Facebook: 200 Millionen Nutzer – aber kein Geld
Von Walter Niederberger, San Francisco. Aktualisiert am 02.04.2009
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Schneller Fotos hochladen auf Facebook
Fotos sind ein wichtiger Teil von Facebook. Nutzer haben dort bisher bereits rund 50 Millionen Bilder hochgeladen. Um mit der wachsenden Zahl an Fotos umgehen zu können, startet Facebook nächste Woche ein neues Speichersystem, berichtet die Zeitung «Computerworld». «Haystack» wurde in den vergangenen Jahren von Facebook selbst entwickelt und soll um 50 Prozent schneller sein, als herkömmliche Systeme.
Die Kündigung des erfahrenen Finanzchefs Gideon Yu ist der letzte in einer Reihe von Abgängen in der Chefetage von Facebook. Letztes Jahr schon waren zwei Mitbegründer und einer der Chefarchitekten des Onlinenetzwerks gegangen, das erst fünf Jahre alt ist und bereits 200 Millionen Nutzer zählt. Das Unternehmen hat Mühe, die stark steigenden Ausgaben für Computer, Server und Software mit eigenem Kapital zu finanzieren.
Finanzierungsrunde gescheitert
Gideon Yu hatte es geschafft, mehr als 500 Millionen Dollar an Kapital bereitzulegen, um die Aufbauphase von Facebook zu finanzieren. In einem Coup sondergleichen gelang es ihm, Microsoft zu einer Investition von 240 Millionen Dollar zu bewegen und dafür nur gerade einen Anteil von 1,6 Prozent zu gewähren. Gemessen daran wurde Facebook vor zwei Jahren mit 15 Milliarden Dollar bewertet. Solche Erwartungen indessen erwiesen sich als stark übertrieben, wie die letzten Monate zeigen. Yu gelang es nicht, eine weitere Finanzierungsrunde von 100 Millionen Dollar auf die Beine zu stellen. Auch drückte die Finanz- und Wirtschaftskrise den Unternehmenswert massiv nach unten. Wie viel Facebook tatsächlich noch wert ist, ist schwer abzuschätzen, da das Unternehmen keine detaillierten Zahlen bekannt gibt. Experten gehen von einem Jahresumsatz von 250 bis 300 Millionen Dollar aus. Facebook selber fügte an, im kommenden Jahr erstmals einen positiven Cashflow erzielen zu können.
Gemessen an der grossen Verbreitung sollte die Internetplattform allerdings weit mehr Umsatz erzielen. Genau wie andere soziale Netzwerke auf dem Internet auch, Myspace etwa, hat Facebook Mühe, aus der grossen Kundschaft ein lukratives Geschäftsmodell zu machen. Myspace sollte beispielsweise ein Hauptertragspfeiler der News Corporation werden; doch musste Rupert Murdoch letztes Jahr einräumen, dass diese Vorgabe nicht erreicht würde. Die Hürde ist die Werbewirtschaft. Für Werbetreibende sind solche sozialen Netzwerke zu stark durchmischt, um gezielte Marketingkampagnen fahren zu können. So haben auch die kostenlosen E-Mail-Anbieter wie Hotmail von Microsoft oder Gmail von Google Mühe, sich über Werbung zu finanzieren; und dies trotz der starken Verbreitung.
Börsenerfahrung gesucht
Facebook hat nach eigenen Angaben die Zahl der Nutzer seit letztem August auf 200 Millionen verdoppelt, wovon 70 Prozent von ausserhalb der USA stammen. In der Schweiz sollen sich Ende letzten Jahres mehr als eine Million Nutzer eingetragen haben. Wie viele davon aktiv sind, ist unklar. Mark Zuckerberg, der 24-jährige Firmengründer, setzt nun darauf, die Werbewirtschaft vermehrt an der Konversation innerhalb der Facebook-Gemeinde zu beteiligen. Die Nutzer sollen ermuntert werden, ein bestimmtes Produkt zu unterstützen, wofür sie mit Rabatten belohnt würden. Dieses «Engagement» wird dann an die Kollegen weiterverschickt, wofür die Werbewirtschaft zahlen soll. Fernziel ist, wie das Unternehmen gestern bestätigte, «eine Bewertung zu erreichen, mit der wir zufrieden sind». Zum Stellenprofil des künftigen Finanzchefs gehören entsprechend auch einschlägige Erfahrungen mit dem Umgang eines börsenkotierten Unternehmens. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 02.04.2009, 10:35 Uhr
































































