Michelle Obama und die «Google-Bombe»
Von Reto Knobel. Aktualisiert am 25.11.2009
Die Betreiber der Suchmaschine Google (GOOG 612.2 1.04%) haben sich für ein rassistisches Foto von Michelle Obama entschuldigt, das bei der Bildersuche auf Platz eins erscheint. Das Unternehmen würde eine solche Darstellung nicht gutheissen, hiess es in einer Stellungnahme von Google.
Allerdings hätten tausende Faktoren Einfluss auf die Suchergebnisse. Daher könnten auch «harmlose Suchanfragen» zu «verstörenden Inhalten» führen. Man werde Suchergebnisse jedoch nicht aufgrund von Nutzerbeschwerden ändern, heisst es in der Stellungnahme weiter. Das Weisse Haus wollte die Vorgänge der neusten «Google-Bombe» bislang nicht kommentieren.
Unter diesem Begriff versteht man eine Manipulation des Google-Suchergebnisses für eine bestimmte Webseite durch vielfaches Setzen von Links mit einem vereinbarten Ankertext. Beim Fall von Michelle Obama stammte das Foto von einer Homepage von Rassisten, die es geschafft haben, Google zu manipulieren und das Foto so an die erste Stelle des Suchindex zu bringen. Google hat es dann gelöscht, aber weil viele andere Websites auf das Foto aufmerksam wurden, hat es sich wieder an die Spitze der Suche katapultiert.
Diese Methode, Webseiten bestimmter Personen gezielt mit oft diffamierenden Schlagworten in Verbindung zu bringen, ist nicht neu. Die erste «Google-Bombe» ist genau zehn Jahre alt: Wer mit dem Suchbegriff «more evil than satan himself» (böser als Satan persönlich) suchte, wurde auf die Seite von Microsoft verwiesen. Weitere Beispiele finden Sie in unserer Bildstrecke. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 25.11.2009, 11:54 Uhr




