Ein Browser wird entsorgt
Von Reto Knobel. Aktualisiert am 22.12.2011 43 Kommentare
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Die alten Versionen gehören in den Papierkorb: Browser Internet Explorer. (Bild: Cdn2.pc.de)
Das Problem ist der Erfolg
Als Windows XP vor zehn Jahren präsentiert wurde, begann das digitale Zeitalter gerade durchzustarten. Wie der Browser IE 6 ist auch das Betriebssystem XP sicherheitstechnisch problematisch.
Microsoft selbst verweist auf eine Studie der Antivirus-Firma Avast, wonach es auf etwa 75 Prozent aller XP-Rechner Infizierungen gibt.
Den Support für Windows XP mit Service Pack 2 stellte Microsoft schon am 13. Juli 2010 ein. Für XP mit Service Pack 3 soll am 8. April 2014 Schluss sein.
Da wird es wohl endgültig Zeit, sich nach einem neuen Betriebssystem umzusehen - das könnte dann Windows 8 sein, das irgendwann im Jahr 2012 erwartet wird. (DAPD)
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Es hat alles nichts genützt: Neun Monate ist es her, dass Microsoft (MSFT 29.06 -0.03%) mit einer Online-Kampagne zur Eliminierung ihres eigenen Browsers Internet Explorer 6 (IE 6) aufgerufen hat. «Zehn Jahre sind genug. Die Zeit ist reif», liess sich ein hochrangiger Microsoft-Manager zitieren und spielte damit auf die veraltete Technik des Browsers an, der 2001 zusammen mit dem Betriebssystem Windows XP lanciert worden war.
Damals setzte Redmond noch auf Freiwilligkeit – Nutzer sollten den IE 6 selber auf den neusten Stand bringen. Weil der Aufruf in den Augen von Microsofts Browserverantwortlichen zu wenig befolgt wurde, greift das Unternehmen zu einem «Zwangsupdate»: 2012 bekommen Nutzer, welche die selbständige Aktualisierung via Windows Update eingestellt haben und eine Version ab Windows XP nutzen, automatisch den neuen Internet Explorer. Beim Betriebssystem Windows XP wird der Browser auf IE 8, bei Vista und Windows 7 auf IE 9 aktualisiert.
«Das Eintrittstor zum Internet»
Diese im Windows-Blog kommunizierte Neuerung, die sich auch Silent Update nennt und etwa von Google für den IE-Konkurrenten Chrome verwendet wird, wird vor allem aus Sicherheitsgründen eingeführt: «Der Browser ist das Eintrittstor zum Internet. Nebst Komfort spielt beim Surfen auch die Sicherheit eine grosse Rolle. Mit dem automatischen Update können wir die Sicherheit wesentlich erhöhen – ein aktueller Browser kann am besten mit aktuellen Gefahren umgehen», sagt Microsoft-Sprecherin Barbara Josef.
Zum Beispiel hätten Windows 7 und Windows Server 2008 R2 die tiefste Malware-Befallsrate im Vergleich zu früheren Versionen. Nebst den Benutzern würden auch die Entwickler profitieren: «Das parallele Entwickeln auf verschiedenen Browserversionen verursacht unnötige Aufwände.»
Ein Ärgernis für Entwickler
Hinzu kommt, dass das Benutzererlebnis eines neuen, leistungsfähigen Browsers um Welten besser ist. Nebst Geschwindigkeit und optischen Aspekten offeriert ein neuer Browser zudem mehr integrierte Funktionen, die dem Benutzer Zeit und Nerven sparen.
Von einem «Zwangsupdate» zu sprechen, sei falsch, hält Josef fest: «Unsere Geschäfts- und Privatkunden können via Opt-out auch weiterhin selber die Browserversion wählen.» Automatische Updates seien zudem inzwischen ein Industriestandard.
Australien und Brasilien machen den Anfang
An welchem Tag im neuen Jahr das Auto-Upgrade für Schweizer Internet-Explorer-Nutzer kommt, ist noch nicht klar. Barbara Josef sagt: «Im Januar 2012 beginnt das Ausrollen des Auto-Upgrade für Internet-Explorer-Nutzer in Australien und Brasilien. Danach dann in allen anderen Ländern.»
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 22.12.2011, 12:39 Uhr
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