Italienische Klinik behandelt Facebook-Süchtige
Die Patienten können selbst in den Ferien keine zwei Stunden verbringen, ohne in Facebook ( 31.91 -3.39%) zu kontrollieren, ob sie kontaktiert worden sind. «Sie sind wie Drogensüchtige vom PC abhängig und surfen die ganze Nacht im Internet», sagt der Psychiater Federico Tonioni der Zeitung «Corriere della Sera».
Viele Patienten würden zudem an krankhafter Eifersucht leiden und ständig die E-Mails und Facebook-Kontakte ihres Partners kontrollieren. Internet sei eine neue Droge, die von der Realität entfremde.
Mails kontrollieren
Besonders Jugendliche zwischen 14 und 25 Jahren entwickeln laut Psychiater Tonioni eine neue Art zu denken und zu kommunizieren. «Die sozialen Kontakte reduzieren sich und viele junge Menschen sperren sich in ihrer Wohnung mit dem Computer ein.» Dadurch entstehe die Gefahr, dass sie sich eine autistische Welt erschaffen, in der jeder vollkommen isoliert sei.
Doch nicht nur das Internet beschäftigt die italienischen Psychiater. So wollen sie bei Patienten auch das Handy-Syndrom diagnostiziert haben. Die Krankheit wurde von der italienischen Gesellschaft zur Behandlung von Zwangsverhalten als neue Störung eingestuft und mit der Abhängigkeit von Glücksspielen gleichgesetzt.
Betroffene des Handy-Syndroms leiden unter einer zwanghaften Abhängigkeit von ihren Telefon und geraten in Panik, wenn der Akku nachlässt oder leer ist. Sie kontrollieren ihr Handy sogar in der Nacht auf neue SMS. Hinter dem Handy-Syndrom stecke grosse Unsicherheit und ein zwanghaftes Kontrollbedürfnis, sagte Massimo Biondi, Psychiater an der römischen Universität «La Sapienza». (ah)
Erstellt: 03.11.2009, 10:28 Uhr
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