Internet-Aus am 8. März?

Die Melde- und Analysestelle Informationssicherung (Melani) rät Internetbenutzern zu einem Schnell-Check gegen einen besonders gefährlichen Trojaner namens DNS-Changer.

«Je nach Einsatzart schwerwiegende Probleme»: Schweizer und deutsche Behörden warnen vor dem DNS-Changer.

«Je nach Einsatzart schwerwiegende Probleme»: Schweizer und deutsche Behörden warnen vor dem DNS-Changer.

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Bei einer Infektion mit der Schadsoftware DNS-Changer wurde auf einem betroffenen Computer das DNS-System so manipuliert, dass der Webbrowser die Benutzer bei Abfrage von populären Webseiten unbemerkt auf manipulierte Seiten der Kriminellen umgeleitet hat, schreibt die Melde- und Analysestelle Informationssicherung (Melani) in Bern in einer Medienmitteilung.

Die vom sogenannten DNS-Changer-Botnet verbreitete Malware verändert zudem ein internes Adressbuch, so dass der Computer beim Surfen die korrekten Webseiten aufspürt. Ist der Computer aber infiziert, surft der Nutzer auf einer falschen, von Kriminellen manipulierten Seite, die äusserlich nur schwer vom «Original» zu unterscheiden ist.

Nach der Verhaftung der Betrüger im November 2011 seien die manipulierten DNS-Server der Kriminellen durch korrekt arbeitende, vom FBI betriebene DNS-Server ersetzt worden, damit keine weiteren Manipulationen mehr möglich seien.

Kein Internet mehr am 8. März?

Diese Server sollen nun aber am 8. März 2012 abgeschaltet werden. «Als Folge davon werden infizierte Computer keine Domänen mehr auflösen können und demzufolge die betroffenen Nutzer keine Webseiten mehr aufrufen können. Je nach Einsatzart des Computers kann dies zu schwerwiegenden Problemen führen», warnt Melani. Konkret ist es möglich, dass der Nutzer mit dem betroffenen Computer nicht mehr online gehen kann.

Die deutschen Behörden haben deshalb einen Online-Test zur Verfügung gestellt, bei welchem jeder seinen PC oder Mac überprüfen kann. Über die vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), dem Bundeskriminalamt und der Deutschen Telekom betriebene Website können Computer getestet werden, erklärte das Amt am Mittwoch.

Ist der Computer nicht betroffen, wird eine grün gefärbte Meldung angezeigt. Sollte der Computer infiziert sein, wird eine entsprechende rote Warnmeldung mit Hinweisen und Empfehlungen ausgegeben. Melani empfiehlt in diesem Fall, sich an ein Computerfachgeschäft zu wenden.

Back-ups nicht vergessen

Melani hält unmissverständlich fest, dass es zwingend ist, regelmässig Back-ups (Sicherungskopien) der auf dem Computer vorhandenen Dateien zu erstellen. Diese Massnahme gewährleiste einen möglichst geringfügigen Datenverlust, wenn das System einmal neu aufgesetzt werden müsse. (rek)

(Erstellt: 12.01.2012, 08:41 Uhr)

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