Digital

Die exotischen Explorer-Alternativen

Von Matthias Schüssler. Aktualisiert am 03.05.2010

Auf Druck der EU-Kommission enthält Windows neu eine breite Auswahl an Webbrowsern, darunter auch Surfprogramme, die kaum einer kennt. Auf den zweiten Blick gehören jedoch alle gängigen Webbrowser zu einer von nur vier Gruppen.

Des Webs kleine Helfer: Die vier wichtigsten Browserfamilien.

TA-Grafik

Die beste Alternative zum Explorer heisst derzeit Chrome

Man kann Google vieles vorwerfen, etwa mangelndes Gespür für die Datenschutzbedürfnisse der Kundschaft. Allerdings trifft Google auch oft ins Schwarze. Ein Beispiel dafür ist der Webbrowser Chrome. Bei ihm hat Google vieles besser gemacht als die Konkurrenz: Die Websuche Das Eingabefeld von Chrome nennt sich Omnibox. Es ist eine Kombination aus Adress- und Suchfeld. Erkennt der Browser eine Adresse, wird die dazugehörende Website aufgerufen, ansonsten wird die Suche gestartet. Stellt man seiner Eingabe ein Fragezeichen voran, führt Chrome auf jeden Fall eine Suche durch. Chrome sucht aber längst nicht nur mit der hauseigenen Suchmaschine. Über die Omnibox kann mit jeder beliebigen Suchmaschine oder Suchfunktion recherchiert werden. Sobald Sie auf irgendeiner Website eine Suchfunktion benutzen, steht diese hinterher in der Omnibox zur Wahl. Dazu geben Sie den Namen der Suchmaschine ohne «www.» plus Ihren Suchbegriff ein. Die Eingabe «search.ch Zürich» produziert eine Trefferliste der Schweizer Suchmaschine zu Zürich. Und es geht noch einfacher: Passen Sie den Namen der Suchmaschine, das sogenannte Suchkürzel, an. Klicken Sie mit der rechten Maustaste in die Omnibox und wählen Sie den Befehl «Suchmaschinen bearbeiten» aus dem Kontextmenü. Im Dialog wählen Sie Ihre Suchmaschine aus und klicken Sie auf «Bearbeiten». Das Suchkürzel kann aus nur einem einzigen Buchstaben bestehen. Für Wikipedia könnten Sie etwa «w» setzen. Wenn Sie das tun, fördert der Eintrag «w Zürich» in der Omnibox sofort den passenden Lexikoneintrag zutage.
Lesezeichen-Abgleich Wenn Sie Chrome an verschiedenen Computern nutzen und ein Google-Konto haben, stehen Ihnen via Synchronisation überall die gleichen Lesezeichen zur Verfügung: Das richten Sie über «Lesezeichen synchronisieren» im Menü mit dem Schraubenschlüssel-Icon ein.
Anwendungsverknüpfungen Der Befehl «Anwendungsverknüpfungen», den Sie nur bei Windows im Menü «Aktuelle Seite bearbeiten» (erkennbar am Seiten-Icon) finden, erstellt im Startmenü oder auf dem Desktop ein Icon zu einer beliebigen Website. Beim Klick wird die Website in einem Fenster ohne Menüs oder Symbolleiste gestartet. Sie verwenden so Ihr Webmail, Facebook oder andere Webdienste ohne Browserballast. Google Chrome steht wegen der eindeutigen Identifikationsnummer in der Kritik. Das kostenloses Kill-ID löscht diese Nummer: www.almisoft.de.(schü)

www.google.ch/chrome

Stichworte

SwissquoteExklusiver Trading-Partner

[Alt-Text]

Seit 1996 integriert Microsoft (MSFT 29.06 -0.03%) seinen Browser, den Internetexplorer, in das Windows-Betriebssystem. Wegen dieser Bündelung strengte der norwegische Browserentwickler Opera im Dezember 2007 vor der EU-Kommission ein Kartellverfahren an. In einer aussergerichtlichen Einigung verpflichtete sich Microsoft, den Anwendern eine Auswahlmöglichkeit zur Verfügung zu stellen. Seit dem 17. März 2010 enthalten alle Betriebssystemversionen ab Windows 2000 das Auswahlfenster von www.browserchoice.eu.

Dieses Fenster wird englisch «Ballot Screen» genannt und bietet 12 Browser an. Es hat Opera eine Verdoppelung der Downloads eingetragen und stellt den europäischen und Schweizer Nutzern nebst Firefox und Safari auch exotische Browser vor, von denen die meisten Anwender nie etwas gehört haben. Ein Augenschein der EU-geförderten Internetexplorer-Widersacher:

Firefox ist der Alternativbrowser mit der grössten Verbreitung. Der Netscape-Abkömmling ist dank «Personas», «Themes» und «Add-Ins» sowohl optisch als auch funktional der flexibelste Browser. Auf älteren Rechnern träge.

Chrome von Google (GOOG 591.53 -2.01%) gilt als Shootingstar. Er jagt seit 2008 vor allem Firefox Marktanteile ab. Er ist blitzschnell und sicher, weckt aber Datenschutzbedenken.

Safari ist Apples (AAPL 562.29 -0.54%) Browser für Mac OS X, das iPhone und das iPad. Safari punktet bei den RSS-Feeds, d. h. bei Nachrichten in strukturierter Form. Die Windows-Version gilt als nicht stabil und konnte kaum Marktanteile gewinnen.

Opera, der Browser aus Norwegen, hat von Haus aus den grössten Funktionsumfang. Er enthält ein Mailprogramm, ein Chat-Modul und einen Bittorrent-Client für den Tausch von Filmen und Musik. Opera ist standardkonform, sicher, auf vielen Mobilgeräten zu Hause und flexibel bei der Webdarstellung. Sehbehinderte Nutzer können Seiten lesefreundlich anzeigen lassen. Die Bedienung ist gewöhnungsbedürftig.

Green Browser basiert auf dem Internetexplorer. Microsoft hat seinen Browser so konzipiert, dass sich die Rendering Engine Trident, also das für die Anzeige von Webseiten verantwortliche Modul, mit wenig Aufwand in ein eigenes Programm verpacken lässt. Green Browser stellt über eine altbackene Oberfläche eine wirre Mischung von Befehlen zur Verfügung. Einzelne Funktionen wären praktisch, etwa die Bereinigung der Protokolle und der Werbeblocker, doch die willkürliche Menü-Anordnung macht das Programm annähernd unbrauchbar.

Avant-Browser ist ebenfalls eine neue Verpackung für den Explorer. Immerhin synchronisiert dieser Browseraufsatz Lesezeichen, Feeds, Kennwörter und Einstellungen via Internet. Videos, Klänge, ActiveX, Java oder Scripte können einfach ein- und oder ausgeschaltet werden.

Maxthon wirkt wie ein Zwilling des Avant Browser. Und ist ein gutes Beispiel dafür, dass es sinnvoller wäre, beim Internetexplorer fehlende Funktionen über eine Erweiterung nachzurüsten, anstatt dem Browser eine dilettantische Oberfläche überzustülpen.

Flash-PeekSlim-Browser nennt sich ein weiteres krudes Derivat des Internetexplorers. Optisch erinnert es an den Internetexplorer 6.

Sleipnir hat in Japan angeblich einen Marktanteil von sechs Prozent – warum, bleibt ein Rätsel.

Flock basiert auf Firefox und wird als «Browser für soziale Netzwerke» angepriesen. Es gibt integrierte Unterstützung für Flickr, Twitter, Youtube und weitere Dienste, die sich in einer Seitenleiste offen halten lassen. Lesezeichen werden mit del.icio.us synchronisiert.

K-Meleon ist wie Firefox ein Abkömmling von Mozilla, gibt sich beim Ressourcenbedarf bescheiden. Der Browser für asketische Benutzer – hier gibt es noch nicht einmal ein Suchfeld.

Fazit: zu viel EU-Ehre für die meisten alternativen Browser – nicht Innovation wird gefördert, sondern Tristesse. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 03.05.2010, 08:50 Uhr

Digital

Populär auf Facebook Privatsphäre

Telefonbuch

Marktplatz

Familie, Beruf und Studium

Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.

Live @ Sunset

11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!

Online-Kadermarkt

ALPHA.CH: der online-Kadermarkt der Schweiz.

Online-Kadermarkt

ALPHA.CH: der online-Kadermarkt der Schweiz.