Google für Wanderer
Vom einfachen Routenplaner bis zu Spielen wie Foursquare geht es überall um den genauen Standort, um Lokalisierung und zurückgelegte Wege. Die Kartendienste werden immer ausgefeilter. An die einfach zu nutzenden Software-Schnittstellen werden immer neue Funktionen angedockt.
Um die Gunst der Entwickler werben Google, (GOOG 591.53 -2.01%) Yahoo und die Bing Maps von Microsoft mit jeweils eigenen Schnittstellen (API). «Die Unterschiede der APIs sind extrem gering», sagt der Geschäftsführer des Berliner Kartendienstes Stepmap, Ole Brandenburg. «Das liegt vielleicht auch daran, dass die Google Maps die ersten waren, und die haben das sehr gut gemacht.» Bei Entwicklern gelte Google aber als der schnellste Dienst - hierbei ist die Kapazität der Server entscheidend, da die Karten stets erst dynamisch auf dem Server des Anbieters erzeugt werden.
Kein Software-Schlüssel mehr erforderlich
Im Zentrum aller Geo-Anwendungen steht die Maps API, also die Programmierschnittstelle zum Kartendienst im Netz. Dahinter verbergen sich Software-Bausteine, die so kompakt eingesetzt werden, dass sie sich denkbar einfach an eigene Bedürfnisse anpassen lassen.
Der Kitt, der Geodaten, geografische Berechnungen und Web-Darstellung zusammenhält, ist JavaScript. Bei den Datenformaten kommen meist JSON und XML zum Einsatz. Dabei schiebt sich zunehmend das schlankere JSON, die «JavaScript Object Notation», als Alternative zur mitunter behäbigen Extensible Markup Language (XML) in den Vordergrund.
Was sich auf den ersten Blick etwas kompliziert anhört, lässt sich auch von Einsteigern schnell lernen. Für die private Nutzung ist die Verwendung der APIs kostenlos. Seit der im vergangenen Jahr eingeführten Version 3 (V3) der Google Maps API ist nicht einmal mehr ein besonderer Software-Schlüssel als Lizenz für die Nutzung auf einer bestimmten Website erforderlich.
«Schon vorher sehen, wie anstrengend es wird»
Als Anbieter der meistgenutzten Kartensoftware hat Google soeben wieder neue Tools bereitgestellt: Rechtzeitig für die ersten Wanderungen und Fahrradtouren gibt es nun auch die Möglichkeit, zu einem Streckenverlauf auf der Karte das genaue Höhenprofil anzuzeigen.
Der neue «Elevation Service» für das Höhenprofil eines Streckenverlaufs verlangt lediglich die Geodaten der einzelnen Streckenpunkte, also die jeweilige geografische Breite und Länge. Diese Daten können mit einem GPS-Gerät gespeichert werden. Alternativ lassen sich die Punkte aber auch notieren, wenn man die einzelnen Orte auf einer Karte im Internet oder mit dem Programm Google Earth bestimmt. Wichtig ist, dass die Geodaten in Dezimalschreibweise notiert werden, also nicht in Grad, Minuten und Sekunden.
Neue Methoden
Um in einer kleinen Web-Anwendung mit der Google Maps API eine Strecke zu bestimmen, werden zunächst die einzelnen Wegpunkte als Variablen bestimmt. Jede bekommt einen bestimmten Namen und seine Geodaten zugewiesen. Wie dies im Detail funktioniert, ist in Tutorials und anhand von Beispielen auf den Webseiten der Google Maps API genau erklärt. Für das Höhenprofil stellt die API eine Reihe neuer Methoden bereit, die für jeden Punkt der Strecke die Höhe in Metern ermitteln und in ein Diagramm eintragen. Verläuft die Strecke übers Meer, wird statt der Höhe des Terrains die Meerestiefe angezeigt.
Bei der Vorstellung des Höhenprofils im Google Blog erklärte Thor Mitchell, der neue Dienst solle auch den gerade eingeführten Routenplaner für Fahrradfahrten ergänzen: «Nun könnt ihr schon vorher sehen, wie anstrengend eure Fahrradstrecke wahrscheinlich sein wird.»
Die Hoffnung auf ein Gratisgetränk
Unabhängig vom Verkehrsmittel werden Kartendienste auch von Real Life Games genutzt, die die GPS-Ortung aktueller Smartphones nutzen. Der in Zusammenarbeit mit der Deutschen Telekom entwickelte «Mr. X» ist ein klassisches Räuber-und-Gendarm-Spiel auf einer Google Map - die Spielfläche wird zuvor von den Spielern vereinbart.
Das beliebte Foursquare wird von Restaurants und anderen Einrichtungen zur Kundenbindung genutzt - hier registriert die Software jedes Mal, wenn ein Smartphone-Besitzer an einem bestimmten Ort «eincheckt». Die häufigsten Besucher dürfen sich dann «Bürgermeister» dieses Orts nennen und können auf ein Gratisgetränk hoffen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 30.03.2010, 11:20 Uhr
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