Stalin 2.0: Auf Facebook leben Nazis und Kommunisten weiter
Von Anatol Heib. Aktualisiert am 26.03.2009 2 Kommentare
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Im weltweit grössten sozialen Netzwerk tummeln sich Gestalten, die niemand an einer Facebook-Party sehen möchte: Zum Beispiel Kim Jong-Il. Während Nordkoreas Diktator sein Volk hungern lässt, machen sich Mitglieder einen Spass daraus, ihn mit Falsch-Profilen und vor allem Gruppen zu verulken. So existiert beispielsweise ein «Kim Jong-Il Fan Club».
Die Facebook-Präsenz von Nordkoreas Alleinherrscher ist nur die Spitze des Eisbergs. Auf der Plattform sind alle möglichen Diktatoren und Kriegsverbrecher anzutreffen, wie Recherchen von Tagesanzeiger.ch/Newsnet zeigen: Adolf Hitler, der sowjetische Despot Josef Stalin oder Pol Pot, verantwortlich für den Genozid der Roten Khmer an der eigenen Bevölkerung. Unglaublich: Wer will, kann sie in seine Freundesliste aufnehmen.
Fan-Gruppen für SS-Verbrecher
Im Zentrum des Grusel-Kabinetts stehen aber nicht die gefälschten Profile, sondern die zahlreichen Gruppen, die Facebook-Mitglieder für die Verbrecher gegründet haben. Ihnen kann jeder beitreten. Meist stufen die Gründer sie in die Kategorie «Gemeinsame Interessen» ein. Bei einigen handelt es sich offensichtlich einfach um dumme Scherze. Aber besonders bei Personen des Nazi-Regimes wird unverhohlen Sympathie geäussert. In einer dem SS-Führer Heinrich Himmler gewidmeten Gruppe schreibt einer: «One respectable Nazi Leader.»
Nicht viel anders sieht es bei einer Hitler-Gruppe mit über 1000 Mitgliedern aus. Hier haben einige übelste Hass-Tiraden hinterlassen, wünschen sich ihn wieder herbei. Zum Gruseln: Hitlers Gruppen-Profil wurde mit über 100 Fotos aus seinem Leben angereichert. Bei Stalin heisst es: «God bless Joseph Stalin.» Das sind nur wenige Beispiele. Die Liste der Verbrecher auf Facebook kann beliebig erweitert werden.
Vereinzelt findet man auch Anti-Bewegungen, deren Mitglieder ihre Abscheu über einen Diktator zum Ausdruck bringen. So nennt sich die grösste Gruppe, die zu Iraks Ex-Diktator Saddam Hussein existiert, «I hate Saddam Hussein».
«Offene Diskussion»
Auf die Diktatoren-Gruppen aufmerksam gemacht, antwortet Facebook per E-Mail: Das Portal sei eine Plattform für offene Diskussionen, die Community «höchst selbstregulierend». «Wir ermutigen alle Mitglieder, uns anstössige Inhalte zu melden, die gegen unsere Nutzungsbedinungen verstossen.» Man werde umgehend reagieren und diese Inhalte entfernen. Dass die Profile und Gruppen schon seit geraumter Zeit online sind, erklärt man sich damit, dass es «vielleicht auch tatsächlich noch niemand gemeldet» hat. Seit der Kontaktaufnahme am 23. März ist Facebook bekannt, dass Hitler und Co. auf der Plattform präsent sind. Und die Profile und Gruppen sind bis heute nicht gelöscht worden. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 26.03.2009, 10:02 Uhr
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2 Kommentare
Meine Güte, was ist nur los mit uns? Immer und überall hört man nur noch Rufe nach Verboten, als ob sich damit Probleme lösen liessen. Dieser Wahn nach Prohibiton und Dogmatismus ist ein Krankheitssymptom unserer Zeit, ihre Exponenten die Feinde der Freiheit. Indem Sypathien für dies und das verboten werden, bedient ihr euch nur derjenigen Methoden, die ihr angeblich so abgrundtief verachtet. Antworten




Rolf Schumacher
Mefistopheles: Ich bin die Kraft die stets das Böse will und doch nur Gutes schafft. ( Frei nach Goethes Faust). Es ist mehr als klar, dass dieser Satz auch umgekehrt funktioniert. Wer fundamental Extremes will, schaftt im selben Atemzug auch das Gegenteil.. Antworten