Etwas ist faul in der heilen Apple-Welt
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Etwas ist faul in der heilen Apple-Welt: iPhone-Nutzer klagten über Rechnungen für Programme, die sie nie gekauft hatten. Das wirft Fragen nach der Sicherheit auf.
Das musste auffallen: Unter den 50 meistgekauften Büchern in Apples (AAPL 562.29 -0.54%) App Store für iPhones und iPads stammten auf einmal über 40 von einem einzigen Entwickler. Zudem häuften sich Berichte von Nutzern über hohe Rechnungen für Käufe von denen sie nichts wussten.
Das «Wall Street Journal» berichtete sogar von einer Frau, die plötzlich 7000 Dollar für sogenannte Apps, also kleine Zusatzprogramme, für den neuen Tablet-Computer iPad bezahlen sollte. Ein Gerät, das sie gar nicht besitzt.
Apple wiegelt ab
Laut Apple waren 400 der inzwischen rund 150 Millionen Kunden im Online-Store iTunes betroffen - ein Anteil von weniger als 0,0003 Prozent, wie der Konzern vorrechnete. Was genau passiert ist, bleibt jedoch unklar. Apple gibt sich wie üblich zugeknöpft.
Klar ist soweit folgendes: Ein Entwickler namens Thuat Nguyen wurde vom Konzern aus dem App Store herausgekickt - weil er gegen die Verträge mit Apple verstossen habe, inklusive «betrügerischer Kauf-Modelle».
Zugleich betonte Apple, es sei nicht auf iTunes-Server eingebrochen worden, und die Entwickler bekämen auch keinen Zugang zu vertraulichen Nutzer-Informationen, wenn eine App heruntergeladen werde.
Gleichwohl empfahl der Konzern allen Kunden, ihr iTunes-Passwort zu ändern und bei Unregelmässigkeiten auf der Kreditkartenabrechnung ihre Bank zu kontaktieren.
Ein Passwort genügt
Die Geschichte leuchtet einen kritischen Punkt in Apples erfolgreichem Geschäftsmodell mit Programmen und Musik für seine Geräte aus: Es steht und fällt mit dem Vertrauen der Nutzer.
Wer in Apples Multimedia-Supermarkt shoppen geht, hinterlegt bei dem Konzern seine Kreditkarten-Nummer. Für den Kauf von Apps oder Filmen reicht es dann, ein Passwort einzutippen.
Künftig sollen Nutzer bei Einkäufen häufiger auch nach der Sicherheits-Nummer auf der Rückseite ihrer Kreditkarte gefragt werden, kündigte Apple an.
App Store und iTunes sind für Apple von strategischer Bedeutung. Letztlich war genau dies das Neue, womit der Konzern von Steve Jobs den Handy-Markt revolutionierte.
Mit dem Programm-Marktplatz für das iPhone ist das Handy endgültig kein reines Telefon mehr, sondern ein Multifunktions- Computer mit Spielen, Musik, einer Nachrichtenzentrale und vielen anderen Hilfsprogrammen. Es ist ein Milliarden-Geschäft.
Erfolgreiches Modell
Das App-Store-Modell hat sich in der Mobilfunk-Branche durchgesetzt. Die Allianz um das Google-Betriebssystem Android geht ebenfalls diesen Weg, auch Handy-Weltmarktführer Nokia versucht es, wenn auch mit überschaubaren Erfolg.
Apple hat in diesem Wettbewerb die Nase vorn: Mehr als 200'000 Apps sind verfügbar. Sie wurden inzwischen mehr als fünf Milliarden Mal heruntergeladen. Die meisten sind kostenlos, bei kostenpflichtigen Programmen landen 30 Prozent der Erlöse in der Apple-Kasse.
Bisher warb Apple um das Vertrauen der Kunden auch damit, dass im Gegensatz zum Beispiel zum konkurrierenden Android-Marktplatz keine App ungeprüft auf die Kunden losgelassen werde. Das führte auch zu Konflikten mit Entwicklern, die Apple zum Teil Zensur und Willkür vorwarfen oder zu lange Wartezeiten beklagten. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 07.07.2010, 18:07 Uhr
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