichnete Route. Wenn es der Onkel am Diaabend dann genau wissen will, vergrössert man die Karte und zeigt ihm, wo es langgeht. Natürlich kann man anhand der Logs auch Sportexkursionen auswerten – und bei Gefallen mit der Fitness prahlen.

Ein Tourentipp im Internet

Ist es nicht schade, die gelungene Velotour oder Wanderung auf dem Computer liegen zu lassen? Im Web gibts viele Plattformen, auf denen Routen getauscht werden können (siehe Weblink). Dazu wird das Tracklog auf die Plattform geladen. Bei manchen Websites lassen sich nachträglich Irrfahrten und Pinkelstopps retuschieren. Schliesslich wird die Strecke kurz beschrieben.

Andere Nutzer können die Route dann betrachten und kommentieren. Sie können den Track aber auch in ihr GPS-Gerät kopieren und diesem folgen. Davon machen Mountainbikefahrer regen Gebrauch, denn wirklich schöne Trails sind für nicht Ortskundige schwer zu finden.

Blind vertrauen darf man den Strecken indes nicht. Insbesondere im Gebirge ist Vorsicht geboten. Zum einen sind GPS-Geräte mitunter ungenau und machen auf längeren Touren auch mal schlapp. Zum anderen weiss man oft nicht, ob dem «Vorgänger» ganz zu trauen ist. Da ein Fehltritt kapitale Folgen haben kann, gehört eine gute Karte ins Gepäck. Und bei schwierigen Touren gehts trotz GPS auch heute nicht ohne Bergführer.

Die Fotos auf der Landkarte

Fotografieren mit der neuen Digitalkamera macht Spass – so viel, dass man vor lauter Bildern gerne mal die Übersicht verliert. Bald ist nicht mehr klar, wo ein Foto geschossen worden ist. Dank der Tracklogs behält man den Überblick. Spezielle Programme suchen in der Fotodatei den Zeitstempel. Dann schauen sie im Tracklog nach, wo der Fotograf zu diesem Zeitpunkt gestanden hat. Schliesslich schreiben sie die Koordinaten in die Meta-Informationen des Fotos. Wer will, kann die Fotos dann automatisch auf einer Karte platzieren lassen. Das sogenannte Geokodieren von Bildern kann aber mitunter knifflig sein. Wichtig ist vor allem, dass die Uhr der Kamera vor der Tour genau nach jener des Navigationsgeräts gerichtet wird.

Richtige Karten zeichnen

Und schliesslich kann man aus den Tracklogs auch neue Karten generieren. Etwa bei Openstreetmap, der «Wikipedia der Landkarten»: Zurück von der Tour, lädt man dazu die Tracklogs auf den Zentralcomputer des Projekts. Dann zeichnet man anhand der Punkte die Strassen ein. Diesen werden Namen und Attribute wie etwa zur Strassengrösse und zu Verkehrsbeschränkungen zugewiesen. So werden aus den Ferienfahrten Kartendaten – für neue Wander- und Velokarten und immer öfters auch fürs Strassennavigationsgerät. (Berner Zeitung)

Erstellt: 21.07.2009, 09:32 Uhr

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3 Kommentare

Jack Welti

21.07.2009, 14:48 Uhr
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Ich habe mit Bedacht ein Navi gewählt, das eben kein Log führt und nichts aufzeichnet. Denn wann ich wo war geht nun mal niemanden auch nur einen feuchten Deut an. Kampf dem grossen Bruder, man wehre den Anfängen! Antworten


Theo Schmidt

23.07.2009, 13:17 Uhr
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@Jack: Wichtig ist in diesem Zusammenhang ein Gerät mit einem Open Source Betriebssystem, damit man sicher ist, dass solche gespeicherten Tracks eben nicht unbeabsichtigt verschickt werden. Ich verwende ein Nokia 770 (Linux-Maemo OS) und den Maemo-Mapper zur Aufzeichnung - aber nur wenn ich es will. Antworten



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