Der beste Virenschutz sollte unsichtbar sein

Von Klaus Gürtler, DDP. Aktualisiert am 22.06.2010

Kaspersky Internet Security 2011 will Online-Banking und -Shopping sicherer machen. Gelingt das auch? Und braucht es überhaupt noch einen kostenpflichtigen Virenschutz?

Angriff im Internet: Für einige Nutzer genügen Gratisprogramme. Ist der Computer aber ständig am Netz und im Einsatz, empfiehlt es sich, etwas Geld für ein gutes Security-Programm auszugeben.

Angriff im Internet: Für einige Nutzer genügen Gratisprogramme. Ist der Computer aber ständig am Netz und im Einsatz, empfiehlt es sich, etwas Geld für ein gutes Security-Programm auszugeben.

Spyware grösste Bedrohung

Auf rund 14 Prozent der Windows-Computersysteme befinden sich laut einer Untersuchung des Softwareherstellers PC Pitstop gefährliche Programme. Die grösste Bedrohung gehe dabei von Spyware aus, 10,5 Prozent der Computer seien damit infiziert, erklärte das Unternehmen, das für die Analyse 50.000 PCs im April untersuchte. Falsche Antiviren-Software, die tatsächlich ohne Wirkung sei, finde sich auf 8,4 Prozent der Rechner. Auf 1,8 Prozent wurden Viren, auf 1,5 Prozent Keylogger entdeckt.

Bemerkenswert sei, dass Schadprogramme in erheblichem Umfang auch auf Rechnern gefunden wurden, die mit Sicherheitssoftware führender Hersteller geschützt werden sollten, erklärte PC Pitstop. Wenn das eigene Virenschutzprogramm nicht Alarm schlage, bedeute das nicht unbedingt, dass der Rechner tatsächlich sauber sei.

Dossiers

Artikel zum Thema

Stichworte

Immer schön im Hintergrund bleiben und nur nicht nerven - das ist es, was Nutzer von einem Sicherheitsprogramm für PC oder Notebook erwarten. Die jetzt erschienenen neuen Versionen der Produkte von Kaspersky Lab wie Kaspersky Internet Security 2011 machen da einen recht ordentlichen Eindruck. Die Installation ist schnell erledigt, danach werden dann allerdings nochmal 26 MB an neuen Viren-Signaturen heruntergeladen, weil die Datenbank der Downloadversion auf dem Stand vom 7. Mai war.

Im Anschluss an die Installation lässt einen das Programm erst einmal in Ruhe. Im Hintergrund wird der Rechner einer ersten Analyse unterzogen. Auch danach unterbleiben nervige Fragen nach der Bestätigung eines Programmstarts oder anderen Vorgangs, wie es sie in der 2010er-Version noch häufiger gab. Das heisst aber nicht, dass das Sicherheitsprogramm tatenlos ist.

Aufgeräumte Programmoberfläche

Das merkt man schnell, wenn man nach der Installation der «Internet Security» zum ersten Mal eines der nicht direkt zu Windows gehörenden Programme startet. Denn das dauert deutlich länger als zuvor. Allerdings nur beim ersten Mal, danach ist das Programm offenbar akzeptiert.

Aufgeräumt wurde auch die Programmoberfläche, die nicht grundsätzlich verändert wurde, nun aber etwas zurückgenommener wirkt. Die wichtigsten Funktionen und den Sicherheitsstatus des Computers haben Nutzer jetzt auch über ein Windows-Gadget im Blick, das bei Windows Vista und Windows 7 auf dem Desktop liegt.

Im schlimmsten Fall hilft die System-Rettung

Die Kaspersky Internet Security 2011 bietet natürlich auch eine Reihe von Neuerungen. Neben der aktuellen Technik zur Gefahrenabwehr sind dies vor allem ein überarbeiteter Kinderschutz und Umgebungen für sicheres Online-Banking und Online-Shopping. Wenn komplett neue Gefahren auftauchen, soll das Update der Programm-Module automatisch und ohne Neuinstallation der Software erfolgen.

Im Schutzcenter finden sich die Funktionen «Sicherer Browser» und «Virtuelle Tastatur». Das soll vor allem beim Online-Banking und Online-Shopping für mehr Sicherheit sorgen. Mit der überarbeiteten Kindersicherung können Eltern den Zugang zu sozialen Netzwerken, Instant-Messaging-Diensten und Programmen auf dem Computer einschränken.

Zu den weiteren Neuerungen gehört die Möglichkeit, die Produkt-Installations-CD bei Bedarf als Rettungs-CD zu verwenden. Sie enthält eine Reihe von Programmen zum Scannen oder Säubern eines infizierten Computers.

Konkurrenz von kostenlosen Programmen

Die Frage, ob sich der Umstieg auf das neue Programm lohnt, stellt sich bei Sicherheitsprogrammen so nicht. Die werden alle regelmässig, zumeist im Jahresturnus, auf einen neuen Stand gebracht und sogar zwischendurch immer wieder aktualisiert, um auf neue Bedrohungen reagieren zu können. Schon eher stellt sich die Frage, ob es denn ein kostenpflichtiges Produkt sein muss, schliesslich gibt es den für Computer wichtigen Anti-Virenschutz auch kostenlos. Und diese Programme leisten auch keine schlechte Arbeit, wie Tests zuletzt in der Zeitschrift «c't» oder in der aktuellen Ausgabe von «CHIP - Test & Kauf» ergaben.

Ein Kriterium ist sicher, ob der Computer ständig am Netz und im Einsatz ist. Dann bieten kommerzielle Produkte vermutlich einen besseren Schutz, da sie laufend aktualisiert werden. Bei den kostenlosen Programmen sind die Intervalle deutlich grösser. Hinzu kommt die Frage, ob mehr gebraucht wird als der reine Anti-Virenschutz, zum Beispiel eine Firewall, eine Kindersicherung oder ähnliches. Viele solcher Zusatzfunktionen sind in kommerziellen Produkten integriert.

Wer sich die neue «Kaspersky Internet Security 2011» erst einmal in Ruhe ansehen will, kann sich eine kostenlose, aber voll funktionsfähige Testversion von der Kaspersky-Website herunterladen. Sie läuft 30 Tage.

«Kaspersky Internet Security 2011» und «Kaspersky Anti-Virus 2011» sind den Angaben zufolge vollständig kompatibel mit den 32-Bit- und 64-Bit-Versionen von Microsoft Windows XP bis zu Windows 7. Beide Programme laufen auch auf Netbooks. Die Einplatzversion von «Kaspersky Internet Security» kostet 65 Franken, «Kaspersky Anti-Virus» ist ab 49 Franken zu haben. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 22.06.2010, 14:01 Uhr

Digital

Populär auf Facebook Privatsphäre

Meistgelesen in der Rubrik Digital

Telefonbuch

Marktplatz

Facebook

Werden Sie Tagi-Fan.