Digital
Reto Knobel
Ressortleiter Digital
«Apple hat keine Fehlerkultur»
Aktualisiert am 26.04.2012 110 Kommentare
Umfrage
Nutzen Sie auf Ihrem Mac Virenschutz-Software?
Ja
Nein
1490 Stimmen
- Apple straft die Zweifler Lügen
- Der nächste Mac-Trojaner ist da
- «Mac-Nutzer wähnen sich in falscher Sicherheit»
- Schweizer Schutz vor Trojaner
Quellen
Links
Teilen und kommentieren
SwissquoteExklusiver Trading-Partner
Korrektur-Hinweis
Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.
Der russische IT-Unternehmer Eugene Kaspersky gilt nicht als Mann der leisen Töne. Vor drei Jahren plädierte der ehemalige KGB-Kryptologe für die Abschaffung der Anonymität im Internet, ein andermal warnte der Multimillionär, dass der Krieg gegen Hacker niemals gewonnen werden könne.
Diese Woche nun brachte Kaspersky die gesamte Mac-Gemeinde gegen sich auf. In der «Computer Business Review» warnte der Chef des Sicherheitsunternehmens Kaspersky Labs Apple-Nutzer, dass diese «schon bald» die gleichen Sicherheitsprobleme haben würden «wie Microsoft (MSFT 26.903 -0.95%) vor zehn bis zwölf Jahren».
Der Unglaube der Macianer
Anlass der Kritik war die Entdeckung des Trojaners Flashback im April, welcher etwa eine halbe Million Apple-Computer befallen hat. Einige Tage später lieferte Apple (AAPL 441.354 0.39%) ein Update aus, welches die häufigsten Flashback-Varianten löscht (siehe Artikel hier und hier).
Wie Recherchen von Tagesanzeiger.ch/Newsnet zeigen, ist das Problem in der Schweiz dennoch nicht aus der Welt geschafft. Mitte April informierte die Stiftung Switch, dass 800 Macs mit dem Flashback-Trojaner infiziert seien. In den letzten fünf Tagen hat Switch laut Serge Droz, Leiter der Switch-Sicherheitsabteilung, immer noch 700 infizierte Computer ausgemacht und die betroffenen Kunden informiert. Das Feedback darauf sei in der Regel positiv, allerdings würden viele Betroffene darauf beharren, dass «Macs unverwundbar sind».
«Das ist verantwortungslos»
Das sei jedoch überhaupt nicht der Fall: Zwar habe Apple in der Produktsicherheit aufgeholt, und sei mit MacOS 10.7 (Lion) und iOS (für iPhones/iPads) technisch auf dem Stand von Microsoft. «Apple hat aber keine Fehlerkultur», kritisiert Droz. «Es wird zu spät reagiert.» Wenn überhaupt, wische Apple die Probleme eher unter den Teppich, als dass das Unternehmen diese proaktiv angehe. «Die von Flashback genutzte Sicherheitslücke zum Beispiel», erklärt Droz, «war unter Windows seit Januar gestopft, Apple hat reagiert, als das Thema in die Medien kam – zwei Monate später. Das ist verantwortungslos.»
Droz widerspricht auch der in verschiedenen Blogs von Apple-Fans kursierenden Behauptung, der Flashback-Trojaner sei harmlos und/oder funktioniere gar nicht: «Der Trojaner stiehlt Informationen. Der Flashback-Urheber hat Zugriff auf infizierte Computer und kann weitere Malware installieren. Vielleicht haben diese Leute kein Problembewusstsein, weil sie nichts von einer Infizierung merken. Sie vergessen dabei aber, dass man gute Malware nicht bemerkt.»
Wann Malware eine gute Malware ist
Dass Flashback kein Anfängerprodukt ist, zeigt dessen «Karriere». Laut der «New York Times» ist bereits eine neue Variante namens «Flashback.S» im Umlauf, laut Droz eine Weiterentwicklung des «alten» Flashbacks. «Eine gute Malware zu bauen ist ein grösseres Projekt, und da wird ständig weiterentwickelt, sodass die bereits getätigten Investitionen sich auch auszahlen. Moderne Malware muss flexibel gebaut sein, um leicht neue Funktionalität zu integrieren», so Serge Droz. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 26.04.2012, 13:50 Uhr
Kommentar schreiben
Verbleibende Anzahl Zeichen:
110 Kommentare
Vertrauen ist gut, Vorsorge ist besser! Bin Apple-Fan und -User, aber mir fällt auf, dass sehr viele Apple-User geradezu Apple-gläubig sind. Kritik ist nicht erlaubt, Diskussionen verlaufen etwas so fruchtbar, wie wenn sich ein Atheist und ein streng Gläubiger über Gott unterhalten. Apples Verhalten im Zusammenhang mit dem Flashback-Trojaner kann man nur als grobfahrlässig bezeichnen. Antworten
Digital
Flugpreise vergleichen
Vergleichen Sie die Flugpreise von verschiedenen Reiseanbietern und finden Sie das beste Angebot.


Bitte warten





















