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Zur Messe Gamescom in Köln melden die Veranstalter einen Ausstellerrekord: 505 Unternehmen aus 33 Ländern präsentieren in der Kölner Messe von Mittwoch bis Sonntag zahlreiche neue Spiele und Geräte. Zu den Highlights zählen die Bewegungssteuerungen für die Konsolen Xbox 360 von Microsoft (MSFT 29.06 -0.03%) und Playstation 3 von Sony. ( 13.3 -3.34%)
Die Gamescom hat sich mit der Zunahme der Zahl der Aussteller am neuen Platz in Köln etabliert. Nachdem zur Premiere im vergangenen Jahr 458 Firmen gekommen waren, liegt die am Dienstag bekannt gegebene Ausstellerzahl mit 505 klar darüber. Der Vorläufer der Veranstaltung war die Games Convention in Leipzig, wo sich 2008 547 Aussteller trafen. Diese Zahl konnte die Gamescom in Köln bisher nicht erreichen. Dafür kamen im vergangenen Jahr mit 245'000 Besuchern deutlich mehr als in Leipzig, wo es zuletzt 2008 bei der Games Convention 203'000 waren.
Zum ersten Mal präsentieren die Veranstalter, die Kölnmesse und der ideelle Träger der Gamescom, der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU), mit Kanada ein offizielles Partnerland. Kanada ist international nach den Vereinigten Staaten und Japan der drittgrösste Hersteller von Unterhaltungssoftware. «Die Gamescom wird in diesem Jahr ihre internationale Reichweite deutlich steigern und die Tore zum nächsten Level interaktiver Unterhaltung öffnen», sagt Oliver Kuhrt, Geschäftsführer der Kölnmesse.
Eine Messe der Premierenshows
Computer- und Konsolenspiele sind weiter das Rückgrat der Branche. In Zukunft werden aber wohl Handy-Spiele, kostenlose Onlinespiele und «Serious Games» mit Lerninhalten wichtiger. Auf der Gamescom können die Besucher ausprobieren, was zum Weihnachtsgeschäft erscheinen wird.
So wird zum ersten Mal in Europa die Bewegungssteuerung Kinect von Microsoft gezeigt, die am 10. November in Europa erscheinen wird. Microsoft setzt auf die Ganzköpersteuerung, die ohne einen Controller auskommt. Stattdessen werden die Aktionen und Bewegungen des Spielers direkt ins Spiel eingebracht. Das wird durch eine Kamera, einen Sensor und Raumklangmikrofone technisch umgesetzt.
Die Veranstalter der Gamescom erwarten insgesamt mehr als 200 Welt-, Europa- und Deutschlandpremieren. «Spielsensationen, die bislang einem Fachpublikum vorbehalten waren, sind auf der Gamescom erstmals einem breiten Publikum zugänglich», erklärt BIU-Geschäftsführer Olaf Wolters. «Auf der Messe wird enthüllt, welche Trends die Spielbegeisterten bis zum Ende des Jahres in Atem halten werden. Vor allem im Bereich der Spielesoftware erwarten wir eine Messe der Premierenshows.»
Computerspiele sind erwachsen geworden
In Deutschland gehören Computer- und Videospiele längst zum Alltag. Nach einer aktuellen Studie der Universität Hohenheim spielen 24 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren regelmässig. «Computer- und Videospiele werden erwachsen», sagt der wissenschaftliche Leiter der Studie, Professor Thorsten Quandt. Computer- und Videospiele sind inzwischen eine Freizeitbeschäftigung von Millionen Deutschen. «Das Hobby Gaming ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen.» Umgerechnet auf die Gesamtbevölkerung kommen die Wissenschaftler auf 16,8 Millionen Spieler. Für die repräsentative Studie wurden im Juli und August über 4500 Personen befragt.
Bewegungssteuerung und 3-D-Spiele
Nach Angaben des Branchenverbands Bitkom gehören Denk-, Strategie- und Management-Spiele zu den beliebtesten Spielen. Bei den Jugendlichen zwischen 14 und 19 Jahren liegen die Action-Games vorne. Drei Millionen Menschen haben eine Vorliebe für Sport- und Fitness-Spiele, bei denen es auf körperliche Beweglichkeit, Geschicklichkeit und Ausdauer ankommt. Das Geschäft mit den Konsolen soll durch neue Technik angeschoben werden: Neben Microsoft bringt auch Sony mit Move eine vergleichbare Steuerung für die Playstation 3. Die beiden Konzerne haben die Familien als Zielgruppe entdeckt und orientieren sich am Erfolg der Wii-Konsole von Nintendo. Ein Schwerpunkt der Messe ist auch das Spielvergnügen in 3-D.
Die Gamescom findet vom (morgigen) Mittwoch bis Sonntag in der Kölner Messe statt. Dabei ist der erste Tag dem Fachpublikum und den Medien vorbehalten. Für das allgemeine Publikum öffnet die Messe ab Donnerstag ihre Tore.
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 17.08.2010, 22:26 Uhr
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