«Google hat noch nichts gemacht – und erhält dafür viel Lob»

Von Jan Knüsel. Aktualisiert am 26.01.2010 3 Kommentare

In einem Gespräch mit der «New York Times» nimmt Microsoft-Gründer Bill Gates Stellung zu Googles Machtposition, Problemen mit Regierungen und Kämpfen im Suchmaschinen-Markt.

Nachdenklicher Bill Gates: Googles Vorsprung ist für ihn nur schwer einzuholen.

Nachdenklicher Bill Gates: Googles Vorsprung ist für ihn nur schwer einzuholen.
Bild: Keystone

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Microsoft-Gründer Bill Gates wird auch dieses Jahr am WEF in Davos teilnehmen. Aller Voraussicht nach wird er am Wirtschaftstreffen die Ausweitung des Impfprogramms in armen Ländern durch die «Bill & Melinda Gates»-Stiftung ankündigen. Vor seinem Abflug lud ihn die «New York Times» zu einem Gespräch ein. Dort bewies Gates prompt, dass er als Verwaltungsratspräsident und grösster Aktionär von Microsoft (MSFT 29.06 -0.03%) noch immer für scharfsinnige und überraschende Kommentare zu haben ist.

Er sei unbeeindruckt und gar ein bisschen verdutzt über Googles (GOOG 591.53 -2.01%) Drohung aus dem chinesischen Markt auszusteigen, um gegen die Hackerangriffe und Zensurmassnahmen aus dem Reich der Mitte zu protestieren: «Google hat bisher noch gar nichts gemacht und dafür noch viel Lob erhalten», erklärte der Microsoft-Gründer.

Man könne mit Chinas Gesetzgebung einverstanden sein oder auch nicht. China sei aber nicht das einzige Land mit kontroversen Gesetzen und politischen Massnahmen. Auch die USA könne man dazuzählen: «Worauf wollen sie also hinaus?» sagte Gates und fuhr fort: «Nun, sollte Google jemals die Entscheidung treffen, sich aus dem amerikanischen Markt zurückzuziehen, dann würde ich dem Unternehmen meine Anerkennung zollen.»

«Ich würde niemanden einen Monopolisten nennen»

Der Microsoft-Gründer fand aber auch Worte der Empathie für das dominante Internetunternehmen. «Ich würde niemanden einen Monopolisten nennen», antwortete Gates auf die Frage der Zeitung, ob Google ein Monopolist sei. Historisch sei es normal, wenn «hyper-erfolgreiche» Unternehmen aufmerksam von Regierungen beäugt werden: «Wenn die Regierungen sich nicht sorgen würden, wäre das ein Problem.»

Er beschrieb auch gleich, weshalb Googles Vorsprung nur schwer einzuholen sei. Je mehr Leute den Suchgiganten verwenden, desto mehr Informationen würden sich bei Google ansammeln. Diese Resonanzen trügen zur Verbesserung der Suchmaschine bei und damit auch zur Attraktivität im Werbemarkt.

Ungewohnt bescheidene Ziele

Microsoft müsse in dieser Hinsicht kleine Brötchen backen: «Wir haben brillante Leute bei uns, die davon träumen, auch nur ein Prozent Marktanteil hinzu zu gewinnen.» In den USA hat Microsofts Suchmaschine Bing einen bescheidenen Anteil von 11 Prozent, im Gegensatz zu Google mit stolzen 66 Prozent. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 26.01.2010, 14:51 Uhr

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3 Kommentare

Georg Wächter

01.02.2010, 09:34 Uhr
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Bill Gates und seine Microsoft müssen sich schämen. Sie verdienen Milliarden! Aber bei jeder Neuinstallation ihres liederlichen Betriebssystems müssen alle Anwendungsprogramme neu installiert werden. Das liegt an der Schnüffeldatei, genannt "Regedit", wo jeder "Klick" gespeichert wird. IBM Betriebssysteme kennen ähnlichen Unsinn nicht. Grossfirmen würden protestieren, ihren Lieferanten wechseln. Antworten


Bruno Rytz

26.01.2010, 15:39 Uhr
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Wie kann man nur diesen Titel zu diesem Interview verwenden? Der Titel ist reisserisch, Boulevard Niveau, er suggeriert negative Aussagen über google, im Bericht stellt man erstaunt fest, dass das Gegenteil zutrifft, hauptsächlich positive, sehr differenzierte Aussagen wurden da gemacht, sofern der Bericht stimmt. Ein fürchterlich schlechter Titel wurde da gewählt! Antworten



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