Facebook verwertet intime Nutzerdaten

Das soziale Netzwerk hat ein Tool präsentiert, mit dem es aus den persönlichen Daten seiner 150 Millionen Nutzer Gewinn schlagen will. Auch Angaben wie Familienstand oder sexuelle Orientierung werden mit einbezogen.

Neuer Versuch: Facebook versucht, die Werbeeinschaltungen genau auf das Profil des Facebook-Nutzers anzupassen.

Neuer Versuch: Facebook versucht, die Werbeeinschaltungen genau auf das Profil des Facebook-Nutzers anzupassen.

Interaktiv-Box

Die Idee, dass Werbeeinschaltungen genau auf das Profil des Facebook-Nutzers angepasst werden könnten, hat das Unternehmen bisher nicht erfolgreich umsetzen können. Mit dem neuen Umfrage-Tool, das fast in Echtzeit Ergebnisse liefert, soll das nun anders werden, berichtet die Zeitung «Telegraph». Damit können Unternehmen gezielt Leute aus der gewünschten Zielgruppe nach ihrer Meinung fragen. Viele Marktforscher meinen, dass ein Millionenpotenzial in den persönlichen Daten liegt, die Facebook-Nutzer auf ihren Profilen preisgeben.

Israelis und Palästinenser als Versuchskaninchen

Das neue Umfragesystem nennt sich Engagement Ads und nutzt die Angaben, die Nutzer über sich selbst machen, um bestimmte Zielgruppen zu erreichen. Das Problem: Dabei werden nicht nur Daten wie Geburtstag oder Herkunftsland, sondern auch sehr persönliche Informationen wie Familienstand oder sexuelle Orientierung mit einbezogen. Um das Umfragesystem zu präsentieren, hat Facebook am Weltwirtschaftsforum in Davos eine Demonstration von Engagement Ads geboten. Palästinensische und israelische Facebook-Nutzer wurden gezielt ausgewählt, um ihnen eine Frage über Weltfrieden zu stellen. Dann wurden 120'000 Nutzer aus den USA gefragt, was sie vom Wirtschaftspaket von Präsident Obama halten. Nur wenige Minuten später lagen bereits Ergebnisse der Umfrage vor.

Auch diesmal Proteste?

Bisherige Versuche, aus persönlichen Daten der Facebook-Nutzer Profit zu schlagen, sind an Protesten gescheitert. Ein Service, der alle Freunde eines Nutzers von dessen Einkäufen auf Partnerseiten informiert hat, wurde nach kurzer Zeit wieder eingestellt, nachdem Facebook-User eine Kampagne dagegen gestartet hatten. (rek/pte)

Erstellt: 03.02.2009, 12:59 Uhr

15 KOMMENTARE

Daniel Kohler

17.02.2009, 21:00 Uhr

Was soll die Aufregung? Wer im Internet unterwegs ist, hinterlässt Spuren. Man wird in AGBs immer und immer wieder darauf aufmerksam gemacht, das Daten verwertet werden können. Wer Cumulus-Punkte sammelt, erhält mit den Gutscheinen profilierte Werbung. Wer bei einer Garage eine Reparatur ausführen lässt, erhält fortan Werbung. Man muss halt erst denken und erst danach klicken!


Kram Bambuli

17.02.2009, 20:43 Uhr

Die Sündenböcke kommen aus der Werbung. Es ist das Lockende Werbegeld das Online-Portale dazu bringt die Nutzerdaten zu missbrauchen. Der Weltweit fehlende kordinierte Datenschutz macht dies zudem erst recht möglich. Ausserdem warum sich über Facebook aufregen, wenn Google die gleich Startegie verfolgt. Nutzerdaten bleiben anony, das verhalten wird ausgewertet und danach die Software programmiert!


Peter Meier

03.02.2009, 06:49 Uhr

Facebook kenne und nutze ich nicht, habe mir aber schon andere Partyseiten etc. angeschaut. Wer sich da registriert und dann noch stolz darauf ist seine besoffene Fresse vom letzten Partyweekend zu sehen ist eigentlich selber Schuld wenn er später mal Probleme kriegt auf Jobsuche etc. Die Einladungen von Xing etc. werden bei mir umgehend gelöscht - was soll ich denn da ?


Lenhard Grün

02.02.2009, 16:57 Uhr

Eigentlich ist es witzlos wenn sich die Benutzer gegen sowas streuben würden. Wer so offen mit privatem umgeht muss einfach bestraft werden.


Greney Eric

02.02.2009, 16:04 Uhr

Milo Graf - Sie können das Account zwar Jederzeit löschen, aber die daten die sie einmal ins Netz gestellt haben können sie nicht mehr löschen. Die sind immer wieder auffindbar!!!!! - - - Ana Nasz - Registriert wird auch bei Google und anderen.


Luther Sloane

02.02.2009, 15:55 Uhr

technologisch ist natürlich vieles möglich, aber erst durch die freiwillige Bekanntgabe Eurer Daten wird das Profiling perfekt. Wenn nur die Mindestangaben gemacht werden, darauf verzichtet, alle Hobbies Lieblingsfilme und so weiter anzugeben, nicht überall "ich bin ein Fan von..." anklickt, nicht jeder Gruppe und jeder "witzigen" Einladung folgt. hat gute Chancen nicht ganz so gläsern zu sein.


Ian Meier

02.02.2009, 15:41 Uhr

Aus meiner Sicht war es eine Frage der Zeit, bis sich Facebook an die intensive Nutzung der Benutzerdaten wagt. Ähnliches Vorgehen kennt man bereits von StudiVZ oder auch von XING. In Anbetracht der Menge und Ausführlichkeit von persönlichen Daten, ist das wirtschaftliche Interesse daran enorm. Darum prüfe, wer sich ewig bindet. Leider werden die Gefahren des Netzes heute nicht mehr ernstgenommen.


Emmanuel Meier

02.02.2009, 15:28 Uhr

Ich versteh einmal mehr den Trubel nicht. Das ist ja altbekannt und man wird bei einer Anmeldung bei all diesen Providern immer darauf aufmerksam gemacht. Und wer freiwillig Daten reinstellt, der stimmt auch einer Weiterbearbeitung zu...Aus die Maus


Ana Nasz

02.02.2009, 15:26 Uhr

auch du bist naiv, milo. facebook registriert dein Klicks, deine Kontakte, deine Add-ons, dein ein- und auslog, sowie online zeiten, dein freunde, deren hobbies und deren angaben. damit leist sich schon ein sehr gutes profiling von dir machen. und wenn du deinen account "löschst" haben sie die daten immer noch und werden sie auswerten und verkaufen.


Milo Graf

02.02.2009, 15:10 Uhr

Wie es alle meine vorschreibe treffend beschreiben, ist das grosse Plus von Facebook, dass jeder seine Daten FREIWILLIG preisgibt. Somit kann man niemandem Schnüffeleien vorwerfen. Ich bin ebenfalls Facebook-User und wiege positives sowie negatives ab. Wenn das negative überwiegen würde, würde ich mein Account löschen lassen.


Tom Müller

02.02.2009, 14:59 Uhr

wieso muss man überall nur immer das böse und das negative sehen? sieht es doch mal aus einer anderen sich. dank den persönlichen daten bekomme ich bei facebook nur die werbung zu sehen, die auch auf mich zugeschnitten ist. und noch was: ohne werbung würde unsere wirtschaft nicht laufen. also hört endlich auf euch zu beschweren und zu jammern!


Ana Nasz

02.02.2009, 14:47 Uhr

Ihr seid eben naiv, Leute. Was glaubt ihr wohl, warum jemand so einen Dienst GRATIS zur Verfügung stellt? Der Betrieb kostet und um euch ein bisschen Werbung zu zeigen, rentiert das ganze nicht - der Rücklauf ist zu gering. Diese Dienste haben nur einen Zweck: An euer Profil (Nutzung, Verhalten, Vorlieben, etc) heranzukommen. Für Marketing ist das Gold wert. Nicht überlegen, Hauptsache gratis.


Signe Fleischmann

02.02.2009, 14:18 Uhr

Verdammt nochmal! Wir sind begeistert von Facebook! Und dann, wenn ihr genug User habt sammelt Ihr die Daten? Das stresst! Immer die Polizei spielen müssen und dem FBI Marktanteile verkaufen? Schämt euch!!!


Greney Eric

02.02.2009, 14:12 Uhr

Jeder der solche Informationen einfach so preisgibt ist selber schuld.! Wenn sich die Nützer über den Tisch ziehen lassen habe ich kein bedauern. Die Stasi wäre glücklich gewesen mit solchen Tools!


Hans Rothenbühler

02.02.2009, 14:08 Uhr

Facebook ist sowieso die Hölle für jeden, der ein bisschen was von Datenschutz versteht. Das Allerschlimmste ist, dass die Leute sogar freiwillig ihre intimsten Daten veröffentlichen.



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