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Jahrestag des Tiananmen-Massakers: China knipst Web aus

Von Reto Knobel. Aktualisiert am 03.06.2009 6 Kommentare

Vor dem 20. Jahrestag des Tiananmen-Massakers setzt die Regierung das Volk offline. Soziale Netzwerke und Suchmaschinen wie Bing, Twitter und Flickr wurden gesperrt.

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Tausende von Demokratie-Fürsprechern demonstrieren am 17. Mai 1989 auf dem Tiananmen-Platz.
Bild: Keystone

   

Anlässlich des 20. Jahrestags der Studentenwiderstände in China macht die Regierung dicht – wenigstens, was das Internet betrifft. So wurden das Fotoportal Flickr und der Microbloggingdienst Twitter gesperrt. Anlass ist der bevorstehende 20. Jahrestag der Niederschlagung der Studentenproteste vom 4. Juni 1989. Die Behörden sehen in solchen Portalen offenbar die Gefahr einer allzu raschen und unkontrollierbaren Nachrichtenverbreitung im Internet.

Microsoft im Visier der Regierung

Laut einem Bericht der Agentur AFP wurden vor kurzem auch das neue Microsoft-Suchportal Bing.com sowie die Sites Live.com und Hotmail.com von den chinesischen Behörden blockiert. AFP stützt sich auf ein Gespräch mit Microsoft-Mitarbeiter Kevin Kutz. Die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) kritisierte das Vorgehen Chinas scharf: Peking versuche mit allen Mitteln, die Ereignisse auf dem Tiananmen vor 20 Jahren totzuschweigen. Statt eine Debatte über die Vorfälle zuzulassen, habe Peking sich für Zensur entschieden.

Die Zensur hat Tradition

Wie das in Hongkong beheimatete Informationszentrum für Menschenrechte und Demokratie mitteilt, sind ausserdem Foren auf über 6'000 Websites geschlossen worden. China hat bereits in der Vergangenheit im Vorfeld des Jahrestags vom 4. Juni die Internetnutzung extrem eingeschränkt, um Unruhen zu verhindern. So ist das Videoportal Youtube seit März unerwünscht.

Bei den Massakern auf dem Platz des himmlischen Friedens walzte das chinesische Militär am 4. Juni 1989 Monate friedliche Studentenproteste nieder. Nach Schätzungen von Amnesty International ermordete das Militär damals zwischen 700 und 3'000 Frauen und Männer. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 03.06.2009, 12:30 Uhr

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6 Kommentare

Karl Klingler

03.06.2009, 13:15 Uhr
Melden

Es ist technisch ein Kinderspiel die Internetsperre zu umgehen (Stichwort Proxy & Co.), und das wissen viele Chinesen - wenn sie sich denn überhaupt für die Ereignisse vor 20 Jahren interessieren. Antworten


Hans Müller

03.06.2009, 12:32 Uhr
Melden

Das Volk wird die Abschaltung als Bestätigung sehen, dass der Staat noch ein Demokratie-Defizit hat. Antworten



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