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Das heisseste Internetphänomen

Von Reto Knobel. Aktualisiert am 21.07.2010

Der Foto-Onlinedienst Dailybooth könnte die Webwelt nachhaltig verändern – wie einst Facebook und Twitter.

Belanglos, aber erfolgreich: Die Dailybooth-Macher treiben eine Entwicklung vorwärts, die mit Facebook ihren Anfang nahm.

Belanglos, aber erfolgreich: Die Dailybooth-Macher treiben eine Entwicklung vorwärts, die mit Facebook ihren Anfang nahm.
Bild: Dailybooth.com

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(Video: Youtube.com)

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Vielleicht ist das Erfolgsrezept wirklich so einfach: «Es ist kostenlos. Und es macht sauspass. Weil da alle nett sind.» Das jedenfalls ist die Meinung einer Nutzerin des Ratgeberportals Gutefrage.net zum sozialen Netzwerk Dailybooth.com.

Das Teenie-Portal ist der Web-2.0-Star der Stunde. 30 Millionen Frauen und Männer klicken Monat für Monat auf Dailybooth.com, 90 Prozent davon sind jung (unter 24 Jahren) und damit wird Dailybooth.com für die Werbebranche eine willkommene Twitter- und Facebook-Alternative.

Dailybooth («tägliche Ausstellung») funktioniert ähnlich wie Twitter, mit dem zentralen Unterschied, dass Nutzer keine Kurznachrichten, sondern Fotos hochladen. Und dies mit hoher Kadenz, eben mindestens «daily». Die Hemmschwelle dafür wird bewusst tief gehalten, indem man sich nicht mit dem richtigen Namen anmelden muss (Nickname genügt). Die meisten Bilder werden mit der integrierten Computerkamera gemacht, was schnelle Schnappschüsse erlaubt. Über die Fotos, respektive die Kommentare und Bewertungen dazu, werden Kontakte zu anderen Nutzern geknüpft.

Youtube-Clip machte den Anfang

Ideengeber für die Site ist Noah Kalina, wenn auch ungewollt. Der New Yorker machte sechs Jahre lang jeden Tag ein Foto von sich und stellte diese in einem Youtube-Clip zusammen. Schnell entwickelte sich das knapp sechs Minuten lange Video zu einem Hit, seit 2006 wurde es 16 Millionen Mal angeschaut. Der Clip wurde – mit Comicfigur Homer Simpson in der Hauptrolle – sogar im Fernsehen parodiert.

Basierend auf dem Kalina-Konzept gründeten Jon Wheatley und Ryan Amos letztes Jahr Dailybooth.com. Wheatleys eigene Dailybooth-Bilder und die Kommentare dazu («Ich trinke gerade Red Bull mit einem verrückten Strohhalm») stehen sinnbildlich für die neuste Generation antiintellektueller Web-2.0-Inhalte.

Doch diese (vor allem in den USA bereits geäusserte) Kritik braucht Wheatley und Amos nicht kümmern. Die Dailybooth-Macher treiben im Prinzip nur eine Entwicklung vorwärts, die mit Facebook ( 31.91 -3.39%) ihren Anfang nahm. Und der Aufstieg des Netzwerkvorreiters spricht für sich: Facebook ist sechs Jahre nach der Gründung die erfolgreichste Internetseite überhaupt.

35 Prozent Nutzerzuwachs pro Monat

Facebook wird von einer halben Milliarde Frauen und Männer genutzt, Dailybooth verfügt noch nicht mal über einen deutschsprachigen Wikipedia-Eintrag. Angesichts von 35 Prozent Userzuwachs pro Monat wird sich das wohl bald ändern. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 21.07.2010, 15:54 Uhr

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