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Die Welt daheim am Radio

Schluss mit Einheitsbrei: Im Internet gibts Abertausende Radiosender jeglicher Stilrichtung. Aber wie findet der Soundtrack der Welt den Weg in die Küche?

Max Spring

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Webradio für draussen

Der Revo Pico RadioStation ist prädestiniert für den Einsatz in «schwieriger Umgebung»: Das Gerät ist kompakt, spritzwassergeschützt und verfügt über einen eingebauten Akku. Es lässt sich also auch im Badezimmer oder im Freien benützen.

Wird der Pico eingeschaltet, scannt er die Umgebung nach verfügbaren kabellosen Netzwerken. Ist das Passwort eingegeben, kann der gewünschte Sender entweder nach Standort, nach Genre oder per Direkteingabe gesucht werden. Diese ist ein bisschen umständlich, muss doch jedes Zeichen über das Drehrad einzeln erdreht und bestätigt werden.

Angesichts der kompakten Masse darf vom Monoradio kein Klangwunder erwartet werden. Anders sieht es aus, wenn der Pico die Signale per Stereo-Cinch an eine Hifi-Anlage weitergibt. Auch der umgekehrte Weg ist möglich: Musik vom iPod oder anderen mobilen Geräten kann via 3,5-Millimeter-Klinke vom Pico wiedergegeben werden. Oder er holt den Sound kabellos vom PC oder von der Netzwerkfestplatte. Das Testgerät wurde von digitec AG zur Verfügung gestellt. Es kostet dort 289 Franken.

Innert Minuten in Betrieb

Der ZonePlayer S5 von Sonos ist ein netzwerktechnischer Alleskönner. Ob Musik vom Computer, Internetradio oder Sound ab Netzwerkfestplatte: Der ZonePlayer spielt alles ab. Steuern lässt sich das Gerät sowohl über den Computer als auch mittels markeneigenen Controllers (gegen Aufpreis). Es akzeptiert auch Befehle vom iPod Touch oder iPhone. Dafür wird ein App benötigt, das aber kostenlos im App Store runtergeladen werden kann.

Die Bedienung des Sonos ist intuitiv, die Orientierung am iPod unverkennbar. Innert Minuten ist das System auch von Laien eingerichtet, und der Klang des Stereogerätes kann sich mit weit teureren Systemen messen. Der Clou bei Sonos: Ein Gerät kann spielend mit weiteren zu einem Multi-Room-System erweitert werden. So können verschiedene Geräte im Haushalt unterschiedliche Musik von der gleichen oder mehreren Quellen spielen. Das Testgerät wurde von Hubacher Hifi in Kerzers zur Verfügung gestellt. Es kostet dort 639 Franken.

Wer über einen Musikgeschmack verfügt, der über den Mainstream hinausgeht, wird kaum regelmässiger UKW-Hörer sein. Denn da ist Einheitsbrei angesagt. Im Kabelnetz ist die Situation etwas entspannter, aber die grosse Vielfalt lässt sich auch da nicht finden. Ausserdem will das Radio mit Kabel verbunden sein – nicht gerade praktisch, wenn man in der Küche oder im Garten Radio hören will. Digitale Sender vom Standard DAB respektive DAB+ lassen sich zwar wie UKW mit Antenne über den Äther empfangen, aber sie sind noch dünner gesät als beim analogen Radio.

Der Computer darf schlafen

Ganz anders sieht die Situation im Internet aus. Zwar lässt sich schon seit Jahren mit Programmen wie iTunes oder Windows Media Player Internetradio hören. Der Computer muss dafür aber in Betrieb sein. Die mobilen Internetradios dagegen kommen ohne Rechner aus. Sind sie erst einmal mit dem Internet verbunden, bleibt dem Benutzer die Qual der Wahl.

Grundsätzlich lassen sich auf drei Arten Sender finden: per Eingabe des Sendernamens, über die Suche nach dem Standort (Kontinent, Land, Stadt) oder man navigiert durch die Kategorien wie Musik, Talk oder Sport. Gerade bei der Kategorie Musik offenbaren sich exotischste Stilrichtungen: von kreolisch über Dixie bis hin zu religiöser Musik. Innerhalb einer Kategorie gibt es oft Unterkategorien. So kann sich, wer will, die Botschaft des Herrn, begleitet von tiefer gestimmten Gitarren, in gegrunzten Tönen anhören (Metal Blessing Radio, christlicher Rock). Die Sender lassen sich in «Favoriten» speichern, sodass sie nicht immer wieder gesucht werden müssen.

WLAN von Vorteil

Damit der Soundtrack der Welt den Weg ins Heim findet, wird ein schneller Internetzugang, ein Modem und ein WLAN-Router benötigt. Meist sind Modem und Router im selben Gehäuse integriert. Verfügt das Radio über einen Netzwerkanschluss, so kann es auch direkt per Netzwerkkabel mit dem Router verbunden werden. Liegen grosse Distanzen zwischen Radio und Router – und ist eine kabellose Verbindung nicht möglich oder erwünscht –, so kann das Signal mittels Powerline über die Stromleitung zum Ziel geschickt werden. Entsprechende Adapter sind bereits ab 50 Franken im Handel erhältlich.

Bei den Radios bestehen unterschiedliche Konzepte: Da wären Empfänger ohne Lautsprecher, die sich ins bestehende Netzwerk einbinden lassen und die empfangenen Sender an das vorhandene Radio oder die Stereoanlage weitergeben. Diese Geräte sind für Küche oder mobile Lösungen weniger geeignet, weil sie eine eigene Stromversorgung benötigen und auch die Bedienung etwas umständlicher wird. Radios wie der getestete Pico Revo (siehe unten links) dagegen sind komplett und unterscheiden sich praktisch nur im Funktionsumfang von bekannten Küchenradios. Sonos dagegen ist ein Spezialist für Heimnetze mit Geräten in mehreren Räumen. (Berner Zeitung)

Erstellt: 30.03.2010, 17:16 Uhr

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5 Kommentare

Martin Hunn

07.04.2010, 16:02 Uhr
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Noch bin ich am Entdecken des Angebots an Internetradio - und mit dem PURE Evoke Flow habe ich ein Gerät gefunden, dass mich sehr gut darin unterstützt. Es ist ein Komplettradio mit DAB/DAB+/WLAN mit viel Autonomie dank Lithium-Ionen-Akku und ist auch passabel HiFi-tauglich. Zwar nicht ganz billig (ca 350 Fr), aber lässt kaum Wünsche offen. Antworten


Fernando Acosta

31.03.2010, 12:30 Uhr
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Die Squeezbox ist nur eine Alternative, wenn ein einzelnes Gerät Internetradio empfangen soll. Sobald es aber in Richtung Multiroom gesehen soll, was die Squeezbox theoretisch auch kann, taugt sie nicht mehr viel. Ich habe gestern nachdem ich diesen Artikel gelesen habe einen Händler darauf angesprochen. Er sagte, dass Sonos erheblich besser sei als Logitech. Es hört sich wirklich genial an. Antworten


Thomas Hostettler

31.03.2010, 11:44 Uhr
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Squeeze-Box von Logitech kann ich auch empfehlen. Ich habe den Squeeze-Box Radio, welcher einfach zu installieren und zu bedienen ist. Dieser kann auch bei Bedarf an die Anlage angeschlossen werden, jedoch nur über den Kopfhörerausgang, was jedoch gut funktioniert. Antworten


Andre Cartier

30.03.2010, 23:19 Uhr
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Als Alternative empfehle ich die Squeeze-Box von Logitech. Perfekt durchdacht bis zum kleinsten Detail, und äusserst dekorativ dazu! Alle oben erwähnten Dinge hat die Squeezebox übrigens auch drauf (ausser Spritzwasserschutz)... Antworten


Martin Heimgartner

30.03.2010, 18:17 Uhr
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In meinem Haushalt gibt es nur noch Fernseher und Laptop. Einen Radioempfänger jedoch habe ich schon seit Jahren nicht mehr, da ich nur noch übers Internet Musik höre. Es ist einfach traumhaft, sich das zu jeder Laune passende Musikprogramm (je nachdem auch ohne grosse Wortbeiträge) aus einem weltweiten Angebot so perfekt auswählen zu können. Eine der genialsten Aspekte des Internets! Antworten



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