Das Web ist voll

Langsam werden die IP-Adressen knapp. Voraussichtlich Ende dieses Jahres werden alle verfügbaren Internetadressen aufgebraucht sein. Gibt es eine Lösung?

Bald aufgebraucht: Die sogenannten IP-Adressen im Internet bestehen aus 32 Nummern. Sie stecken unter anderem hinter den gut merkbaren Internetadressen mit Endungen wie .ch oder .com.

Bald aufgebraucht: Die sogenannten IP-Adressen im Internet bestehen aus 32 Nummern. Sie stecken unter anderem hinter den gut merkbaren Internetadressen mit Endungen wie .ch oder .com.

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Dem Internet drohen die Adressen auszugehen. Die internationale Adressverwaltungs-Organisation IANA habe mittlerweile 251 der 256 grossen Adressblöcke vergeben, erklärte der deutsche Hightech-Verband Bitkom am Donnerstag in Berlin.

Alter Standard ist bald am Ende

Die letzten fünf Blöcke mit neuen Internetadressen werde die IANA schon sehr bald an die fünf regionalen Organisationen zur Verteilung der Adressen vergeben. Ende 2011 seien dann voraussichtlich alle verfügbaren Internetadressen aufgebraucht.

Die sogenannten IP-Adressen im Internet bestehen aus 32 Nummern. Sie stecken unter anderem hinter den gut merkbaren Internetadressen mit Endungen wie .ch oder .com. Aber auch jeder Computer und jedes Handy, das sich mit dem Internet verbindet, bekommt eine solche Adressnummer zugewiesen. Der 1980 eingeführte Standard IPv4 ermöglicht 4,3 Milliarden Adressen – doch diese sind bald ausgeschöpft.

Europa hinkt hinterher

Eine Lösung ist eigentlich in Sicht: Beim neuen IPv6-Standard bestehen die Adressen aus 128 Nummern, möglich sind dadurch 340 Sextillionen Adressen – als Zahl: 340'000'000'000'000'000'000'000'000'000'000'000'000. Die Umstellung laufe aber zu langsam, warnte Bitkom-Chef August-Wilhelm Scheer: «Europa hinkt bei der Umstellung auf IPv6 Asien und Amerika hinterher.»

Aktuell seien im deutschsprachigen Raum noch längst nicht alle Internetprovider in der Lage, ihren Kunden Dienste auf Basis von IPv6 anzubieten, monierte Scheer. «Wenn europäische Unternehmen noch den alten Standard nutzen, die Kunden in Asien ihre Systeme und Netze aber schon auf IPv6 umgestellt haben, dann können sie nicht mehr reibungslos über das Web kommunizieren», erklärte der Bitkom-Chef.

Auch Kühlschränke werden online gehen

Der neue Standard ist nicht nur notwendig, um neue Domainnamen im Internet zu registrieren – sondern auch für die vielfältigen neuen Dienste. Sind künftig auch Kühlschränke, Autos oder Herzschrittmacher mit dem Internet verbunden, benötigen auch sie eine IP-Adresse. (rek/AFP)

Erstellt: 03.02.2011, 13:37 Uhr

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