Filesharing: Was Nutzer jetzt beachten müssen
Von Reto Knobel. Aktualisiert am 26.01.2012 79 Kommentare
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Ende November hat der Bundesrat entschieden: Das Urheberrecht wird nicht verschärft. Das heisst für Internetnutzer unter anderem, dass sie auch weiterhin straffrei Filme und Songs herunterladen können. «Der Download von – auch von urheberrechtlich geschützten – Filmen und Songs zu Privatzwecken ist in der Schweiz legal. In vielen anderen Ländern ist derselbe Sachverhalt allerdings illegal», so der Schweizer Jurist und Internetrechtsexperte David Rosenthal.
In der Schweiz, wo jeder Dritte über 15-Jährige Gratisdownloads tätigt, ist die Verunsicherung bei den Nutzern trotzdem gross. Grund ist das massive Einschreiten der US-Justiz, welche den Filesharing-Dienst Megaupload.com geschlossen und die Betreiber verhaftet hat.
Im Ausland hat der Druck der USA bereits gewirkt
Megaupload-Gründer Kim Schmitz werden kriminelle Tätigkeiten wie die Verbreitung von Raubkopien und Geldwäscherei vorgeworfen, den Inhabern der Urheberrechte sei dadurch ein Schaden von 500 Millionen Dollar entstanden. Ihm und seinen Geschäftspartnern drohen bis zu 20 Jahre Haft.
Der Druck hat gewirkt - andere Filesharing-Dienste wie Uploadet.to oder Filesonic.com haben ihr Angebot stark eingeschränkt. Nicht so das Schweizer Portal Rapidshare.com. Wir haben keine Angst, so Rapidshare-Chefin Alexandra Zwingli in einem Interview. Ihr Service sei «genauso legal wie Youtube oder Dropbox».
Deutsches Urteil gibt Rapidshare Recht
Ist das tatsächlich so? Einem Urteil eines Deutschen Gerichts aus dem Jahr 2010 zufolge haftet das Unternehmen weder als Täter noch als Teilnehmer für Urheberrechtsverletzungen, die mit Hilfe des Dienstes durch Dritte begangen werden. Aus dem Urteil geht zudem hervor, dass der Sharehoster keine Dateinamen filtern muss, um illegale Uploads zu verhindern. Janine Jakob, Rechtsexpertin der Schweizer Stiftung für Konsumentenschutz geht davon aus, dass Schweizer Gerichte nicht anders urteilen würden. Zudem sei das Urheberrecht hierzulande liberaler ausgestaltet als in Deutschland oder in den USA.
Also hat die Schliessung von Megaupload keine Folgen für Rapidshare? David Rosenthal mag diese Frage nicht beantworten. Er sagt aber: «Filehoster sind an sich nicht illegal.» Janine Jakob wiederum teilt die Meinung von Alexandra Zwingli: «Die Firma Rapidshare bietet ihren Nutzern die Möglichkeit, grosse Datenmengen zu speichern und zu verwalten, egal wo man sich gerade befindet. Sobald mehrere digitale Fotos an Freunde oder Bekannte verschickt werden sollen, stossen andere Serviceangebote an ihre technischen Grenzen, so dass überhaupt keine andere Möglichkeit besteht, als die Datei bei einem Filehosting-Dienst abzulegen». Filehosting erfülle ein aktuelles Bedürfnis vieler Menschen, nämlich grosse Dateien schnell und einfach zu speichern und die Downloadlinks an Freunde und Bekannte zu versenden. Jedoch könne Rapidshare kaum für ein allfällig illegales Verhalten seiner Nutzer verantwortlich gemacht werden.
«Hände weg von Peer-to-Peer-Netzwerken»
Die Konsumentenschützerin hält fest: «Der Download von urheberrechtlich geschützten Inhalten ist in der Schweiz legal. Wenn ein User jedoch solche Inhalte uploadet und den Link dazu verbreitet, besteht ein Risiko, dafür zur Rechenschaft gezogen zu werden.»
Auch David Rosenthal rät Nutzern in der Schweiz dringend davon ab, fremde Filme und Songs selber ins Internet zu stellen, denn «der Upload ist verboten. Hände weg von Peer-to-Peer-Netzwerken» (zu letzteren Tauschbörsen gehört zum Beispiel Bittorrent, Red.). Die Verbreitung von Raubkopien «war immer und ist nach wie vor illegal» weiss der Internetrechtsexperte – und dagegen gebe es rechtliche Instrumente, die auch genutzt werden sollen.
Liberales Schweizer Urheberrecht
Aus gesetzgeberischer Sicht dürfe die Frage der Verbreitung von Raubkopien aber nicht auf Peer-to-Peer-Netzwerke oder Filehoster wie Megaupload reduziert werden. «Wer am Urheberrecht herumschraubt, tangiert damit grundsätzlich die Art und Weise, wie wir mit Inhalten umgehen dürfen. Das kann Konsequenzen haben, die gut überdacht sein wollen. In der Schweiz war der Gesetzgeber bisher – wie ich meine zu Recht – vorsichtig», sagt Rosenthal in Bezug auf den Entscheid des Bundesrats von Ende November 2011, das Urheberrecht nicht zu verschärfen - einen Entscheid, den Janine Jakob übrigens vorbehaltlos befürwortet: «Unser liberales Urheberrecht sieht als Abgeltung für das Recht auf Privatkopie eine Vergütung auf sämtlichen Leerträgern wie beispielsweise CD-Rohlinge oder iPods vor, welche schlussendlich den Künstlern zugutekommt.»
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 24.01.2012, 14:58 Uhr
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79 Kommentare
Dream on! Die Geschichte ums Bankgeheimnis hat gezeigt, wie völlig irrelevant Schweizer Gesetze sind, wenn die US-Justiz ihre globalen Allmachtsfantasien auslebt. Frau Zwingli empfehle ich, Ferien im englischsprachigen Ausland zu unterlassen... Antworten
Auf zehn heruntergeladene Filme kaufe ich zwei. Früher, als es die Möglichkeit des Filesharing noch nicht gab, kaufte ich gar keine Filme. Man rechne. Weiss man eigentlich mit Sicherheit, dass Megaupload etc. den Film- und Musikindustrien tatsächlich schaden? Antworten
Meines Wissens wurde in der Schweiz noch nie jemand, der Dateien über Peer-to-Peer-Netzwerke angeboten hat, gerichtlich verurteilt. Ich benutze auschliesslich Bittorrent und lade zu gleiche Teilen hoch wie runter. Und dann geh ich halt öfters an Konzerte und kaufe mir dann, wenn es gut war, grad noch ein T-Shirt. So kriegt die Band nämlich 10 mal mehr (!) als wenn ich mir die CD kaufen würde. Antworten
Kleinheit hat auch ihre Vorteile.Nur diesem Umstand dürfte es zu verdanken sein,dass die Schweiz noch nicht von den (meist amerikanischen) Rechteinhabern bedrängt wurde,ihr Urheberrecht zu verschärfen.Diese Konzerne nehmen es angesichts der geringen Einwohnerzahl der CH eben hin,dass ihnen so Profite entgehen.Eine Kosten/Nutzen-Abwägung eben. Antworten
Vor allem die Musikkonzerne haben in den letzten Jahrzenten eine Unmenge an den CD-Käufern verdient. Sie haben die Entwicklung verschlafen und jetzt nichts besseres zu tun als zu jammern. In der Schweiz ist der Download legal also brauchen wir kein schlechtes Gewissen zu haben. Film- und Musikindustire finden neue Wege um an das Geld des Konsumenten zu kommen. Siehe u.a.Ticketpreise... Antworten
Urheberrechte, Geschmacksmuster und Patente sind prinzipiell abzuschaffen. Dann haben unsere Unternehmen endlich gleichlange Spiesse, wie die amerikanische und chinesische Konkurrenz, unsere Bürger werden nicht mehr zur Freude der Rechtsanwälte kriminalisiert und Qualität wird sich endlich gegen die erbärmliche aber besser vermarktete Masse durchsetzen. Antworten
Ich bezahle für alle meine beschreibbaren CDs und DVDs (auf denen ich v.a. Photos Speichere, die ich mit MEINER Kamera selber gemacht habe), der Suiza gebühren. Wenn die Suiza von meinem Speicherverhalten profitiert, soll sie die letzte sein, die jammert, wenn man sich nur runterlädt, was andere schon lange tausendfach bezahlt haben!!!!! Antworten
@ Manuel
Falsch, es gibt einen enormen Unterschied zwischen bekannt und Mainstream Medien berühmtheit.
Kürzlich (vor 2-3 Tagen) kam ein Music Video von einem Independent Musiker raus - die Quote (Most Viewed) war innerhalb kürzester Zeit auf Rekordhöhe.
Nur weil Viva oder MTV diesen Musikern nicht helfen, heisst es nicht dass Sie nicht bekannt sind.
Der Musiker kann es ja ohne Musiklabel versuchen: Wenn Labels nicht so viele Vorteile für Musiker hätten, gäbe es mehr unabhängige Musiker. Ich bezweifle, dass es den heute bekanntesten Musiker ohne einen Label besser als mit gehen würde. Sehr wahrscheinlich, wären sie ohne Label gar nicht mal so bekannt worden.
Irgendwelche Provinzmusiker sollten sich nicht zu fest aufplustern. Die lãdt eh kein Schwein runter. Wenn ich "Künstler" sehe wie Rihanna oder Justin Bieber sehe, die leiden nicht drunter. Und ein iPod hat auch eine Festplatte drin, nur mal so nebenbei. Nun starte ich die nächsten Torrents (Vorsicht Finte) Antworten
Kürzlich wollte ich ein mp3 _kaufen, aber: "This download is not available in your country". Was soll das?? Wer bevormundet mich da??? Das will _ich _nicht und viele Millionen andere auch nicht! Es ist also unser_Bedürfnis, frei einkaufen zu wollen. Hallo Musik-/Filmindustrie -- AUFWACHEN, nicht an gestrigen Vertriebskanälen nachtrauern! Kein DRM! Keine nicht-plausiblen Hürden, wie z.B. RegionCode Antworten
Unsere Gemeindebibliothek hat Bücher, CDs, DVDs und leiht sie gratis aus. Sie macht sogar Werbung für ihre Dienste. Warum ist dies legal? Meines Wissens gibt es sogar Bibliotheken in den USA die das gleiche tun. Wann schreiten die Behörden ein? Server = Bibliothek, Link = Werbung der Bibliothek Antworten
Weil die Bibliotheken das Recht erkauft haben.
Schauen Sie z.B. mal eine DVD eines DVD-Verleihes an. Das kleingedruckte hat sich zur normal kaufbaren DVD verändert....
1 physische DVD auszulehnen kann nur 1 Person und nicht z.B. 1000 Downloader täglich. Das ist der Unterschied.
Ich denke man muss differenzieren: Ich sehe kein Problem darin, ein international bekannter Song gratis herunterzuladen, wenn es aber ein Künstler ist dessen Musik etwas mehr hergibt (Singer/Songwriter), ehrliches Handwerk halt, bin ich gerne bereit dafür zu bezahlen. Und als Musikliebhaber gibt eine CD mit Booklet etwas mehr her als ein paar Bits und Bytes. Antworten
Anstatt Diebstahl zu schreien sollte man auch mal die Politik der Konzerne hinterfragen. Vielen Leuten werden gezwungen, Sachen zu downloaden, weil man sie legal nicht bekommt. Jeder andere Unternehmer würde die Wünsche seiner Kunden erfüllen, mein Geld will man nicht. Viele gute Serien können hier nicht gesehen werden. Ich könnte jetzt Zensur schreien, belasse es aber beim Wort Dummheiten ;-) Antworten
Hat was. Ich kauf eine BluRay, werde 10 Minuten mit dem Hinweis dass ich höchstwahrscheinlich ein Krimineller bin belästigt, weitere 20 Minuten mit unerwünschter Werbung bombardiert und dann macht der BR-Player erst mal ein Online-Update. Und jetzt wundern sich die Urheberrechtsverwerter, weshalb ich den Film dann grundsätzlich als digitale Privatkopie von Rapidshare hole.
Stimmt genau. Ich hätte nichts dagegen eine Art Billag-Gebühr dafür zu bezahlen. Oder von mir aus auch einzeln auf Itunes zu kaufen. Aber das ist nicht möglich. Und ich will doch nicht Serien mit 2-3jähriger Verspätung und dann auch noch schrecklich synchronisiert anschauen. Schade gibt es hier soviele rechtliche und faktische Barrieren der Politik und der Konzerne.
Für jedes Rohmedium (Harddisc, DVD, CD, Tape usw.), welches wir kaufen, müssen wir Suisa abgaben bezahlen. Daher ist das Downloaden legitimiert.
Wenn die Plattenfirmen umdenken würden und nicht wie kleine Kinder herumjammern täten, würden sie schon lange Gratis Downloads anbieten.
Antworten
Christoph, du hast mengenmässig recht. Umsatzmässig macht eine Lady Gaga locker alles Indie-Zeug aus Europa aus. Und DAS ist dein Problem.
@ M. Matter: Muss mich leider wiederholen - Sie bezahlen, damit Sie die Lizenz erhalten, etwas für Ihren privaten Gebrauch zu kopieren.
Aber Sie bezahlen nicht mickrige 30.- CHF Leerträgervergütung für ihr iPhone, um dann für 3'000 Songs, die Sie nicht besitzen, nichts bezahlen zu müssen.
Nix mit legitimiert - im Gegenteil.
@Leupin - ich stimme zu. Das aber würde/wird hoffentlich einiges ändern
Suisa-Abgaben auf Speichermedien zu erheben, ist stumpfsinnig und gehört abgeschafft. Schliesslich kann ich auch nicht jemanden vorsorglich verurteilen, weil er (legal) einen Revolver besitzt, mit dem er potenziell jemanden umbringen könnte.
Umgekhert legitimieren die Suisa-Abgaben aber Gratisdownloads von urhebergeschützten Werken nicht - mein Votum: faire Abgeltung für real bezogene Leistung!
Lieber Herr Trummer, ich habe auf meiner HD ausschliesslich eigene Bilder und Dokumente!!! Irgendjemand bekommt hier Geld für nichts!
Die Musikindustrie besteht (zum Glück) zum grössten Teil aus Indie-Labels und -Künstlern ohne internationale Businessstrukturen. Was sagst du denen?
Pech, wenn ihr nicht Musik produziert, neben deren Gratis-Downloadlink man mit einem Werbebanner doch noch was verdienen kann?
Noch was: Wenn du 5 GB Musik hast auf deiner HD: Wieviel Rappen Leeträgergebühr pro Song gibt das? Nicht fertig gedacht.
Einige verstecken sich hinter blauäugigen Behauptungen, wie Abgaben auf leere Tonträger. Eine reine Schutzbehauptung. Ist im Preis eines IPods auch eine Abgabe, die an die Media-Mafia geht? Irgendeine Verschwörung wird das sicher bestätigen. Und noch zu Rapidshare und keine urheberrechtsgeschützte Daten .... pffff .... ich glaub auch an den Weihnachtsmann. Antworten
Ja, im Preis des iPods ist eine Abgabe. Gehen Sie auf suisa.ch, dort steht, dass die Leerdatenträger eben darum erhoben wird. Zuerst informieren, dann mitdiskutieren.
"Ist im Preis eines IPods auch eine Abgabe, die an die Media-Mafia geht? Irgendeine Verschwörung wird das sicher bestätigen."
Ja, jedes Speichermedium beinhaltet diese Abgaben. Das hat nichts mit Verschwörung zu tun, ist einfach schweizer Recht.
Ist es nichts so, dass rapidshare schon seit geraumer zeit urheberrechts-verletzende dateien löscht? zu beginn der one-click-hoster ära war rapidshare vorne mitdabei. in den letzten jahren stosse ich aber äusserst selten auf rapidshare links. macht es den artikel spannender, wenn noch etwas swissness reingebracht wird? filesonic kann ich bestätigen,von Uploadet.to habe ich heute gedownloaded Antworten
Uploadet hat seinen Dienst nur in den USA eingeschränkt.
Wie wäre es mit einem einfachen Beispiel:
A1) Ich kaufe eine CD B1) ich lade die lieder hoch C1) ich hör mir die hochgeladenen lieder an D1) ich verteile den link zu den Liedern.
A2) Ich kaufe eine CD B2) ich mach kopien von der CD C2)ich hör mir die kopien an D2) ich verschenke die CD's
Das Hochladen ist der gleiche vorgang wie das kopieren. Ist mein CD/DVD-Brenner also illegal?
Antworten
Herr Fehlmann, dann ist aber der CD/DVD-Brenner illegal und gehört sofort verboten. Und die Rohlinge auch. Die Post auch. Oder wo ist der Unterschied zwischen Filehostern und dem Brenner/der Post?
ja, das ist illegal, weil Zuger Firmen da nicht profitieren.......
Meines Wissens nach ist das Hochladen für den Eigengebrauch nicht strafbar, da man ja nur eine Kopie für sich selbst macht. Sobald man aber die Dateien zugänglich für andere macht, macht man sich strafbar. Möglicherweise darf man die Dateien noch an Freunde/Familie verschicken, da man auch einem Freund eine CD brennen darf, mehr aber nicht.
der musiker komponiert einen song. er investiert geld um diesen song in einem tonstudio aufzunehmen. er bezahlt musiker, prodzenten, ton engineer, dass dieser song auch wirklich gut klingt. das abmischen und mastering sind auch nicht gratis und der legale upload des kuenstler auf itunes und co kostet auch.
... und dann findest du es iO, diesen song gratis runter zu laden???
Antworten
Da muss ich Reto recht geben. Ein Künstler investiert ja meist sehr viel ins eine Projekte. Zeit in denen er kein Geld verdient, keine PK anhäufen kann etc. Nur die wenigsten schaffen es wirklich Geld zu verdienen. Leider haben die ganzen Talentshows im TV das Ihre dazu getan und die Ware Musik zum Wegwerfprodukt degradiert. Ein Richtiger Rocker arbeitet sich hoch (gäll Reto)
Der durschnittliche schweizer "Hinterhof"-Künstler hat kein Schaden durch Downloads - er wird schlicht nicht angeboten und falls doch lädt ihn eh keiner runter. Runtergeladen werden Charts und die Künstler der in den Charts verdienen ja i.d.R. an vielen Orten Geld.
Aber inzwischen gibt es Spotify für Musik. Jetzt noch so ein Angebot für Filme/Serien und man kann das Rapidshare-Abo kündigen.
...um möglichst viel Return On Investment zu garnieren. Es geht dabei nicht um Musik, schon seit gaaaaaanz langer Zeit nicht mehr. Ich persönlich kaufe eure CDs auch wenn ich sie nicht besonders gut finde. Das ist eine Art modernes Mäzenentum, und eure einzige Art den Lebensunterhalt 'ausserhalb des Kapitalismus' zu verdienen. Wenn euch das nicht gefällt (so wie mir): Arbeitet auf der Bank. Sorry.
Reto und Christoph, ich respektiere euch beide als eigenständige Künstler, aber ihr dürft eines nicht vergessen: Kunst ist nicht dazu da, euren Lebensunterhalt zu sichern. Wenn ihr es international nicht zum Durchbruch schafft ist das nicht der Fehler von jemandem, der in der Schweiz eure Songs runterlädt. Es ist der Fehler der Musikindustrie, die ein sehr begrenztes Angebot anbietet, um möglichst
@Trummer, ganz einfach: Wer gute Musik macht, verdient nach wie vor Geld. Ich seh nicht ein, wozu ich für ein Album von Metallica bezahlen soll, wenn ihre Innovation gegen Null tendiert. Nach einmal anhören wirds eh wieder gelöscht. Züri West, z.B., Sie, oder auch mir persönlich bekannter Nachwuchs unterstütze ich gerne. Eine CD/Platte in den Händen ist immer noch besser als MP3s!
@ Reto Burrell, Ivo und Trummer: Bildlich gesprochen kommt Ihr mir vor wie angeschossenes Wild, das den Schützen verteidigt. Ehrlicher scheint mir da das Statement Eures Kollegen Jan Delay (googeln nach seinem Namen und 'weitersaugen').
Wenn ich eine Steckdose installiere, kann ich auch nicht jedesmal Geld verlangen, wenn etwas eingesteckt wird..(Die geistige Arbeit wird mir auch nicht bezahlt)..Die Leistung wird mit der Arbeit bezahlt. Also Musiker, Live spielen, und so bezahle ich auch jedesmal einen angemessenen Beitrag für die Arbeit.
Ein Argument wie "geklaute Sounds" (@ Stefan) als Ausrede zu brauchen ist eine Frechheit, gerade an die Adresse eines Singer/Songwriters. Ausserdem: Wenn sich die grossen Telefonhersteller gegenseitig kopieren, darfst du das Telefon deswegen klauen?
Jemand macht eine Arbeit und gehört bezahlt dafür, wenn sie verwendet wird. Punkt. In jeder Branche, und alles andere ist falsch.
… und @ Hildebrand - leider die peinlichste aller Ausreden.
Seit wann kümmert sie der Lohn von Arbeitern bei der Novartis, wenn sie Kopfschmerzen haben? Klauen sie die Tablette dann in der Apotheke, mit dem Argument, Vasella’s Lohn sei hoch genug?
So viel geheuchelte Antworten auf eine gute Frage... man kommt aus dem Staunen nicht raus.
Anonymer “yxxer“ - Du bezahlst, damit Du die Lizenz erhältst, etwas für Deinen privaten Gebrauch zu kopieren. Du bezahlst nicht läppische 30.- CHF, um dann für 3'000 Songs, die Du nicht besitzt, nichts bezahlen zu müssen. Ist das so schwer zu verstehen?
Ich muss da Reto recht gebe. Welcher CH-Musiker hat schon eine 'Reiche' Plattenfirma im Rücken, die eine Produktion noch bezahlt? Die meisten meiner Musikerkollegen bezahlen Ihre Produktionen aus eigener Tasche, bzw. Bandkasse und verkaufen die CD auf der Homepage, über CeDe.ch oder an Konzerten und können da vielleicht die Produktionskosten wieder generieren. Reich ist davon keiner geworden...
Solange die Industrie es iO findet, fuer Leermedien, Harddisks, USB-Sticks, Scanner, ..., Abgaben zu verlangen: Ja.
Ich muss sogar pro gekaufte, leere Audio CD knappe Fr. 3.-- bezahlen, obwohl ich die Vinyls gekauft habe, offiziell. Die Musikindustrie kassiert also für jede von mir gekaufte Audio CD circa Fr. 2.70, das heisst auf Deutsch: Doppelte Gebühren für mich. Da sagt aber niemand was, das Geld nehmen Sie mit Handkuss!!!
Falsch! Die Plattenfirma leiht dem Musiker Geld um ein Studio zu mieten, den Song aufzunehmen und diesen abzumischen.
Hat der Musiker Erfolg (ca 0.92% Chance) erhält die Plattenfirma 90% des Ertrages.
Hat er nicht Erfolg so hat er horrende Schulden.
Solange Plattenfirmen Musiker nur schröpfen und sie nicht entwickeln (was ihr Auftrag wäre) gibt es von mir keinen Rappen.
Lieber @reto burelli, der Ordung halber solltest du beim Musiker erwähnen, woher er oft seine Sounds hat. Zusammengeklaut, oder recycled wie das in Künstlerkreisen heisst. Wir in CH bezahlen bei ProLiteris, bei Suisa, bei Billag und das nicht zu knapp. Wir bezahlen Abgaben auf jede Leer DVD, Harddisk, ipad, ipod + Co usw... also nix da von Gratis Download
Der Artikel liefert eine gute Auslegeordnung. Ein wichtiger Punkt ist noch, dass viele Files auf Rapidshare + Co. in Form von passwortgeschützten Archiven gelagert werden. So ist es dem One-Click-Hoster gar nicht (so einfach) möglich, die Inhalte nach allfälligen Urheberrechtsverletzungen zu durchforsten. Die Forderung ist nicht zuletzt deshalb absurd. Antworten
Leerträger Abgabe is Blödsinn. Welche Künstler erhalten da das Geld? Doch die die eh schon viel erhalten und das sind nicht die die ich für unterstützungswürdig halte. Der Industrie gebe ich mein Geld auch nicht, denn die halten die Künstler wie Knechte mit ihren Knebelverträgen. Ich kaufen entweder direkt bei Künstlern oder auf fairen plattformen (CD Baby etc.) und wenn das nicht möglich ist... Antworten
Und als Angestellter werden sie von ihrem Arbeitgeber nicht wie ein Knecht gehalten? Und trotzdem gehen sie in der Migros einkaufen?
Die CH-Gesetzgebung ist mit Vorsicht zu geniessen, wer nicht anonym surft (>99.999%) kann rein theoretisch bei den Amis auf die "Watchlist" kommen, die Herausgabe von CH-Bankdaten an die USA ist ja allen in Erinnerung. Sollten die US-Behörden durch evtl. Rechtsbegehren (Drohungen) an CH-Provider-Daten gelangen, so wird der Betreffende bei einer Einreise in die USA vor Ort zur Rechenschaft gezogen. Antworten
... ist er ja doch schon, solange das Copyright beim Uploader ist, oder er hat die Erlaubnis des "Rechte"-Inhabers dazu.
Ich habe ueberhaupt kein schlechtes Gewissen, ab und zu, Musik ab Internet downzuloaden.
(ist ja fuer rein privaten Hausgebrauch nicht verboten).
In der Vergangenheit habe ich schon tausende Franken fuer LP, CD und Konzert-Tickets ausgegeben.
Bei lokalen, regionalen Bands, die mir gefallen, kaufe ich den Tontraeger.
Musiker verdienen ihr Geld ja nicht nur damit, sondern spielen auch Konzerte.
Antworten
In der Schweiz darf ich herunterladen, weil es keine möglichkeit gibt, um ganz genau sicher zustellen, ob die Datei legal oder illegal ist. Z.B. weiss der Höhrer von einem Radiosender nicht, ob der Sender das Lied spielen darf oder nicht. Auf jedenfall darf ich das Lied auf eine Kasette aufnehmen und immer wieder höhren. Jedoch nicht weiterreichen.
Was das Aufnehmen von Musik oder Filmen mit Piraterie zu tun haben soll, ist mir schleierhaft, das war schon immer legal und seit der VHS Kassette gang und gäbe. Trotzdem schafften es tausende Künstler seither, zu Multimillionären zu werden. Mein Mitleid hält sich in Grenzen. Antworten
Ich möchte für meine Arbeit auch bezahlt werden, wie wir alle doch auch. Es gibt einfach keine Ausreden. Piraterie ist Diebstahl und damit eine srafbare Tat. Unmoralisch obendrein weil jemand für seine ehrliche Arbeit um seinen Lohn geprellt wird. Stellt euch vor, dies würde mit euch so gemacht. Erkennt ihr nun das Unrecht? Antworten
Lieber Herr Fenner. Bittebitte ein wenig Klarheit bei den Begrifflichkeiten. Bei einem Diebstahl ist das Diebesgut weg. Hier ist das keineswegs der Fall, es wird ja vervielfältigt. Von Diebstahl oder gar Piraterie zu sprechen entbehrt jeglicher Grundlage und empfinde ich als Frechheit seitens der Contentmafia. Nich von ungefähr kommen Ausdrücke wie Raumordkinderschänderterroristendownloader oä ->
Dann fragen sie doch mal ihre bei der SUISA angemeldeten Musikerkollegen ob die jemals etwas von diesen Gebühren gesehen haben. Ich kenne jedenfalls niemanden der mehr als 1-2 CHF erhalten hat. Speichere ich meine eigene Musik darf ich jedoch Kohle abdrücken...tolles System
Download für den privaten Bebrauch ist 1. keine Piraterie und 2. gibt es die Urheberrechtsabgabe.
Des weitern, wenn man die Künstler und nicht die Content-Mafia unterstützen will, gibt es Dienste wie flattr.com
Herr Fenner, man geht nicht jeden Film ins Kino schauen, den man runterlaedt. In meinem Fall wuerde ich die Filme sonst halt einfach nicht sehen, oder erst, wenn sie im Fernsehen kommen. Ich prelle niemanden um seinen Lohn. Ausserdem wird der Download sehr wohl verguetet: durch die Pauschalabgabe auf Leermedien, Harddisks, und vielem anderen mehr.
Die letzten CDs, die ich gekauft habe, waren Produktionen von lokalen Bands. Die letzten Filme, für die ich Eintritt zahlte, waren Schweizer Filme. US-Produktionen von Major Labels lade ich aus Prinzip runter, die kriegen von mir keinen einzigen Rappen mehr. Zu lange hat die amerikanische Musik-Mafia den Kunden geprügelt, jetzt beisst der Kunde halt zurück. Antworten
Danke, das ist genau meine Meinung. Wer jahrelang seine Kunden beispielsweise mit One-Hit-Wonders und Alben ohne Substanz verarscht hat, muss sich nicht wundern, wenn die Konsumenten untreu werden sobald sie die Gelegenheit dazu haben. Ich lade oft auch herunter was von Major Labels kommt, gebe jährlich aber trotzdem bis zu 2 Monatslöhne für Musik aus, die aber meist von kleinen Labels kommt.
«Unser liberales Urheberrecht sieht als Abgeltung für das Recht auf Privatkopie eine Vergütung auf sämtlichen Leerträgern wie beispielsweise CD-Rohlinge oder iPods vor, welche schlussendlich den Künstlern zugutekommt.» Das muss zuerst mal der Musikindustrie erklärt werden, die möchte offenbar doppelt abkassieren. Anders lässt sich der verzweifelte Kampf gegen Downloads nicht erklären. Antworten
Dann soll man diesen Leerträgerquatsch aber bitte besser differenzieren. Ich kopiere selbstgedrehte Super-8-Filme (Kinder, Hochzeit usw.) von Privatkunden auf DVD und drücke für jeden Rohling 60 Rp ab. Nur weil irgendwo jemand auf seiner Klampfe Schrummschrumm macht oder ein anderer blöd in die Kamera grinst. Ich lade nie Filme oder Musik runter. Fazit: 100e Franken Gebühren pro Jahr für nichts!
Das eine (Abgabe auf Rohlinge) hat mit dem anderen (Uploaden von Uhrheberrechtlich geschützten Daten) nichts zu tun. Die Abgaben auf CD Rohlingen wurde geschaffen, da man CDs kopieren kann. Das entschädigt aber nicht dafür, dass man mit einem Click eine ganze CD der ganzen Welt gratis zugänglich machen kann.
Die USA wird dafür noch bitter bezahlen müssen! Nicht auszudenken betr. DropBox das ganze Cloud-Computing.
Was man auch nicht vergessen sollte, in Afrika, Südamerika und Asien interessiert es niemanden, was Hollywood will. in Russland oder China landet kein Hubschrauber mit FBI-Agenten drin. Viele Server stehen sowieso nicht in USA/Europa. Antworten


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