Die grosse Enttäuschung Groupon
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Drei Monate nach dem fulminanten Börsengang hat das Schnäppchenportal Groupon seine Jahresbilanz vorgelegt – und seine Anleger bitter enttäuscht. Der Internet-Gutscheindienst machte auch im vergangenen Jahr Verlust, und zwar in Höhe von 456 Millionen Dollar, wie Groupon am Mittwoch mitteilte. Analysten und Anleger hatten mit einem Gewinn gerechnet; der Kurs der Aktie sackte im nachbörslichen Handel um fast 15 Prozent auf 20,92 Dollar ab. Groupon hatte die Aktien Anfang November zum Preis von je 20 Dollar ausgegeben und damit 700 Millionen Dollar eingenommen.
Groupon war erst im November 2008 in Chicago gegründet worden und ist heute in mehr als 140 Ländern aktiv. Vor allem kleine Unternehmen wie Restaurants, Friseure oder Kinos können bei Groupon Gutscheine für vergünstigte Angebote verkaufen. Bedingung für das Zustandekommen des «Deals» ist, dass sich eine Mindestzahl an Interessenten auf das Angebot einlässt.
Unerwartet hohe Steuerzahlung
Mit diesem Geschäftsmodell wächst das Unternehmen kräftig, wie Groupon betonte: 2011 habe sich der Umsatz auf 1,62 Milliarden Dollar fast verfünffacht. Im vierten Quartal sei es gelungen, den Verlust um knapp 90 Prozent auf nur noch 42,7 Millionen Dollar zurückzufahren. Allein eine unerwartet hohe Steuerzahlung wegen der Eröffnung des internationalen Hauptquartiers in der Schweiz habe verhindert, dass unter dem Strich ein Gewinn stehe.
Kritiker wenden ein, dass sich das Geschäftsmodell leicht imitieren lässt, die künftige Entwicklung also sehr unsicher sei. Groupon-Chef Andrew Mason dagegen gab sich unerschütterlich optimistisch: Der Umsatz werde im laufenden Quartal um bis zu 86 Prozent auf rund 550 Millionen Dollar wachsen, erstmals werde Groupon einen Gewinn erzielen.
An der Schwelle eines enormen Wandels
Mason versprach, die Marketingkosten beträchtlich zu senken und in neue Technologien zu investieren: «Wir stehen an der Schwelle eines enormen Wandels, wir stehen an der Schwelle der Entdeckung, was die Technologie aus dem Handel vor Ort machen kann.» Sein Finanzchef Jason Child versicherte, Groupon werde «im kommenden oder im Jahr darauf» in allen Regionen der Welt profitabel wirtschaften. Geld in der Kasse hat Groupon dank des Börsengangs genug – laut Unternehmen waren es Ende 2011 rund 1,1 Milliarden Dollar. (rek/AFP)
Erstellt: 09.02.2012, 13:56 Uhr
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